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Risiken in der Umwelt

Ob eine Zelle bösartig wird, ob ein Tumor entsteht, hängt stark von äußeren Einflüssen ab. Das bekannteste Beispiel: Rauchen und Lungenkrebs. Allerdings sind die Zusammenhänge meist nicht so einfach. Damit eine Krebsgeschwulst entsteht, muss sich in der Ursprungszelle eine Reihe von Schädigungen ansammeln. Dabei werden nach und nach verschiedene Gene, die das Zellwachstum kontrollieren, ausgeschaltet und andere, die für die Zellteilung zuständig sind, überstimuliert. Das Ergebnis: Die Zelle gerät außer Kontrolle.

Normalerweise dauert es Jahrzehnte, bis eine Zelle so viele Schädigungen im Erbgut angehäuft hat, dass sie bösartig wird. (Man nennt das die „Latenzzeit“.) Es erklärt auch, warum nicht jeder, der einem Gefahrstoff ausgesetzt war, zwangsläufig erkrankt. Und es macht verständlich, warum es für Wissenschaftler so schwierig ist, genau festzulegen, welche Faktoren in welchem Umfang für Krebserkrankungen verantwortlich sind.

Vor allem Tabak und Ernährung

Betrachtet man als „umweltbedingt“ alle nicht erblichen Einflüsse, so machen nach Schätzungen von Experten Tabakkonsum und falsche Ernährungsgewohnheiten etwa zwei Drittel der äußeren Faktoren aus, die für Krebstodesfälle verantwortlich sind. Weitere drei Prozent sollen durch alkoholische Getränke verursacht werden.

Bei zwei bis drei Prozent aller Krebstodesfälle sind Strahlenbelastungen die Ursache, der größte Teil sind Melanome (schwarzen Hautkrebs), die durch UV-Licht hervorgerufen werden.

Wie gefährlich ist die Umwelt?

Welchen Anteil haben Schadstoffe in Luft, Wasser und Boden („Umweltverschmutzung“) an der Krebsentstehung? Dies ist schwer abzuschätzen; Experten vermuten, dass sie für etwa zwei Prozent aller tödlichen Krebserkrankungen mitverantwortlich sind, vor allem von Lunge und Blase.

Berufsbedingte Ursachen wiederum sind schätzungsweise für fünf Prozent der Krebstodesfälle oder weniger verantwortlich. Diese Daten gelten für die USA und vergleichbare Nationen. In Ländern der Dritten Welt sind die Risikofaktoren etwas anders verteilt.

Die Ursache zu identifizieren ist weitaus schwieriger als bei Infektionskrankheiten: Nahezu immer kommen mehrere Faktoren zusammen, die sich gegenseitig beeinflussen. Zudem sind einzelne Menschen unterschiedlich anfällig. Vor allem aber erschwert die lange Latenzzeit der Krebsentstehung die Ursachenbestimmung.



(red)




Quellen:
K. Norpoth, H.-J. Woitowitz: Beruflich verursachte Tumoren, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 248-278
K.S. Zänker, N. Becker: Primäre Prävention, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 279-306


Aktualisiert am: 06.06.11 - 20:28



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