Deutscher Krebspreis

Die Nominierungsphase für den Deutschen Krebspreis 2018 ist beendet. Wir danken allen Einreichern für die Nominierungsvorschläge. Der Deutsche Krebspreis 2018 wird am 22. Februar 2018 auf dem Parlamentarischen Abend des Deutschen Krebskongresses in Berlin verliehen.

Der Deutsche Krebspreis wird jährlich zu gleichen Teilen für hervorragende Arbeiten im deutschsprachigen Raum verliehen:

  • in der experimentellen onkologischen Grundlagenforschung (experimenteller Teil),
  • in der „Transferforschung“ (Transfer experimenteller Grundlagenforschungsergebnisse in den klinischen Bereich),
  • in der Tumordiagnostik und -behandlung (klinischer Teil).

Kriterien sind eine herausragende wissenschaftliche Originalität und die Qualität aktueller und zukunftsweisender Arbeiten im Bereich Onkologie. Diese Leistungen werden in der Regel durch mehrere bedeutende Beiträge zur Erforschung der Entstehung, der Diagnose oder der Therapie von Krebserkrankungen in einem bestimmten Forschungsgebiet begründet. Stifter des Deutschen Krebspreises sind die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebsstiftung. Jede Kategorie ist mit 7.500 Euro dotiert.

Deutscher Krebspreis 2017

Die Krebsforschung und -behandlung gehört zu den Bereichen in der Medizin, die sich am dynamischsten entwickeln. Wer sind dabei die Protagonisten? Wer sind die Vorreiter? Wer sind die Unermüdlichen, die in der experimentellen, der klinischen oder der translationalen Krebsforschung Maßstäbe setzen? Diese Persönlichkeiten werden jedes Jahr mit dem Deutschen Krebspreis geehrt - die Preisträger 2017 stellen wir hier im Video vor: ein ganzes Forscher- und Berufsleben in jeweils zehn Minuten.

Kategorie experimentelle Krebsforschung

Wir beglückwünschen Prof. Dr. Petra Boukamp, DKFZ Heidelberg, zum Deutschen Krebspreis 2017 in der Kategorie experimentelle Krebsforschung.

Im Zentrum der Forschungsarbeiten von Prof. Boukamp steht die Frage nach der Entstehung von Hautkrebs, insbesondere die Entstehung des Plattenepithelkarzinoms. Wichtige Erfolge erzielte sie durch die Entwicklung eines in-vitro Hautkarzinogenese-Modells, dem HaCaT-Modell, das Aufschluss über die schrittweise Entwicklung eines Plattenepithelkarzinoms gibt, und aus der Entwicklung dreidimensionaler Hautmodelle, die es erlauben, die Regulation sowohl von normalen humanen epidermalen Stammzellen als auch von Tumorstammzellen zu untersuchen. Mittlerweile wurden diese humanen 3D-Kulturen so weiterentwickelt, dass heute die Regulationsmechanismen beispielweise zur Wirkung bzw. Nebenwirkung sowie Resistenzbildung moderner Therapeutika untersucht werden können.

Kategorie experimentelle Krebsforschung

Wir beglückwünschen Priv.-Doz. Dr. Martin Lipp, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin Berlin, zum Deutschen Krebspreis 2017 in der Kategorie experimentelle Krebsforschung.

Martin Lipp hat sich vor allem um die Aufklärung der Funktion sogenannter Chemokinrezeptoren verdient gemacht. Diese Eiweißmoleküle spielen eine wichtige Rolle für die Immunabwehr, unter anderem bei der Organisation der Lymphorgane und bei der Zirkulation von Lymphozyten, aber auch bei der Ausbreitung und Metastasierung von Tumorzellen. Auf der Grundlage dieser Befunde konnten Antikörper gegen bestimmte Arten von Blutkrebs entwickelt werden – sie erwiesen sich in vorklinischen Mausmodellen als erfolgreich.

Kategorie translationale Krebsforschung

Wir beglückwünschen Prof. Dr. Guido Reifenberger, Institut für Neuropathologie Düsseldorf, zum Deutschen Krebspreis 2017 in der Kategorie translationale Krebsforschung.

Guido Reifenberger zählt zu den weltweit renommiertesten Neuropathologen. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der molekularen Ursachen von Hirntumoren bei Kindern und Erwachsenen. Seine Arbeit prägte die molekulare Klassifikation und die Entwicklung zielgerichteter Therapien bei Gliomen ─ darunter versteht man Hirntumoren, die aus den Stützzellen des Nervengewebes (Gliazellen) entstehen. Reifenberger beteiligt sich außerdem an der Identifizierung und Bewertung neuer molekularer Marker bei Hirnmetastasen und an der Suche nach charakteristischen Biomarkern für das Langzeitüberleben bei Glioblastomen.

Kategorie klinische Krebsforschung

Wir beglückwünschen Prof. Dr. Michael Hallek, Klinik I für Innere Medizin der Uni Köln, zum Deutschen Krebspreis 2017 in der Kategorie klinische Krebsforschung.

Michael Hallek widmet seine wissenschaftliche Tätigkeit der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL). Auf der Grundlage der Erkenntnisse der molekularen Tumorbiologie entwickelte er Behandlungsansätze, die die Prognose für CLL-Patienten nachhaltig verbessert haben. Michael Hallek leitet die Deutsche CLL-Studiengruppe (DCLLSG) seit ihrer Gründung im Jahr 1996. Diese Studiengruppe ist die weltweit größte im Bereich CLL; sie führte mehrere Studien durch, die unter anderem  zur Zulassung verschiedener neuer Medikamente geführt haben. Über 10.000 Patienten wurden bis heute in den Studien der DCLLSG behandelt.

Ansprechpartnerin in der Geschäftsstelle:

Nora Nürnberg
Tel: 030 322932924
Fax: 030 322932922
E-Mail: nuernberg@krebsgesellschaft.de

Fotoquellen: privat, Gruppenbild: Brigitte Engelhardt