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Gebärmutterhalskrebs, Zervixkarzinom - Früherkennung und Vorsorge

Warnzeichen wahrnehmen!

Die Vorstufen einer bösartigen Zellveränderung im Gebärmutterhals verursachen keine Beschwerden. Auch Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium macht sich nicht bemerkbar. Ist der Gebärmutterhalskrebs bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, können sich folgende Beschwerden einstellen:
  • Blutungen, zum Beispiel nach dem Geschlechtsverkehr
  • Blutungen nach Belastungen wie Rad fahren, Reiten oder hartem Stuhlgang.
Aber: Auch andere, harmlose Veränderungen am Muttermund oder in der Gebärmutter können solche Blutungen verursachen.
Wenn Sie diese Symptome bei sich feststellen, sollten Sie Ihre Frauenärztin oder -arzt bitten, die Ursache zu klären.

Was tut Ihr Arzt?

Keine andere Methode zur Krebsfrüherkennung ist so erfolgreich wie die beim Gebärmutterhalskrebs: Im Rahmen der gynäkologischen Früherkennung ab dem 20. Lebensjahr nimmt der Arzt im einjährigen Intervall einen Zellabstrich vom Gebärmutterhals und kann damit bereits im Vorstadium eine eventuell vorliegende Erkrankung erkennen und behandeln. Der Pap-Test ist ein wichtiger Bestandteil der jährlich empfohlenen Krebsfrüherkennungsuntersuchung.

Bei der Untersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl wird der gesamte Genitalbereich systematisch inspiziert und abgetastet. Hierzu wird zuerst der Scheideneingang auf Veränderungen abgesucht, dann Scheide und der Muttermund. Um Scheide und Muttermund untersuchen zu können, führt der Arzt zwei Spezialinstrumente (Spekula) ein. Nach der Entfaltung der Scheide mit dem Spekulum nimmt der Arzt mit einem Wattestäbchen, einem kleinen Spatel oder einer Bürste vom Muttermund etwas Zellmaterial ab. Das ist völlig schmerzlos. Die Zellen werden dann auf eine kleine Glasplatte aufgetragen. Diese wird in ein Speziallabor geschickt, wo das Aussehen der Zellen mikroskopisch untersucht wird.

Die Untersuchungen im Einzelnen

Körperliche Untersuchung (Tastuntersuchung)
Zunächst wird sich der Arzt ausführlich nach den Beschwerden und nach möglichen Risikofaktoren erkundigen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Über die Bauchdecke tastet er dabei den Gebärmutterkörper, über die Scheide den Gebärmutterhals bzw. den Muttermund und den Gebärmutterkörper auf mögliche Veränderungen ab (bimanuelle Palpation). Zusätzlich wird vom After aus das Gewebe um die Gebärmutter rum getastet. Der Arzt kann dadurch schon wichtige Hinweise über die Art und das Ausmaß der Erkrankung gewinnen.

Zellabstrich (Pap-Test)
Mit Hilfe eines Zellabstrichs von Muttermund und Gebärmutterhals können Krebszellen oder Vorstufen von Krebszellen frühzeitig erkannt werden. Mit einem speziellen Instrument, dem so genannten Spekulum, entfaltet der Arzt zunächst die Scheide. Auf diese Weise lässt sich der äußere Muttermund mit Hilfe eines kleinen Spiegels direkt einsehen. Anschließend entnimmt der Arzt mit einem Wattestäbchen, einem Spatel oder einer Bürste Zellmaterial von Muttermund und Gebärmutterhalskanal (Abstrich). Dieser Vorgang ist völlig schmerzlos.

Die gewonnenen Zellen werden auf eine kleine Glasplatte (Objektträger) aufgetragen und in einem Speziallabor unter dem Mikroskop auf Veränderungen untersucht. Treten Abweichungen vom normalen Zellbild auf, so wird der Arzt – je nach Befund – weitere Untersuchungen veranlassen.

Die Bezeichnung „Pap-Test“ geht auf die Ärzte und Anatomen G.N. Papanicolaou (1883-1962) und H. F. Traut (1894-1963) zurück, die diese spezielle Methode zur Beurteilung von Zellen in den USA entwickelten.

Um zur Tabelle mit den Papgruppen zu gelangen, klicken Sie bitte hier.

HPV-Test
Ein Großteil aller sexuell aktiven Frauen infiziert sich mindestens einmal im Leben mit dem humanen Papilloma Virus (HPV). Der überwiegende Teil dieser Infektionen heilt ohne Beschwerden oder bösartige Folgen wieder aus. Zudem sind die meisten HPV-Typen harmlos, nur ein geringer Teil von Ihnen wird in Zusammenhang mit der Entstehung bösartiger Tumoren gebracht. Für den Gebärmutterhalskrebs sind dies hauptsächlich HPV 16 und 18.

Der Tumor wird fast immer durch HPV hervorgerufen. Deshalb ist ein Test zum Nachweis von HPV in bestimmten Situationen (z.B. bei auffälligem Pap-Abstrich) sinnvoll. Das humane Papilloma-Virus kann mittels molekularbiologischer Untersuchungsmethoden in Zellen des Gebärmutterhalses nachgewiesen werden.

Studien haben gezeigt, dass ein negativer HPV-Test eine hochgradige Vorstufe oder Krebs zum Zeitpunkt der Untersuchung fast ausschließt. Ein positives Testergebnis ist jedoch noch kein Grund zur Beunruhigung: Höchstens zwei bis drei Prozent aller HPV-Infektionen führen nach Jahren letztendlich tatsächlich zum Gebärmutterhalskrebs.

Zur Abschätzung des aktuellen Krebsrisikos ist ein positives Testergebnis deswegen nicht ausreichend. Auf jeden Fall sollte eine zusätzliche Gewebeuntersuchung durchgeführt werden, um festzustellen, ob die Zellen am Gebärmutterhals verändert sind und in welchem Stadium sie sich befinden. Infos zur HPV Impfung

Lupenoptische Betrachtung des Gebärmuttermundes und der Scheide (Kolposkopie)
Mit Hilfe eines Gerätes, das wie ein Vergrößerungsglases (Kolposkop) funktioniert, kann der Arzt die Oberfläche von Muttermund und Scheide mit zehn- bis vierzigfacher Vergrößerung betrachten. Wie bei der Abstrichuntersuchung entfaltet der Arzt zunächst die Scheide mit Hilfe eines Spekulums. Um die Schleimhaut von Gebärmutterhals und Scheide genau begutachten zu können, werden die Bilder auf einen Monitor übertragen. Durch die Lupenoptik kann der Arzt auch sehr kleine Veränderungen erkennen und diese als gut- oder bösartig einstufen.

Die Zelluntersuchung (Zytologie) und die lupenoptische Betrachtung (Kolposkopie) des Gebärmutterhalses ermöglichen in über 90 Prozent aller Fälle eine korrekte Identifizierung von Veränderungen.

Gutartige Muttermundveränderungen (Ektopie), Ansicht von der Scheide mittels Lupenvergrößerung (Kolposkopie) Muttermundkrebs(Zervixkarzinom)- von der Scheide aus gesehen mittels Lupenvergrößerung (Kolposkopie)
Copyright: Prof. Beckmann,
Gynäkologisches Krebszentrum Franken,
Universität-Frauenklinik Erlangen

HPV-Impfung: Gezielt vorbeugen

Damit es erst gar nicht zum Gebärmutterhalskrebs kommt, empfiehlt die ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) die generelle Impfung aller Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren (bis zum 18. Geburtstag) gegen humane Papillomviren (Typen 16, 18). Mit Hilfe der im Impfstoff enthaltenen virusähnlichen Partikel wird das Immunsystem der Patienten aktiviert und dadurch ein Schutz aufgebaut. weitere Informationen zur HPV-Impfung

(red)



Quellen:
Kommission Uterus d. AGO e.V. (Hrsg.): Interdisziplinäre S2k-Leitlinie für die Diagnostik und Therapie des Zervixkarzinoms, in: Leitlinien zum Zervixkarzinom, zum Endometriumkarzinom und zu den Trophoblasttumoren, W. Zuckschwerdt Verlag 2008, S. 1-72
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006


Fachliche Beratung
Prof. Dr. Matthias W. Beckmann Universitätsfrauenklinik Erlangen Dr. Martin Koch
Universitätsfrauenklinik Erlangen
Dr. Grit Mehlhorn, Universitätsfrauenklinik Erlangen




Aktualisiert am: 24.10.11 - 12:26



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