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Leberkrebs, hepatozelluläres Karzinom (HCC)

Leberkrebs (Leberkarzinom, Leberzellkrebs, Leberzellkarzinom, Hepatozelluläres Karzinom, HCC) ist eine bösartige Erkrankung der Zellen in der Leber. Er wird auch als "primärer" Leberkrebs bezeichnet, weil er seinen Ursprung in der Leber selbst hat. Die häufigste primäre Leberkrebsart ist der Leberzellkrebs (HCC). Im Gegensatz dazu entsteht "sekundärer" Leberkrebs, indem sich Tochtergeschwülste (Metastasen) von bösartigen Tumoren anderer Organe in der Leber ansiedeln (z.B. Darmkrebs oder Magenkrebs). Sekundäre Lebertumoren unterscheiden sich in ihrem Verlauf und ihrer Behandlung grundlegend von primären Lebertumoren. Im Folgenden wird nur der primäre Leberkrebs besprochen.

Häufigkeit

Leberkrebs galt bislang als eine relativ seltene Tumorerkrankung in Deutschland. Inzwischen sind aber jedes Jahr bis zu zehn von 100.000 Männern hierzulande betroffen. In Deutschland erkranken derzeit jährlich ca. 8400 Menschen (6000 Männer, 2400 Frauen) neu an dieser Krebsart (Stand 2012).

Weltweit ist der Leberkrebs (HCC) mit ca. 748 300 Neuerkrankungen pro Jahr der fünfthäufigste bösartige Tumor und die dritthäufigste tumorbedingte Todesursache (695 900 Todesfälle im Jahr 2008). In einigen Ländern Südostasiens und Afrikas ist Leberkrebs sogar der häufigste bösartige Tumor, d.h. von 100.000 Menschen leiden dort 35 bis 150 an dieser Krebsform.

Auch in Deutschland, anderen Ländern Europas und in den USA nimmt die Leberkrebs-Häufigkeit deutlich zu: In den letzten 30 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen sowohl bei Männern als auch bei Frauen verdoppelt. Diese Zunahme wird mit einer zunehmenden Zahl von Leberzirrhosepatienten, der hohen Rate von Hepatitis C-Neuinfektionen in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren, der zunehmend häufigeren Fettleibigkeit und von Typ2-Diabetes mellitus in Zusammenhang gebracht. Männer erkranken zwei- bis dreimal häufiger als Frauen an Leberkrebs.

Bislang wurden 7 von 10 Leberkrebserkrankungen erst in fortgeschrittenen Stadien festgestellt. Die Aussicht auf Heilung ist in diesen Fällen ungünstig. Heutzutage soll deshalb allen Patienten mit Leberzirrhose, Patienten mit chronischer Hepatitis B-Infektion oder Fettleberhepatitis eine Früherkennungsuntersuchung angeboten werden, sofern sie einer HCC-Therapie zugeführt werden können. Die Leber der genannten Risikogruppen soll mittels 6-monatiger Ultraschalluntersuchung überwacht werden. Entwickelt sich ein Leberkrebs, so wird er dadurch in einem frühen, d.h. behandelbarem Stadium erkannt. Dank der Überwachung nimmt in Deutschland der Anteil der früh erkannten Leberkrebse zu und der Anteil der fortgeschrittenen Stadien entsprechend ab. Durch die sonografische Früherkennung eines HCC erwächst ein signifikanter Überlebensvorteil ( 5-Jahresüberleben von ca. 50%). Ein signifikanter Überlebensvorteil durch eine alleinige Bestimmung des Tumormarkers AFP ist hingegen nicht belegt.

(red)



Quellen:
[1] G. Folprecht, S. Frick: Leberkarzinom, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 145-147
[2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
[3] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2007/2008. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2012




Fachliche Beratung
Prof. Dr. med. Hans Scherübl
Klinik für Innere Medizin - Gastroenterologie, Gastrointestinale Onkologie und Infektiologie
Vivantes Klinikum Am Urban
Berlin


Aktualisiert am: 06.01.14 - 11:47



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