Zertifizierungs-News aktuell

05/2019 Was macht die EU in Sachen Krebs?

Seit über 3 Jahrzehnten ist der Kampf gegen Krebs prioritäres gesundheitspolitisches Thema der EU. In einem aktuellen Beitrag im FORUM gibt Simone Wesselmann einen Überblick zu den europäischen Aktivitäten im Bereich Onkologie. Dabei umreißt sie die zwei unter der Beteiligung der Deutschen Krebsgesellschaft gegenwärtig laufenden Joint Actions zu Krebs (JA iPAAC, JARC). Mit Joint Actions werden internationale Empfehlungen entwickelt und Initiativen mit einem starken Versorgungsbezug gefördert, die es den Mitgliedsstaaten ermöglichen, Maßnahmen aktiv zu gestalten und diese national zu nutzen. Die Projekte werden dann im jeweiligen Land unter Berücksichtigung des eigenen Gesundheitssystems für die Weiterentwicklung gesundheitspolitischer Maßnahmen, wie z.B. der Krebsfrüherkennungsprogramme und des Nationalen Krebsplans, etabliert. Es bleibt abzuwarten, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen EU-politischen Unwägbarkeiten, ob die Europäische Kommission weitere krebsspezifische Joint Actions fördern wird.

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04/2019 Untersuchung zu sozialdienstlichen Beratungsquoten und Informationsbedarfen bei BrustkrebspatientInnen erschienen

Im von Hammerschmidt, Janßen und Sagebiel herausgegebenen Band „Quantitative Forschung in der Sozialen Arbeit“ untersuchen Christoph Kowalski und KollegInnen Zusammenhänge zwischen sozialdienstlichen Beratungsquoten und Informationsbedarfen bei BrustkrebspatientInnen zertifizierter Zentren. Es zeigt sich in den Mehrebenenanalysen, dass höhere Beratungsquoten mit geringeren Informationsbedarfen zu den sozialarbeiterischen Kernthemen finanzielle Probleme und Probleme mit der Krankenkasse einhergehen. Da hierzu keine randomisierten Studien vorliegen, ist dies zumindest als Hinweis auf den Nutzen sozialdienstlicher Beratung zu interpretieren.

04/2019 DNVF-Memorandum zur organisationsbezogenen Versorgungsforschung erschienen

Das dreiteilige Memorandum zu den Methoden der organisationsbezogenen Versorgungsforschung des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung (DNVF) ist nun unter Beteiligung der Deutschen Krebsgesellschaft in der Zeitschrift Gesundheitswesen erschienen. Christoph Kowalski war an der Kurzfassung und an „Kapitel 2 – Methodische Ansätze der organisationsbezogenen Versorgungsforschung: Zielgrößen, Datenquellen, Datenerhebung und Datenanalyse“ beteiligt.

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03/2019 Onkologische Qualität durch Telemedizin verbessern?

Eine Qualitätsanforderung für DKG-zertifizierte-Krebszentren ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit. So besteht großer Kommunikationsbedarf, der potenzielle Einsatzfelder für die Telemedizin eröffnet. Ein aktueller Beitrag im Krankenhaus-Report 2019 beschreibt Chancen und Risiken bei der Implementierung von Telemedizin in der Onkologie an den Beispielen Tele-Tumorkonferenz und Telepathologie. Diese gilt es kritisch abzuwägen, damit die Telemedizin die Onkologie positiv weiterentwickelt und gleichzeitig die Qualität der Patientenversorgung erhalten bleibt.

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03/2019 Zertifizierung goes Europe

Nach 15 Jahren erfolgreicher Implementierung in Deutschland ist das Zertifizierungsprogramm der deutschen Krebsgesellschaft e. V. (DKG) bereit, den nächsten Schritt zu gehen und durch die Einführung des European Cancer Centre Certification Programme (ECC) seine Aktivitäten im nicht-deutschsprachigen Raum auszubauen. Ein aktueller Beitrag in Der Gynäkologe beschreibt, wie durch das ECC-Programme der Auf- und Ausbau und die Verbesserung der Qualität der onkologischen Versorgung in den europäischen Mitgliedstaaten unterstützt und so ein Grundstein für eine europaweit hochwertige Krebsversorgung gelegt werden kann.

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01/2019 Zusammenhang zwischen Behandlungsvolumen und Krankenhausletalität beim Lungenkarzinom belegt

Eine aktuelle Veröffentlichung zeigt anhand von Daten der DRG-Statistik, dass sich Lungenkrebsbehandlungen in Deutschland auf wenige Kliniken mit großen Fallzahlen konzentrieren und dass dies gerechtfertigt ist, denn: In den Kliniken mit wenigen chirurgischen Eingriffen zur Behandlung eines Lungentumors ist die Sterblichkeit von Patientinnen und Patienten während der stationären Behandlung nach der Operation doppelt so hoch wie in etablierten großen Zentren. Mindestmengen für chirurgische Behandlungen sind beim Lungenkarzinom angemessen und bei der bereits vorhandenen Konzentration der Eingriffe umsetzbar.

01/2019 Befragungsstudie EDIUM zu Darmkrebs erfolgreich angelaufen

Im Januar 2019 konnte die Befragungsstudie mit dem Namen EDIUM dank der engagierten Mitarbeit der beteiligten Studienzentren mit vollem Erfolg gestartet werden. Bei dem vom Innovationsausschuss des G-BA geförderten Projekt werden Darmkrebspatientinnen und -patienten gebeten, über ihre gesundheitsbezogene Lebensqualität zu berichten. Mithilfe von patient-reported outcomes measures (PROMs) soll so ein fairer Vergleich des Ergebnisqualität in Darmkrebszentren ermöglicht werden, um die Darmkrebsbehandlung nachhaltig zu verbessern. Alle beteiligten Projektpartner – das sind die DKG, OnkoZert, das Institut für Medizinische Statistik und Bioinformatik der Uniklinik Köln (IMSB), die Arbeitsgemeinschaft deutscher Darmkrebszentren (addz), die Selbsthilfeorganisation Deutsche ILCO e. V. und rund 100 Darmkrebszentren – freuen sich, dass das Projekt, das zunächst bis Mitte 2021 angesetzt ist, begonnen hat.

Hier geht es zur Webseite der EDIUM-Studie: www.edium-studie.de

01/2019 Neue B-CARE-Studie untersucht den beruflichen Wiedereinstieg von Frauen nach einer Brustkrebserkrankung

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung von Frauen und tritt deutlich früher auf als andere Tumorarten. Viele der Betroffenen sind im erwerbsfähigen Alter, so dass die berufliche Wiedereingliederung nach der Erkrankung für viele ein wichtiges Thema ist. Rehabilitationsmaßnahmen können die berufliche Wiedereingliederung erleichtern. Jedoch zeigt sich, dass onkologische Rehabilitationsleistungen von Betroffenen in den letzten Jahren rückläufig in Anspruch genommen werden. Die hier vorgestellte B-CARE-Studie macht sich zur Aufgabe, die Faktoren für eine gelungene berufliche Wiedereingliederung nach einer Brustkrebserkrankung zu untersuchen. Dazu sollen 530 Betroffene schriftlich befragt werden. Diese aktuellen Befragungsdaten sollen dann mit Routinedaten der Deutschen Rentenversicherung und Merkmalen der behandelnden Krankenhäuser verknüpft werden. Auf diese Weise sollen individuelle Erwerbsbiografien von Frauen nach einer Brustkrebserkrankung umfassend abgebildet und mögliche Ursachen gelungener beruflicher Wiedereingliederung identifiziert werden.