Deutsche Krebsgesellschaft: Wissen aus erster Hand

Die Deutsche Krebsgesellschaft ist die größte wissenschaftlich-onkologische Fachgesellschaft in Deutschland. Wir engagieren uns für eine Krebsversorgung auf Basis evidenzbasierter Medizin und Interdisziplinarität. Unser Ziel ist eine hohe Qualität der onkologischen Versorgung. Deshalb liegt unser Fokus auf

  • der Zertifizierung von Zentren der onkologischen Versorgung,
  • der Entwicklung evidenzbasierter, unabhängiger Behandlungsleitlinien und Patient*innenleitlinien,
  • Wissensentwicklung und -transfer in der Onkologie sowie
  • verlässlichen Patient*inneninformationen.


Wir organisieren eine Vielzahl an wissenschaftlichen Konferenzen und Symposien für den übergreifenden fachlichen Austausch. Zu unseren Aufgaben zählt außerdem die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden, Fachgesellschaften und gesundheitspolitischen Gremien - national und international.

2008 waren wir an der Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit zum Nationalen Krebsplan beteiligt und arbeiten in allen Arbeitsgruppen an dessen Umsetzung. Seit 2012 kooperieren wir auf Basis eines Grundlagenvertrags projektbezogen mit der Deutschen Krebshilfe und bündeln im Kampf gegen Krebs unsere Expert*innen und unsere Expertisen. Bei der "Nationalen Dekade gegen Krebs", die 2019 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit vielen Aktiven gestartet wurde, gehört die DKG zum Strategiekreis und hat den Mitvorsitz in der Arbeitsgruppe "Wissen generieren durch Vernetzung von Forschung und Versorgung".

Nicht zuletzt repräsentieren wir die Bundesrepublik Deutschland in internationalen Organisationen, wie der Union for International Cancer Control (UICC), der Association of European Cancer Leagues (ECL) und der Europäischen Union.

Nachruf auf Prof. Dr. Rolf Kreienberg

Ehemaliger DKG-Präsident Prof. Dr. Rolf Kreienberg
Foto: Renate Babnik

Die Deutsche Krebsgesellschaft trauert um ihr geschätztes Mitglied und ehemaligen Präsidenten Prof. Dr. Rolf Kreienberg.

Prof. Kreienberg, der in der Zeit von 1992 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2012 den Lehrstuhl für Gynäkologie der Universitätsklinik Ulm innehatte, prägte die gynäkologische Onkologie und die Arbeit der DKG in vielen Bereichen. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählten moderne organerhaltende Operationsverfahren sowie die Chemo- und Hormontherapie bei Brustkrebs und anderen gynäkologischen Tumoren. Als einer der ersten Onkologen nahm er die Forderung nach einer besseren Qualität in der Versorgung von Brustkrebspatientinnen auf. Während seiner Amtszeit als Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft (2000 – 2002) initiierte er gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Senologie das Konzept der zertifizierten Brustkrebszentren, die sich freiwillig zu einer hohen Behandlungsqualität, Transparenz und regelmäßigen Überprüfungen verpflichten. Das Konzept war so erfolgreich, dass in den vergangenen Jahren viele weitere Organkrebszentren und Onkologische Zentren mit einer Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft nachfolgten.

Heute gibt es mehr als 1.500 zertifizierte Zentren, in denen die häufigsten Tumorerkrankungen behandelt werden; die meisten Brustkrebspatientinnen in Deutschland erhalten ihre Therapie an einem Zentrum mit einer Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft. Als Sprecher der Zertifizierungskommission der Brustkrebszentren hat Prof. Kreienberg diese Entwicklung 13 Jahre lang begleitet und vorangetrieben. Auch die Weiterentwicklung medizinischer Leitlinien, insbesondere im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie, lag ihm am Herzen. 2012 wurde Rolf Kreienberg Mitglied des Präsidiums der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und Leiter der Ständigen Kommission „Leitlinien“ der AWMF. 2015 wurde er zum Präsidenten der AWMF gewählt. Für sein wissenschaftliches Lebenswerk und seine Verdienste um die Deutsche Krebsgesellschaft zeichnete ihn die DKG 2018 aus. Wie kaum ein anderer hat Rolf Kreienberg den Gedanken der Qualitätsentwicklung in der Onkologie unterstützt ‒ wir werden ihn vermissen.

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