08/2022: Ergebnisse der PCO-Studie in „Die Urologie“ besprochen

Die PCO-Studie untersucht, inwieweit sich die patientenberichtete Ergebnisqualität (Patient-Reported Outcomes) zwischen zertifizierten Prostatakrebszentren unterscheidet. In diesem Jahr wurden erste Ergebnisse zum Zentrumsvergleich in der Fachzeitschrift „World Journal of Urology“ (s. u. Link zur Originalarbeit) veröffentlicht. Nun wurde der Artikel in „Die Urologie“, vormals „Der Urologe“, besprochen: Die Autoren heben dabei hervor, dass die PCO-Studie gezeigt hat, dass Casemix-adjustierte Untersuchungen geeignet sind, um Unterschiede der Patientenkollektive bei Zentrenvergleichen zu berücksichtigen. Sie folgern u. a., dass strukturierte Konzepte zur Verbesserung der Ergebnisse erstellt werden sollten. Aktuell arbeitet eine Arbeitsgemeinschaft unter DKG-Leitung daran, Konzepte zur Reduzierung von Outcome-Unterschieden bei Prostatakrebszentren zu entwickeln.

Hier geht’s zum Artikel in „Die Urologie“.

Hier finden Sie die Originalarbeit zum Nachlesen.

Weitere Infos über die PCO-Studie gibt es auf unserer Website.

07/2022: Simone Wesselmann erhält Wil-de-Jongh-Medaille

Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e. V. hat PD Dr. med. Simone Wesselmann die Wil-de-Jongh-Medaille für ihr Engagement für Patienten und ihre Unterstützung der Prostatakrebs Selbsthilfe verliehen. Mit der Wil-de-Jongh-Medaille sollen Ärzt*innen gewürdigt werden, die sich in besonderem Maße bei der Behandlung von Patienten verdient gemacht haben und für die Belange der Selbsthilfegruppen eingesetzt haben.

PD Dr. Simone Wesselmann hat das Zertifizierungssystem der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. – darunter zertifizierte Prostatakrebszentren – von der ersten Stunde an mit aufgebaut und dabei die Selbsthilfe von Beginn an mit einbezogen. Auch war sie Mitinitiatorin der PCO-Studie (Prostate Cancer Outcomes), bei der die Ergebnisqualität zwischen zertifizierten Prostatakrebszentren verglichen wird und mittlerweile über 40.000 Prostatakrebspatienten teilnehmen.

Hier geht’s zum Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e. V.

Weitere Infos zur PCO-Studie

06/2022: Untersuchung zu Qualitätsindikatoren veröffentlicht

Eine aktuelle Veröffentlichung im Journal of Cancer of Research und Clinical Oncology untersucht die Entwicklung der Implementierungsrate von leitlinien-basierten Qualitätsindikatoren für die Behandlung des Ovarial- und Zervixkarzinom. In der Studie werden die Ergebnisse der zertifizierten gynäkologischen Krebszentren zwischen 2015-2019 dargestellt, sowie der Stand der leitliniengerechten Versorgung betrachtet und Maßnahmen zur Verbesserung der Umsetzungsrate identifiziert. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass eine Aufteilung der Qualitätsindikatoren in zwei Kategorien, nämlich Prozessorganisation und Behandlungsabläufe eine differenzierte Betrachtung des Verbesserungspotential von Qualitätsindikatoren erlaubt und so besser zugeschnittene Verbesserungsmaßnahmen definiert werden können. Die Studie demonstriert, dass leitlinienbasierten Qualitätsindikatoren einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung und -verbesserung im klinischen Alltag leisten und eine Kombination verschiedener Maßnahmen notwendig ist, um Qualität nachhaltig in der Gesundheitsversorgung zu verankern.

Hier geht´s zum Artikel.

05/2022: Klinische Forschung mit Daten aus DKG/DGS-zertifizierten Brustkrebszentren

Im April 2022 wurde die Arbeit „Current clinical practice and outcome of neoadjuvant chemotherapy for early breast cancer: analysis of individual data from 94,638 patients treated in 55 breast cancer centers“ im Journal of Cancer Research and Clinical Oncology von O. Ortmann et al. publiziert. Dieses Projekt wurde gemeinsam mit Vertretern der DKG (S. Wesselmann, N. T. Sibert, C. Kowalski), der AGO (J. U. Blohmer, W. Janni), der DGGG (A. Scharl), der DGS (S. Brucker), OnkoZert (S. Dieng, F. Ferenz), Mitgliedern der Gruppe von O. Ortmann, Universität Regensburg (E. C. Inwald), dem Koordinator der S3-Leitlinie Mammakarzinom (A. Wöckel) und Vertreter*innen von 55 zertifizierten Brustkrebszentren geplant und durchgeführt. Dazu wurde zunächst die OncoBox Research Mammakarzinom etabliert, die Routine-Behandlungsdaten zu ca. 130.000 Brustkrebspatienten*innen enthält. Als eine der ersten Analysen dieses Datensatzes wurden die Entwicklung und das Outcome der neoadjuvanten Chemotherapie (NACT) bei frühem Brustkrebs in den Jahren von 2007 bis 2018 bei 94.638 Patienten*innen untersucht. 40 % aller Patientinnen erhielt eine adjuvante Chemotherapie oder NACT. Die Rate der NACT stieg von 5 % im Jahr 2007 auf 17,3 % im Jahr 2016. Der Einsatz war abhängig vom biologischen Subtyp mit den höchsten Raten von ca. 32 % bei triple negativen und HR-negativen/HER2-positiven Mammakarzinomen. Die pCR-Raten stiegen im Verlauf des untersuchten Zeitraums deutlich und erreichten bei HR-negativen/HER2-positiven Fällen ab 2016 mehr als 60 %. Diese Ergebnisse dieser „Real-World“-Daten belegen eindrücklich die rasche Implementierung der NACT insbesondere bei den Subgruppen des Mammakarzinoms, die besonders von ihr profitieren. Darüber hinaus belegen sie die in randomisierten Studien gezeigte Wirksamkeit der NACT unter Routinebedingungen in zertifizierten Brustkrebszentren anhand der hohen pCR-Raten insbesondere bei HER2-positiven und triple negativen Erkrankungen. Die Bedeutung registerbasierter Krebsforschung gewinnt in den letzten Jahren zunehmende Aufmerksamkeit. Sie ist in der Lage, Erkenntnisse über Implementierungsprozesse zu gewinnen und Fragestellungen retrospektiver und prospektiver klinischer Krebsforschung zu beantworten. Sie ergänzt damit die gut etablierte klassische klinische Krebsforschung mit translationaler Forschung und Phase I-III Studien. Insbesondere kann sie in zertifizierten Organkrebszentren mit ihren hohen Qualitätsstandards für prospektive Forschungsprojekte genutzt werden für die keine RCTs durchgeführt werden bzw. diese schwer umsetzbar sind.

Hier geht’s zur Publikation.

Mehr zum Projekt OncoBox Research

 

05/2022: Bessere Überlebenschance bei Krebsbehandlung in zertifizierten Zentren

Die Behandlung in zertifizierten onkologischen Zentren erhöht die Überlebenschance von Krebspatient*innen – das konnte nun eine unabhängige, groß angelegte Studie zeigen. „Bei allen betrachteten Krebsarten wiesen die risikoadjustierten Modellierungen auf Überlebensvorteile von Patient*innen in DKG-zertifizierten Zentren sowohl anhand der GKV als auch der KKR-Daten hin“, heißt es im Ergebnisbericht, der nach Begutachtung durch den Förderer – dem Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschuss – veröffentlicht wird. Vorgestellt wurden die Ergebnisse am 26. April in Berlin vom Innovationsfond-Projekt „Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren“ (WiZen) – gemeinsam durchgeführt vom AOK-Bundesverband, von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren und dem Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung der TU Dresden. Wir freuen uns, dass damit wird die Arbeit der Deutschen Krebsgesellschaft bestätigt wird!

Weitere Informationen gibt es hier.

 

04/2022: Erster Erhebungsbogen zu Zentren für Personalisierte Medizin

Im April fand die erste Sitzung der Zertifizierungskommission Zentren für Personalisierte Medizin (ZPM) statt. ZPM haben die Aufgabe, komplexe Diagnostik, interdisziplinäre Beratung und individuelle Therapieempfehlungen kontrolliert und qualitätsgesichert zu erbringen. Sie sind in die bereits bestehenden onkologischen Versorgungsstrukturen integriert, d.h. die zertifizierten Organkrebszentren und Onkologischen Zentren sind neben weiteren Behandelnden vor Ort Kooperationspartner der ZPM. Bestehende Strukturen und Prozesse der Onkologischen Zentren werden für die ZPM genutzt und keine redundanten Strukturen aufgebaut. In dem verabschiedeten Erhebungsbogen steht die Vernetzung der ZPM untereinander im Deutschen Netzwerk Personalisierte Medizin (DNPM) im Fokus. Die Definition der Zertifizierungskriterien ist Bestandteil des Innovationsfond geförderten Projekts „Deutsches Netzwerk für Personalisierte Medizin“. Zertifizierungen werden ab ca. 09/2022 möglich sein.

Hier geht´s zum Erhebungsbogen.

 

04/2022: PCO-Studie: Erste Zentrumsvergleiche in Fachzeitschrift veröffentlicht

Die PCO-Studie untersucht, inwieweit sich die patientenberichtete Ergebnisqualität (Patient-Reported Outcomes) zwischen zertifizierten Prostatakrebszentren unterscheidet. Jetzt wurden die ersten Ergebnisse auf Basis der Angaben von über 7.000 Patienten im Word Journal of Urology veröffentlicht. Sie zeigen: Es gibt Unterschiede in der Ergebnisqualität zwischen den Prostatakrebszentren nach radikaler Prostatektomie. Dies gilt insbesondere für die Kontinenz und die erektile Funktion. Die Unterschiede und wie diese reduziert werden können, werden aktuell in der „AG PCO-Reduce“ der DKG diskutiert und angegangen.

Hier geht´s zum Abstract.

Hier geht´s zur PCO-Studie.

 

04/2022: Audit-Daten für wissenschaftliche Erkenntnisse genutzt

Eine aktuelle Veröffentlichung in Psycho-Oncology zeigt, wie Daten der Qualitätssicherung (Audit- bzw. Zertifizierungsdaten) genutzt werden können, um Versorgungsprozesse zu beschreiben, zu erklären und zu verstehen. Im aktuellen Artikel geht darum, wie zertifizierte Krebszentren die Inanspruchnahme von psychosozialer Beratung erklären und welche Maßnahmen eingeleitet werden, um diese zu verbessern.

Hier geht´s zum Volltext.

 

03/2022: Untersuchung zu neoadjuvanter Chemotherapie bei Brustkrebs mit Daten der OncoBox Research

Im Rahmen des Projekts OncoBox Research konnte mit Zertifizierungsdaten von über 94.000 Patient*innen gezeigt werden, dass neoadjuvante Chemotherapien bei Brustkrebs in zertifizierten Brustkrebszentren seit 2007 immer häufiger durchgeführt werden – ganz in Übereinstimmungen mit den aktuellen Empfehlungen in klinischen Leitlinien.

Hier geht´s zum Artikel.

Mehr zum Projekt OncoBox-Research

 

02/2022: Psychosoziale Belastungen bei Brustkrebsüberlebenden

Aktuelle Ergebnisse aus der B-CARE-Studie zeigen, dass Ängste und Depressionen eine relevante Belastung für Brustkrebsüberlebende in Deutschland darstellen und Bedarf für psychosoziale Unterstützung auch nach der Akutbehandlung und im Langzeitverlauf besteht. Die aktuellen Auswertungen identifizieren verschiedene soziodemographische und klinische Prädiktoren für Ängste und Depressionen bei Brustkrebsüberlebenden. Es besteht weiterhin Forschungsbedarf zu den psychischen Belastungen von Langzeit-Brustkrebsüberlebenden in den identifizierten vulnerablen Gruppen.

Hier geht´s zum Artikel.

Mehr Infos zur B-CARE-Studie.