Angaben zu Autoren und Sponsoren finden Sie am Ende des Beitrags.
Schädliche Stoffe und Strahlen
Um Krebserkrankungen verhindern zu können, muss man wissen: Welche Faktoren stellen - in welcher Dosis - ein Risiko dar? Wir sind umgeben von einer Unzahl natürlicher und vom Menschen erzeugter Substanzen und Strahlen. Einige davon können Krebs auslösen oder begünstigen. Sie werden als „karzinogen“ (gleichbedeutend mit „kanzerogen“) bezeichnet. Solche Stoffe oder Strahlungen versuchen Wissenschaftler mit verschiedenen Methoden zu identifizieren. Epidemiologie und LaborversucheDie wichtigste Methode zur Identifizierung von Risiken in der Umwelt ist die Epidemiologie. Dabei suchen die Forscher nach Gemeinsamkeiten im Leben und in der Krankengeschichte Betroffener, um herauszufinden, welche Umstände oder Substanzen
eine bestimmte Krebsart verursacht haben könnten. Allerdings ist es im Nachhinein häufig schwer festzustellen, welchen Stoffen jemand wie lange und in welcher Dosis ausgesetzt war. Deshalb ist die Zuordnung nur bei stark wirkenden Faktoren wie Tabakrauch oder radioaktiver Strahlung einfach, oder wenn Personen, wie in früheren Jahrzehnten, am Arbeitsplatz großen Mengen von Gefahrstoffen ausgesetzt waren.
Weitere Hinweise liefern Laborversuche mit Tieren. Man hat inzwischen viele Faktoren gefunden, die bei Tieren Krebs erzeugen können. Der Nachteil der Methode: Erkenntnisse bei Tieren und unter Laborbedingungen lassen sich nicht so einfach auf den Menschen in seiner alltäglichen Umgebung übertragen.
Die Einteilung der WHODie Weltgesundheitsorganisation klassifiziert Faktoren und Substanzen in Bezug auf Krebs in drei Kategorien:
- karzinogen beim Menschen
Dies sind Risikofaktoren, bei denen es starke Beweise für eine Karzinogenität beim Menschen gibt, z.B. Asbest, Rauchen und Gamma-Strahlen (eine Form von ionisierender Strahlung).
- wahrscheinlich karzinogen beim Menschen
Dies sind vor allem Faktoren, bei denen es starke Hinweise aus Tierversuchen gibt, z.B. Dieselabgase, UV-Strahlen und Formaldehyd.
- möglicherweise karzinogen beim Menschen
Für diese Faktoren sprechen Beobachtungen beim Menschen, aber andere Erklärungen für die Erkrankung können nicht ausgeschlossen werden. Beispiele sind Styrol, ein aromatischer Kohlenwasserstoff, der vor allem bei der Produktion von Kunststoffen verwendet wird, oder Benzinabgase.
(red)
Quellen:
K. Norpoth, H.-J. Woitowitz: Beruflich verursachte Tumoren, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 248-278
K.S. Zänker, N. Becker: Primäre Prävention, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 279-306
Aktualisiert am: 06.06.11 - 20:35