ASCO Annual Meeting: Der wichtigste internationale Krebskongress

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Jährlich in den USA: Der größte Kongress für alle Indikationen

Das ASCO Annual Meeting in Chicago ist der weltweit größte und wichtigste Kongress der klinischen Onkologie. Auf dem Jahrestreffen der American Society of Clinical Oncology (ASCO) werden die neusten Daten aktueller Studien und Trends der Krebsforschung veröffentlicht und diskutiert.

Aus aller Welt kommen einmal im Jahr führende Persönlichkeiten aus Medizin und Forschung zusammen, um die Krebsbehandlung durch neue Methoden und Therapien zu verbessern.

Hinter dem Kongress steht die 1964 gegründete American Society of Clinical Oncology – die global bedeutendste Berufsorganisation für Onkologen und Ärzte, die sich um Menschen mit Krebserkrankungen kümmern.

ONKO-Internetportal begleitet den Kongress

Das ONKO-Internetportal begleitet das ASCO Annual Meeting in jedem Jahr direkt vor Ort mit Video-Interviews und Expertenrunden zu den neusten Forschungstrends, Berichten über die Datenlage und Bewertungen der aktuellen Studien.

Einige der Schwerpunkte, zu denen das ASCO Annual Meeting 2017 und das ASCO Annual Meeting 2018 in Chicago tagte waren: Multiples Myelom, Lymphome, Pankreaskarzinom, nichtkleinzelliges Lungenkarzinom und Mammakarzinom.

Die aktuelle Kongressberichterstattung finden Sie hier:

Für wen ist das ASCO Annual Meeting interessant?

ASCO Hauptgebäude in Chicago Treppe mit Besuchern
Quelle: © dkg-web.gmbh

Beim Jahrestreffen der American Society of Clinical Oncology treffen sich…

  • Onkologen
  • Ärzte weiterer Fachrichtungen
  • Vertreter anderer Gesundheitsberufe
  • Pharmazeuten
  • Biologen
  • Wissenschaftler
  • Medizinjournalisten
  • Patientenvertreter

 

…um sich über neue Erkenntnisse der Wissenschaft und Forschung auszutauschen und diese für die klinische Onkologie zu nutzen.

Steigende Besucherzahlen

Insgesamt 42.500 Besucher zählte das ASCO Annual Meeting im Jahr 2019. Diese teilten sich auf in 34.250 als Fachpublikum registrierte Teilnehmer und 6.216 Aussteller.

Die Besucherzahl stieg im Jahr 2019 gegenüber dem ASCO Annual Meeting von 2018 um 4,4 %. Zum ASCO Annual Meeting 2018 hatten sich 40.700 Besucher registriert.

Auch die Gäste wurden im Vergleich der beiden Jahre internationaler: Während 2018 noch die meisten Teilnehmer aus den USA und Kanada stammten und nur wenige internationale Besucher registriert waren, reisten 2019 mehr als die Hälfte der Teilnehmer aus aller Welt an – die meisten von ihnen aus China.

Präsidenten der letzten Jahre

Die Präsidenten der vergangenen zehn Jahre waren:

  • 2019-2020 Howard A. “Skip” Burris III, MD, FACP, FASCO
  • 2017-2018 Dr. Bruce Johnson, MD, FASCO
  • 2015-2016 Julie Vose, MD, MBA, FASCO
  • 2014-2015 Peter Paul Yu, MD, FACP, FASCO
  • 2013-2014 Clifford A. Hudis, MD, FACP, FASCO
  • 2012-2013 Sandra M. Swain, MD, FACP, FASCO
  • 2011-2012 Michael P. Link, MD, FASCO
  • 2010-2011 Georg W. Sledge Jr., MD, FASCO
ASCO Annual Meeting Fachbesucher
Quelle: © dkg-web.gmbh

Geschichte des ASCO

Eine Gruppe von sieben Onkologen fand sich 1964 mit dem Ziel zusammen, die Versorgung von Menschen mit Krebs zu verbessern. Damals wurde Krebs als eine monolithische und häufig unheilbare Krankheit gesehen, für die nur eine Handvoll schlecht verträglicher und meist unwirksamer Therapien zur Verfügung standen. Den Patienten fehlte häufig der Zugang zu Informationen.

Während die American Society of Clinical Oncology (ASCO) von ursprünglich sieben Mitgliedern auf heute fast 45.000 Mitglieder anwuchs, stiegen die nationalen Mittel für die Krebsforschung von weniger als 200 Millionen Dollar auf über 5 Milliarden Dollar jährlich. Die Zahl der verfügbaren Medikamente zur Behandlung von Krebs stieg von einer Handvoll auf heute mehr als 170.

Die Mitglieder der ASCO haben zusammen mit Krebspatienten, Patientenfürsprechern und den politischen Entscheidungsträgern, Regierungsstellen und philanthropischen Organisationen diese bemerkenswerten Fortschritte ermöglicht und umgesetzt.

Die Gründer der American Society of Clincal Oncology

Die sieben Gründungsmitglieder erkannten die Notwendigkeit, eine neue Gesellschaft zu etablieren, die sich ausschließlich auf Fragen der klinischen Onkologie konzentrieren würde, insbesondere auf das noch junge Gebiet der Krebs-Chemotherapie.

So wurde die American Society of Clinical Oncology (ASCO) mit den Ziel ins Leben gerufen, ihre Aktivitäten vor allem auf klinische Überlegungen und die Patientenversorgung zu konzentrieren. Das erste kleine Treffen im Jahr 1964 initiierte eine weltweit führende onkologische Organisation, die heute fast 45.000 Mitglieder zählt.

Pioniere der klinischen Onkologie

In den 1960er Jahren war die Onkologie ein noch neues Gebiet der Medizin. Zu dieser Zeit waren Arnoldus Goudsmit (MD, PhD, FASCO) und Fred J. Ansfield (MD, FASCO) frühe Pioniere des Einsatzes der Chemotherapie und versuchten, so viel wie möglich über den Einsatz dieser Krebsmedikamente zu lernen.

Sie stellten jedoch fest, dass Informationen und Aufklärungswege fehlten. Die Präsentationen und Forschungsarbeiten, die jedes Jahr auf den Sitzungen der AACR ausgetauscht wurden, konzentrierten sich eher auf die Pathologie als auf die Patienten.

Dr. Goudsmit und Dr. Ansfield entwickelten daraufhin zusammen mit ihren Kollegen Herman A. Freckman (MD, FASCO) und Robert Talley (MD, FASCO) die Idee für eine neue Organisation. Beim ersten Organisationstreffen Anfang 1964, das in einem kleinen Raum im Edgewater Beach Hotel in Chicago stattfand, schlossen sich die Gründungskollegen Harry F. Bisel (MD, FASCO), William Wilson (MD, FASCO) und Jane C. Wright (MD, FASCO) an. Dr. Wright war die einzige Frau und Afroamerikanerin in der Gruppe der ASCO-Gründer.

Die erste Jahrestagung der ASCO

Die erste Jahrestagung der ASCO, bei der Dr. Bisel als erster Präsident der Gesellschaft den Vorsitz führte, fand 1965 in Philadelphia statt. Mehr als 70 Mitglieder und geladene Gäste nahmen an der Tagung teil, auf der drei Vorträge über Leukämie und das Multiple Myelom gehalten wurden.

Beim Gründungstreffen der ASCO formulierte Dr. Goudsmit seine Vision:

„Eine Gesellschaft für klinische Onkologie, hat, wenn sie operativ tätig ist, das Potential, zum Mittel zur Förderung und Verbreitung medizinischen Wissens zu werden und wesentlich zur Verbesserung der Diagnose, Behandlung, des Wohlbefindens und des Überlebens von Hunderten und Tausenden von Mitbürgern mit neoplastischen Krankheiten, sowie zur Prävention vieler anderer Krankheiten, beizutragen.“

Was kann in Zukunft geschehen?

In vielerlei Hinsicht ist die Geschichte der ASCO die Geschichte des Fortschritts im Kampf gegen den Krebs. Seit über fünf Jahrzehnten haben die ASCO und ihre Mitglieder das Gebiet der modernen klinischen Onkologie etabliert und vorangebracht.

Angesichts der jüngsten Durchbrüche in Technologie und Molekularbiologie, könnte sich die Krebsversorgung in den nächsten 20 Jahren noch schneller entwickeln, als in den vergangenen 50 Jahren. Auch in Zukunft möchte die American Society of Clinical Oncology (ASCO) daran arbeiten, die Entwicklungen in Wissenschaft und Technologie zu nutzen, um den Patienten von morgen noch gezielter helfen zu können.

(ev)

 

Quellen:

  • Internetportal der American Society of Clinical Oncology: https://www.asco.org (abgerufen am 24.04.2020)

 

Letzte inhaltliche Aktualisierung am 12.05.2020

Zuletzt aufgerufen am: 30.05.2020 20:51