Welche Perspektiven bietet Europa für die Onkologie?

 

Brennpunkt Onkologie am 16.05.2019: Welche Perspektiven bietet Europa für die Onkologie?

Titelseite des Programmhefts Brennpunkt Onkologie

Europa und die Europäische Union beherrschen seit Monaten die Schlagzeilen der Berichterstattungen. Wie geht es weiter mit der EU nach dem Brexit? Wie werden die anstehenden Wahlen des Europäischen Parlaments die Ausrichtung der EU in den nächsten Jahren beeinflussen? Wie werden die vielfältigen grenzüberschreitenden Herausforderungen im sozialen und gesundheitlichen Sektor zukünftig angepackt? Mit diesem Brennpunkt möchten wir einen Blick auf die europäische Gesundheitspolitik und auf die Perspektiven, die die EU für die Onkologie bietet, werfen.
Die Aktivitäten der EU im Gesundheitssektor sind darauf ausgerichtet, Synergien zu nutzen, um die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern sowie Krankheiten und Gesundheitsgefährdungen vorzubeugen und zu bekämpfen. Das wichtigste Instrument zur Umsetzung der EU‐Gesundheitsstrategie sowie zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten ist das EU-Aktionsprogramm Gesundheit. Hierbei sind "Gemeinsame Maßnahmen", sogenannte Joint Actions, ein besonderes Förderinstrument, in denen Vertreter der Mitgliedsstaaten gemeinsam Empfehlungen erarbeiten, die nicht nur für Projekte auf europäischer Ebene genutzt werden, sondern auch in erster Linie die Entwicklung und Umsetzung gesundheitspolitischer Maßnahmen in den einzelnen Mitgliedstaaten befördern und inhaltlich unterstützen sollen.
Bei der aktuell aufgelegten Joint Action „Innovative Partnership for Action Against Cancer (iPAAC)“ stehen Krebsprävention, Genomik in der Krebsbekämpfung, Krebsdokumentation und ‐registrierung, Verbesserung der Krebsversorgung, Krebstherapie und die Integration der Krebsbekämpfung im Vordergrund. Wie es allerdings nach iPAAC 2021 mit onkologischen Versorgungsthemen auf der europäischen Ebene weitergeht, ist noch ungewiss. Das neue, vierte Gesundheitsprogramm ist noch nicht verabschiedet, Anschlussfinanzierungen für die zu implementierenden iPAAC‐Piloten ungewiss und eine Strategie für das weitere Engagement der EU in der Onkologie noch nicht bekannt.
Unsere Referentinnen und Referenten geben Einblicke in das Thema Joint Actions, berichten über die Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten und erläutern die (Aus‐)Wirkungen und Ergebnisse der Joint Action aus verschiedenen Perspektiven (nationalstaatlich, supranational und als Durchführer). Welche Ziele haben die onkologischen Joint Actions? Welchen Mehrwert und welche Impulse geben Joint Actions? Wie sieht es mit der Nachhaltigkeit aus? Was sind mögliche Zukunftsvisionen?