Laufende oder in Vorbereitung befindliche Projekte

Aktuelle Projekte Versorgungsforschung

Auf dieser Seite stellen wir Versorgungsforschungsprojekte vor, die an zertifizierten Zentren laufen oder sich in der Planung befinden. Die Projekte sind in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

B-CARE

Brustkrebs weist eine steigende Inzidenz bei gleichzeitig sinkender Mortalität auf und insgesamt sind immer mehr junge Frauen im erwerbstätigen Alter betroffen. Dadurch erlangt die berufliche Reintegration als ein wesentlicher Schritt für die Rückkehr in den Alltag immer mehr Bedeutung. B-CARE ("Wiederaufnahme der Arbeit nach Krebs – eine Untersuchung am Beispiel von Brustkrebspatientinnen") befragt 530 ehemalige Brustkrebspatientinnen persönlich und postalisch und verknüpft diese Informationen zusätzlich mit Daten aus der im Rahmen des Nationalen Krebsplans geförderten PIAT-Studie sowie Routinedaten des DKG-Zertifizierungssystems. Dadurch soll es erstmals möglich sein, die individuellen Erfahrungen, Präferenzen und Entscheidungen bezüglich Rehabilitation und beruflicher Wiedereingliederung von Frauen nach einer Brustkrebserkrankung umfangreich abzubilden. Ziel des Projektes ist es, sozialstrukturelle und psychosoziale Determinanten des beruflichen Wiedereingliederungserfolgs nach der Brustkrebserkrankung zu untersuchen.

Beteiligte Einrichtungen
Forschungsstelle für Gesundheitskommunikation und Versorgungsforschung, Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie; Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) Köln Bonn, Universitätsklinikum Bonn AöR
Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG)
Frauenselbsthilfe nach Krebs e. V.
Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen
Deutsche Rentenversicherung

Förderer
Deutsche Rentenversicherung

Laufzeit
Mai 2018 – Dezember 2020

Publikationen
Heidkamp P, Hiltrop K, Kowalski C, Ernstmann N (2019). Berufliche Wiedereingliederung nach Brustkrebs – Vorstellung der B-CARE-Studie. DKG Forum. DOI: 10.1007/s12312-018-0547-4.

Hiltrop K, Heidkamp P, Kowalski C, Ernstmann N (2019). Breast cancer patients’ return to work (B-CARE): protocol of a longitudinal mixed methods study aiming to explore medical and occupational rehabilitation of breast cancer patients in Germany. BMJ Open. 9: e033533. DOI: 10.1136/bmjopen-2019-03353.

Ansprechpartner*innen
Dr. Christoph Kowalski
Clara Breidenbach

EDIUM

Das kolorektale Karzinom ist eine der häufigsten Krebsarten in Deutschland. Dabei unterscheidet sich die Versorgung von Patient*innen mit Darmkrebs je nach Krankenhaus erheblich. Bei der EDIUM-Studie („Ergebnisqualität bei Darmkrebs: Identifikation von Unterschieden und Maßnahmen zur flächendeckenden Qualitätsentwicklung“) nehmen bundesweit über 100 DKG-zertifizierte Darmkrebszentren teil. Es werden Patient-Reported Outcomes (PROs) sowie klinische Endpunkte erfasst und zwischen den verschiedenen Zentren verglichen. EDIUM ist damit ein Nachfolgeprojekt der PCO-Studie zum Prostatakarzinom (siehe Eintrag auf dieser Seite).

Ziel des Projekts ist es, Aussagen zur Versorgungsqualität in zertifizierten Darmkrebszentren unter Berücksichtigung der Patientenperspektive zu treffen und gegebenenfalls bestehende krankenhausbezogene Unterschiede zu erkennen. Aus den Ergebnissen sollen Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung in zertifizierten Zentren abgeleitet werden. Die prätherapeutische Einschlussphase konnte mit über 5.250 befragten Patient*innen erfolgreich abgeschlossen werden.

Beteiligte Einrichtungen
Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG)
OnkoZert
Deutsche ILCO e. V.
Arbeitsgemeinschaft Deutscher Darmkrebszentren e. V. (addz)
Institut für Medizinische Statistik und Bioinformatik (IMSB) der Universität zu Köln

Förderer
Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

Laufzeit
1. Juli 2018 – 30. Juni 2021

Publikationen
Breidenbach C, Sibert NT, Wesselmann S, Kowalski C. (2020). Die Beratung durch Ethikkommissionen bei einer multizentrischen Beobachtungsstudie in Deutschland – Aufwand und Kosten. Gesundheitswesen. DOI: 10.1055/a-1192-4946.

Breidenbach C, Sibert NT, Wesselmann S, Kowalski C (2019). Das Potenzial von Patient-Reported Outcomes - Nutzen und Umsetzung der EDIUM-Studie. Onkologische Pflege 2/2019: 50-53. DOI: 10.4486/j.op.2019.02.08.

Sibert NT, Breidenbach C (2018). Patientenzentrierte Darmkrebsforschung – das Projekt EDIUM startet deutschlandweit! ILCO-Praxis 45(4): 29-30.

Breidenbach C, Sibert NT (2018). Neues aus der Patientenperspektive – das Projekt EDIUM läuft an. DKG FORUM 33: 308–311. DOI: 10.1007/s12312-018-0483-3.

Webseite
www.edium-studie.de

Ansprechpartner*innen
Clara Breidenbach
Nora Tabea Sibert
Dr. Christoph Kowalski

OncoBox Research

In Deutschland wurde in den letzten zehn Jahren ein fundamentaler struktureller Wandel in der Versorgung krebskranker Menschen vollzogen. Ein großer Anteil dieser Patient*innen wird heute in den von der DKG zertifizierten Organkrebs- und Onkologischen Zentren behandelt. Dies geschieht auf der Basis von Empfehlungen hochwertiger S3-Leitlinien, die im Onkologischen Leitlinienprogramm entwickelt wurden. Die Daten aus diesen Versorgungseinrichtungen werden zur Darstellung der Behandlungsqualität in Jahresberichten publiziert. Durch Zusammenführung dieser Daten mit denen aus den klinischen Krebsregistern ergibt sich eine enormes Forschungspotential, nicht nur für klassische Versorgungsforschung, sondern auch für Projekte, die Interventionen in strukturierten Versorgungseinrichtungen zulassen. Darüber hinaus erlauben sie Analysen von sog. Real World Data mit erheblichem Umfang. Dieses Potential kann durch die Etablierung einer Datenbank, der sog. OncoBox Research (OBR), genutzt werden. Mit der OBR können Datensätze für Forschungsfragen zur Verfügung gestellt werden, die Daten aus dem Zertifizierungssystem mit denen der klinischen Krebsregistrierung verbinden.

Die OBR ist ein Folgeprojekt der OncoBox (www.xml-oncobox.de): Die OncoBox wird bereits von Brust-, Darm- und Prostatakrebszentren genutzt, um Tumordokumentationsdaten einzelner Zentren für die Zertifizierung in ein einheitliches und vergleichbares Format umzuwandeln und eine Qualitätssicherung während der Datenerfassung zu gewährleisten. Derzeit liegen Daten aus der OncoBox jedoch nur in aggregierter Form vor, womit kaum statistische Auswertungen durchgeführt werden können. Die OBR soll die wissenschaftliche Nutzung dieser Daten ermöglichen, indem individuelle Angaben von Patient*innen erfasst werden. Dadurch kann eine Vielzahl an Fragestellungen betrachtet werden, beispielsweise wie stark und aufgrund welcher Merkmale die Leitlinienadhärenz zwischen Patientengruppen und Zentren variiert (Casemix-Adjustierung).

 

Beteiligte Einrichtungen
Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG)
OnkoZert GmbH

Laufzeit
ab Januar 2019

Ansprechpartner
Dr. Christoph Kowalski

PCO

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung von Männern weltweit. Als Folgen von Erkrankung und Therapie können u. a. Harninkontinenz, Darmprobleme, Erektionsstörungen und psychische Beschwerden auftreten. Bei Behandlungsergebnissen werden weltweit große Unterschiede vermutet.

Die von der Movember Foundation geförderte „Prostate Cancer Outcomes-Studie“ (kurz: PCO-Studie) will dazu beitragen, die physische und psychische Gesundheit von Männern, die wegen eines lokalen Prostatakarzinoms behandelt werden, zu verbessern. Die PCO-Studie ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bundesverbands Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS), der DKG, OnkoZert und mittlerweile über 100 teilnehmenden Prostatakrebszentren. Die PCO-Studie rekrutiert seit Juli 2016 Patienten in von der DKG zertifizierten Prostatakrebszentren in Deutschland und der Schweiz. Mittlerweile haben sich über 20.000 Patienten an der Studie beteiligt. In der Studie werden Patienten mittels einheitlichem Fragebogen (EPIC-26) zu den funktionalen Outcomes „Inkontinenz“, „irritatitiv/obstruktiv“, „gastrointestinal“, „Sexualität“, „Hormonell“ prä- und mindestens einmalig (nach 12 Monaten) posttherapeutisch befragt. Die Befragungsdaten werden mit in den Zentren vorliegenden Erkrankungs- und Behandlungsdaten verknüpft. Die Ergebnisse werden Casemix-adjustiert für den pseudonymisierten Zentrumsvergleich ausgewertet. Die PCO-Studie ist Teil des TrueNTH Global Registry, an dem sich mittlerweile 15 Länder beteiligen.

Erwartete Ergebnisse sind unter anderem Aussagen zur Versorgungsqualität in Prostatakrebszentren unter Berücksichtigung der Patientenperspektive, die Erkennung von regionalen / krankenhausbezogenen Unterschieden sowie die Ableitung von Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung in zertifizierten Zentren.

Beteiligte Einrichtungen
Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG)
Bundesverband Prostata Selbsthilfe (BPS)
OnkoZert
DKG-zertifizierte Prostatakrebszentren

Förderer
Movember Foundation (Australien)
Förderverein Hilfe bei Prostatakrebs (FHbP)

Laufzeit
01. Juli 2016 – unbefristet

Interpretationshilfe für Studienzentren
Dieses Dokument kann PCO-Zentren bei Bedarf helfen, die Ergebnisse aus der prätherapeutischen Befragung (EPIC-26) in ihre Behandlungsplanung miteinzubeziehen. Die Übersicht enthält prätherapeutische Durchschnittswerte und posttherapeutische Ergebnisse der PCO-Studienkohorte.

Interpretationshilfe EPIC-26

 

Publikationen
Kowalski C, Carl EG, Feick G. (2020). Prostate Cancer Outcomes (PCO)-Studie. Ergebnisse vergleichen – Unterschiede vergleichen. Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe Magazin 2/2020: 11-14.

Kowalski C, Roth R, Carl G, Feick G, Oesterle A, Hinkel A, Steiner T, Brock M, Kaftan B, Borowitz R, Zantl N, Heidenreich A, Neisius A, Darr C, Bolenz C, Beyer B, Pfitzenmaier J, Brehmer B, Fichtner J, Haben B, Wesselmann S, Dieng S. (2020). A multicenter paper-based and web-based system for collecting patient-reported outcome measures in patients undergoing local treatment for prostate cancer: first experiences. Journal of Patient-Reported Outcomes 4(56). DOI: 10.1186/s41687-020-00224-7.

Breidenbach C, Roth R, Ansmann L, Wesselmann S, Dieng S, Carl EG, Feick G, Oesterle A, Bach P, Beyer B, Borowitz R, Erdmann J, Kunath F, Oostdam SJ, Tsaur I, Zengerling F, Kowalski C. (2020). Use of psycho‐oncological services by prostate cancer patients: A multilevel analysis. Cancer Medicine. DOI: 10.1002/cam4.2999.

Roth R, Dieng S, Oesterle A, Feick G, Carl G, Hinkel A, Steiner T, Kaftan B, Kunath F, Hadaschik B, Oostdam SJ, Palisaar RJ, Koralewski M, Beyer B, Wesselmann S, Kowalski C (2020). Determinants of self-reported functional status (EPIC-26) in prostate cancer patients prior to treatment. World Journal of Urology. DOI: 10.1007/s00345-020-03097-z.

Sibert NT, Dieng S, Oesterle A, Feick G, Carl G, Steiner T, Minner J, Roghmann F, Kaftan B, Zengerling F, Hinkel A, Beyer B, Heidenreich A, Harke N, Brehmer B, Pfitzenmaier J, Fichtner J, Neisius A, Hammerer P, Wesselmann S, Kowalski C (2019). Psychometric validation of the German version of the EPIC‑26 questionnaire for patients with localized and locally advanced prostate cancer. World Journal of Urology. DOI: 10.1007/s00345-019-02949-7.

Kowalski C. (2016) Zertifizierte Prostatakrebszentren und die „Prostate Cancer Outcomes – Compare and Reduce Variation“ (PCO-)Studie. Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe Magazin 2/2016: 7-9.

Webseite
www.pco-study.com/

Ansprechpartner
Dr. Christoph Kowalski

PRO B

Brustkrebs ist weltweit die häufigste Krebserkrankung der Frau. Mit dem Auftreten von Metastasen ändern sich nicht nur die Lebensumstände der Patientinnen, sondern auch das therapeutische Vorgehen grundlegend. Entscheidungsprozesse in dieser Situation sind häufig zeitaufwendig und müssen vor dem Hintergrund der fortschreitenden Erkrankung immer wieder neu hinterfragt werden. An dieser Stelle sind Informationen, die über sogenannte Patient-Reported Outcomes (PROs) erfasst werden, hilfreich, um die bestmöglichen Therapieentscheidungen treffen zu können. In Studien konnte für Patientinnen und Patienten mit metastasierter Tumorerkrankung gezeigt werden, dass eine intensivierte PRO-gestützte Therapieüberwachung neben der Reduktion ungeplanter Krankenhaus- und Notaufnahmeaufenthalte auch eine Verbesserung der Lebensqualität und des Gesamtüberlebens bewirken kann.

Ziel der PRO B Studie ist es deshalb, zu überprüfen, ob die positiven Auswirkungen eines intensivierten PRO-Monitorings auf die in Deutschland übliche Versorgung von Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom übertragbar sind. Bei PRO B handelt es sich um eine prospektive, multizentrische, randomisierte zweiarmige Interventionsstudie. Abhängig von der Randomisierung werden die Patientinnen wöchentlich (Interventionsarm) oder alle drei Monate (Kontrollarm) per Smartphone-App oder E-Mail zu ihrem Gesundheitszustand befragt. Eine Verschlechterung der Werte wird dem behandelnden Zentrum durch einen automatischen Alarm angezeigt. Das Zentrum entscheidet dann, ob es Kontakt zu der Patientin aufnimmt, um die Verschlechterung der Werte zu spezifizieren und gegebenenfalls Maßnahmen einzuleiten. PRO B nutzt die bestehenden Zertifizierungsstrukturen der teilnehmenden Brustkrebszentren, um klinische Daten mit den erhobenen PROs zu verknüpfen.

Beteiligte Einrichtungen
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
OnkoZert GmbH
BARMER
BKK·VBU
DAK-Gesundheit

Förderer
Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

Laufzeit
1. Oktober 2020 – 30. September 2023

Publikationen

Karsten MM, Kühn F, Blohmer JU, PRO B Konsortium. (2020). PRO B – „patient-reported outcomes” bei Brustkrebserkrankungen. Neue Wege der Versorgung bei metastasiertem Brustkrebs. DKG FORUM 35:420-421. DOI: 10.1007/s12312-020-00848-2.

Ansprechpartner*innen

Clara Breidenbach
Dr. Christoph Kowalski