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Morbus Hodgkin, Hodgkin-Lymphom, Lymphogranulomatose

Wie ist die Behandlung dieser Erkrankung in Deutschland geregelt

Patienten bis zum 18. Lebensjahr werden auf die für die Altersgruppe 0 – 18 Jahre besonderen Bedürfnisse abgestimmte Therapieverfahren der Pädiatrischen Onkologie in einem Pädiatrisch-Onkologischen Zentrum behandelt. Falls Fragen zu dem nächstgelegenen Behandlungszentrum bestehen, können Sie sich an die GPOH-HD-Studienzentrale: Prof. Dr. D. Körholz, universitätskinderklinik Halle, Ernst Grube Strasse 40; Tel 0,345 557 2388 wenden oder über www.kinderkrebsinfo.de informieren.

Patienten über 18 Jahre sollten nach Protokollen der internistischen Onkologie behandelt werden. Ansprechpartner für diese patienten ist die German Hodgkin Study Group: Prof. Dr. Engert.

Allgemeine Fakten

Morbus Hodgkin, auch Hodgkin-Lymphom oder Lymphogranulomatose genannt, ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Sie ist nach dem englischen Arzt und Pathologen Thomas Hodgkin benannt, der die Krankheit im Jahre 1832 zum ersten Mal beschrieben hat.

Der Morbus Hodgkin gehört – zusammen mit der großen Gruppe der so genannten Non-Hodgkin-Lymphome – zu den malignen Lymphomen. Der Begriff „maligne Lymphome“ bedeutet übersetzt „bösartige Lymphknotengeschwulst“. Maligne Lymphome sind bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems, die als ein Hauptmerkmal Lymphknotenschwellungen (Lymphome) hervorrufen können. Die Unterscheidung zwischen Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphomen ist nur durch die feingewebliche Untersuchung von befallenem Gewebe möglich.

Da sich im gesamten Körper Lymphgewebe befindet, kann Morbus Hodgkin überall im Körper entstehen. Die Lymphknoten sind beim Hodgkin-Lymphom am häufigsten betroffen, aber auch andere Organe wie Lunge, Leber, Knochenmark und Milz können – vor allem in fortgeschrittenen Krankheitsstadien – befallen sein. Ohne Behandlung verläuft die Krankheit praktisch immer tödlich. Durch die heute zur Verfügung stehenden Behandlungsmaßnahmen können allerdings die meisten Patienten geheilt werden.

Morbus Hodgkin entsteht, wenn bestimmte Zellen des lymphatischen Gewebes, insbesondere die B-Lymphozyten, infolge von Veränderungen im Erbgut entarten ("Hodgkin-Zellen"). Beim Hodgkin-Lymphom lassen sich in befallenen Lymphknoten und Organen unter dem Mikroskop so genannte Reed-Sternberg-Riesenzellen nachweisen, die bei Non-Hodgkin-Lymphomen nicht vorkommen. Diese mehrkernigen Zellen entstehen durch Zusammenschluss mehrerer „Hodgkin-Zellen“.

Aufgrund ihres Erscheinungsbildes unter dem Mikroskop werden Hodgkin-Lymphome in vier Hauptformen unterteilt, die sich hinsichtlich der Häufigkeit, dem Krankheitsverlauf und der Heilungsaussichten unterscheiden:
  • lymphozytenreicher Typ (5-10 Prozent der Fälle)
  • nodulär-sklerosierender Typ (50-60 Prozent)
  • Mischtyp (30 Prozent)
  • lymphozytenarmer Typ (5-10 Prozent)

Häufigkeit
Morbus Hodgkin ist eine eher seltene Erkrankung. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts machen Hodgkin-Lymphome bei Männern und Frauen jeweils 0,4 Prozent aller Krebsneuerkrankungen aus. Im Jahr 2008 erkrankten in Deutschland rund 2.000 Personen daran. Zum Vergleich: An Brustkrebs erkranken in Deutschland jährlich mehr als 71.700 Frauen, an Dickdarmkrebs jeweils rund 35.300 Männer und 30.000 Frauen. Im Kindesalter ist diese Erkrankung noch seltener, es erkranken ca. 150 Kinder und Jugendliche jährlich in Deutschland an Morbus Hodgkin.

Das mittlere Erkrankungsalter bei Morbus Hodgkin liegt bei etwa 46 Jahren unter Männern und bei 41 Jahren unter Frauen. Auch Kinder können an einem Hodgkin-Lymphom erkranken. Hier liegt der Erkrankungsgipfel bei 14 Jahren.


(red)



Quellen:
[1] V. Diehl, A. Jostings, S. Schmitz: Hodgkin-Lymphom, in: Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien, Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.), W. Zuckschwerdt Verlag 2008
[2] Christine Mauz-Körholz et. al.: Procarbazine-Free OEPA-COPDAC Chemotherapy in Boys and Standard OPPA-COPP in Girls Have Comparable Effectiveness in Pediatric Hodgkin’s Lymphoma: The GPOH-HD-2002 Study, Journal of Clinical Oncology 28:3680-3686, August 2010
[3] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
[4] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2007/2008. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2012


Fachliche Beratung


Prof. Dr. Dieter Körholz,
Universitätsklinik und Poliklinik
für Kinder- und Jugendmedizin
Halle (Saale)


Prof. Dr. med. Christine Mauz-Körholz,
Studienzentrale der Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg




Aktualisiert am: 25.06.12 - 10:59



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