DGHO 2012
Jahreskongresses 2012 der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO)
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Expertenrunde MDS, AML, CML
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DGHO 2012 – Therapeutische Fortschritte bei MDS, AML, CML
Prof. Dietger Niederwieser und PD Dr. Aristoteles Giagounidis diskutieren aktuelle Entwicklungen bei verschiedenen hämatologischen Tumoren. Interessante Themen sind z.B. die regelmäßige Genomsequenzierung bei MDS oder AML, die zukünftig zum Therapiemonitoring genutzt werden könnte, sowie der Einsatzbereich von Azacitidin bei diesen beiden Entitäten. Im Zusammenhang mit AML diskutieren die Experten des Weiteren die Indikation zur Stammzelltransplantation sowie therapeutische Strategien für ältere Patienten. Bei MDS sind zudem chemotherapiefreie Regime im Gespräch. Patienten mit Myeloproliferativen Neoplasien profitieren von der Zulassung des JAK2-Inhibitors Ruxolitinib, der Studien die Lebensqualität deutlich verbessern kann. Das Thema Remissionstiefe und Langzeitmedikation bei CML beschließt die Diskussionsrunde.
Teilnehmer der Diskussionsrunde sind:
- PD Dr. Aristoteles Giagounidis, Düsseldorf
- Prof. Dietger Niederwieser, Leipzig
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Expertenrunde Multiples Myelom, Lymphome
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DGHO 2012 – Neue Entwicklungen in der Diagnostik und Therapie des multiplen Myeloms und der Lymphome
Prof. Monika Engelhardt, Prof. Orhan Sezer und Prof. Martin Gramatzki nehmen Stellung zu den aktuellen Entwicklungen in Diagnostik und Therapie beim multiplen Myelom (MM). Sie erläutern neue, schnellere und spezifischere Diagnosemethoden für das MM und ordnen den Stellenwert des Pariser Schemas ein. Des Weiteren wird die Erweiterung der Prognosefaktoren um zytogenetische Veränderungen vorgestellt sowie der aktuelle First-Line-Standard diskutiert und Ausblick auf neue Therapieoptionen gegeben.
Prof. Martin Dreyling erläutert neue Therapiedaten für das diffuse großzellige Lymphom sowie die Bedeutung des Serumspiegels von Rituximab im Zusammenhang mit einer Erhaltungstherapie sowie die Unfolder-Studie für das B-Zell-Lymphom.
Teilnehmer der Diskussionsrunde sind:
- Prof. Monika Engelhardt, Freiburg
- Prof. Orhan Sezer, Hamburg
- Prof. Martin Gramatzki, Kiel
- Prof. Martin Dreyling, München
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Experteninterviews
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Individualisierung der therapeutischen Strategien beim Multiplen Myelom
Prof. Hartmut Goldschmidt, Heidelberg, geht im Interview auf den aktuellen Stand beim Multiplen Myeloms ein. Nach derzeitigen Erkenntnissen, so der Experte, müsse man von einer Unterteilung der Erkrankung in mindestens 3-5 prognostisch unterschiedliche Subtypen ausgehen, die differenzierte Behandlungsstrategien erfordern. So werde z.B. international ein Risikoscore erarbeitet, der Anhaltspunkte für den Therapiebeginn bei asymptomatischer Erkrankung geben soll. Aktuelle Studien zu Thalidomid, Lenalidomid und Bortezomib sprechen für den Einsatz dieser Substanzen bereits in der Primärtherapie, um frühzeitig eine möglichst tiefe Remission zu erzielen. Weitere Themen umfassen den Stellenwert von Lenalidomid in der Erhaltungstherapie, die Datenlage beim Rezidiv und einen Ausblick auf neue therapeutische Möglichkeiten inklusive Antikörper.
Faszinierende Fortschritte in der Erforschung und Therapie der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL)
Zahlreiche neue Erkenntnisse in der Genese der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL) sowie die Entwicklung von etlichen sehr aussichtsreichen Medikamenten werden die Therapie der CLL derart verändern, dass in 5 bis 10 Jahren vermutlich eine erfolgreiche Krankheitskontrolle bzw. Langzeitremissionen erzielt werden können. Prof. Dr. Michael Hallek, Köln, bezeichnet daher auf dem DGHO 2012 die CLL als die spannendste Erkrankung in der Forschung überhaupt.
Fortschritte in Diagnostik und Therapie bei der akuten myeloischen Leukämie
Bei der akuten myeloischen Leukämie (AML) konnten nach den Ausführungen von Professor Dr. Dr. Dietger Niederwieser, Leipzig, in letzter Zeit enorme Fortschritte erzielt werden. Eine wichtige Voraussetzung ist die rasante technische Entwicklung, durch die sich das Genom heute innerhalb weniger Tage sequenzieren lässt. Hiervon erwartet sich Niederwieser künftig Hinweise auf neue Marker für die Prognose und die Therapiekontrolle sowie neue Therapieansätze. Wie er fortführte, stehen inzwischen zudem insbesondere für ältere AML-Patienten mehr Behandlungsoptionen zur Verfügung, etwa epigenetische Medikamente wie Azacitidin. Darüber hinaus werden derzeit mehrere neue Substanzen bei AML überprüft, beispielsweise JAK2-Inhibitoren.
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Therapie des medullären Schilddrüsenkarzinoms mit oralem TKI
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Erstmals effektive systemische Therapie möglich
Patienten mit einem aggressiven und symptomatischen medullären Schilddrüsenkarzinom (MTC), das lokal fortgeschritten oder metastasiert und nicht resektabel ist, können von einer Therapie mit Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI) profitieren. In einer Studie (ZETA) ergab sich für einen oralen TKI gegenüber Plazebo ein signifikanter Vorteil beim progressionsfreien Überleben, wie auf einer Veranstaltung im Rahmen des DGHO 2012 berichtet wurde. Damit steht erstmals eine effektive systemische Therapie des fortgeschrittenen MTC zur Verfügung. (2369605/13)
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Subgruppen scheinen von einer Konsolidierung mit Vinorelbin/Cisplatin nach Radiochemotherapie beim NSCLC zu profitieren.
Die auf dem DGHO vorgestellte GILT-Studie verglich eine sich an die simultane Radiochemotherapie anschließenden Konsolidierung mit einer rein supportiven Behandlung beim inoperablen NSCLC Stadium III. Patienten mit Plattenepithelkarzinom und Patienten im Stadium IIIB scheinen von der Konsolidierungstherapie zu profitieren.
REASON -Studie: Jeder zehnte NSCLC-Patient trägt eine EGFR-Mutation
Obwohl der Nutzen einer TKI-Therapie bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC und EGFR-Mutation nachgewiesen ist, bekommt ein Großteil der EGFR-mutationspositiven Patienten nicht diese für sie im Vergleich zur Chemotherapie wirksamere Behandlung. Dies zeigen neue, auf dem DGHO 2012 vorgestellte Daten der REASON-Studie.
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Expertenkommentar Dr. Alexander Burchardt
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Monoklonaler CD20-Antikörper Ofatumumab ist eine wirksame Therapieoption für doppelt refraktäre CLL-Patienten
Für die Therapie von Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL), die auf Fludarabin und Alemtuzumab refraktär sind, ist seit 2010 Ofatumumab zugelassen. Damit steht für dieses schwierig zu behandelnde Patientenkollektiv eine effektive und verträgliche Therapieoption zur Verfügung. Um die optimale Wirksamkeit auch im Praxisalltag zu erzielen, sei es wichtig, das Therapieregime von Ofatumumab zu beachten, so die Zusammenfassung von Dr. Alexander Burchardt, Giessen, der auf dem DGHO 2012 diskutierten Erfahrungen zu Ofatumumab bei CLL-Patienten.
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Metastasiertes kolorektales Karzinom (mCRC)
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2/3 der Patienten mit KRAS-Wildtyp profitieren von einer frühen Tumorschrumpfung und verlängertem Gesamtüberleben unter Cetuximab+FOLFIRI
Bei mCRC-Patienten mit nicht-mutiertem KRAS-Gen (KRAS-Wildtyp) sollte Cetuximab zur First-Line-Chemotherapie kombiniert werden, waren sich die Experten auf einem Satelliten-Symposium anlässlich des diesjährigen Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) einig. Es konnte gezeigt werden, dass der Antikörper in Kombination mit FOLFIRI für mCRC-Patienten mit KRAS-Wildtyp das Gesamtüberleben auf 30 Monate verlängern kann. Dabei kommt der frühen Tumorschrumpfung eine besondere Bedeutung zu
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Gastrointestinale Tumoren
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mCRC: Frühes Ansprechen auf Panitumumab begünstigt R0-Resektionen
In der Erstlinientherapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms führt die Behandlung mit dem EGFR-Inhibitor Panitumumab in Kombination mit FOLFOX bei Patienten mit KRAS-Wildtyp zum bislang längsten nummerischen Gesamtüberleben und einer signifikanten Verlängerung des PFS gegenüber dem Standard FOLFOX. Aktuelle Auswertungen der PRIME-Studie belegten nun darüber hinaus ein erhöhtes frühes Ansprechen bei Patienten, deren Erkrankung auf die Leber beschränkt ist. Dieses ist verknüpft mit einer hohen R0-Resektionsrate, was die Chance auf Heilung für diese Patienten erhöhen kann.
Intra- und extrazelluläre Resistenzmechanismen gegen EGFR-Antikörper
BCL-XL als molekularer Mechanismus einer RAS-vermittelten Resistenz gegen Anti-EGFR-Antikörper und deren Überwindung durch den spezifischen Inhibitor Bortezomib sowie Mutationen des Panitumumab-bindenden Epitops als Ursache einer Antikörper-Resistenz waren Gegenstand zweier auf dem DGHO 2012 präsentierter Studien.
Regorafenib als Drittlinientherapie bei GIST effektiv – GRID-Studie
Die Behandlungsoptionen von gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) sind sehr limitiert, wenn sich eine Resistenz gegenüber den Standardtherapien Imatinib und Sunitinib entwickelt hat. Der orale Multikinaseinhibitor Regorafenib führte in einer Phase-III-Studie bei Patienten mit fortgeschrittenen GIST nach Versagen von Imatinib und Sunitinib zu einer signifikanten Verbesserung der Krankheitskontrolle und des progressionsfreien Überlebens (PFS). Damit könnte der Multikinaseinhibitor zum neuen Standard für intensiv vorbehandelte, progrediente Patienten werden, für die es derzeit keine zugelassene Therapieoption gibt.
Ältere Patienten mit ösophagogastralem Karzinom profitieren vom FLOT-Regime
In den letzten Jahren werden zunehmend auch ältere Patienten in Studien zu perioperativen Therapiekonzepten eingeschlossen. Die Frage des optimalen Chemotherapie-Regimes ist für diese Patienten allerdings noch nicht geklärt. Eine auf dem DGHO 2012 in Stuttgart vorgestellte Studie der AIO zum ösophagogastralen Adenokarzinom zeigte, dass für fitte ältere Patienten auch eine Taxan-haltige Dreierkombination eine mögliche Vorgehensweise darstellen kann.
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Bortezomib: Neu zugelassene subkutane Applikation bietet bewährte Wirksamkeit bei besserer Verträglichkeit versus i.v.
Bortezomib verlängerte in klinischen Studien sowohl die progressionsfreie als auch die Gesamtüberlebenszeit in der Primär- und Rezidivtherapie des multiplen Myeloms. Der Proteasom-Inhibitor zeigte nun in einer Phase-III-Studie, dass er ohne Einbußen in der Wirksamkeit bei subkutaner Gabe besser verträglich ist als die herkömmliche intravenöse Applikation
Multiples Myelom: Lenalidomid-Kombination gut verträglich in der Rezidivtherapie
In der Behandlung des fortgeschrittenen Multiplen Myeloms hat sich die kombinierte Therapie mit Lenalidomid, Bendamustin und Prednisolon als durchführbar und unter hämatologischen Gesichtspunkten gut verträglich erwiesen.
Immuntoxin zeigt präklinisch Wirksamkeit beim Multiplen Myelom
Der HM1.24-spezifische konjugierte Antikörper HM1.24-ETA führte in vitro und im Mausversuch zu einer effizienten Abtötung von malignen Plasmazellen. Somit erscheint das Antigen HM1.24 vielversprechend als Zielstruktur für eine Immuntherapie bei Patienten mit Multiplem Myelom.
Multiples Myelom: Präklinisch erstmals Überwindung der Resistenz gegen Proteasom-Inhibitoren
Mithilfe des neuen Agens PR671 gelang es einer internationalen Forschergruppe, verschiedene Bortezomib- bzw. Carfilzomib-resistente Zellkulturen in vitro für die Behandlung mit einer der beiden Substanzen erneut zu sensibilisieren.
DLBCL: Neue Daten zu Rituximab favorisieren Männer
Bei älteren Patienten mit diffus grosszelligen B-Zell-Lymphomen (DLBCL) und ungünstiger Prognose werden mit dem auf pharmakokinetischen Überlegungen basierten SMARTE-R-Applikationsschema von Rituximab bessere Ergebnisse erzielt. Allerdings scheinen speziell Männer davon profitieren, wie eine aktuelle Subgruppenanalyse der SMARTE-R-CHOP-14-Studie zeigt, die auf dem DGHO 2012 in Stuttgart präsentiert wurde. Neue Daten gab es auch zur Erhaltungstherapie mit Rituximab bei DLBCL, die wiederum nur bei Männern einen Nutzen erzielte.
Anthrazyklin-basierte Therapie in älteren DLBCL-Patienten
Diffus großzellige B-Zell-Lymphome (DLBCL) sind eine Erkrankung des Alters. Zudem führen die mit zunehmendem Alter häufigeren und schwereren Komorbiditäten dazu, dass die Standardtherapie mit R-CHOP oft nicht angewendet werden kann, v.a. aufgrund der Anthrazyklin-assoziierten kardialen Toxizität. Hier bietet sich Rituximab plus dosisreduzierte Chemotherapie (R-mini-CHOP) als effektive Alternative an [1]. Dass die Therapie mit Standard-R-CHOP auch bei sehr alten DLBCL-Patienten (> 80 Jahre) anwendbar ist und zu langanhaltenden Remissionen führt, zeigte nun eine Studie von Melchardt et al., die auf dem DGHO 2012 präsentiert wurde [2].
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Eribulin auf dem Weg nach vorn
Nachdem Eribulin eine vielversprechende Effektivität beim stark vorbehandelten metastasierten Mammakarzinom gezeigt hat, wird der Mikrotubuli-Inhibitor nun auch in der Erstlinientherapie untersucht. Auf dem DGHO 2012 wurde dazu eine Studie in Kombination mit Trastuzumab vorgestellt.
Kaum noch erreichbar: Gesamtüberleben als Endpunkt
Der Endpunkt Gesamtüberleben wird von vielen, nicht mit der untersuchten Therapie im Zusammenhang stehenden Faktoren beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn das Überlebensintervall nach Progression immer weiter verlängert wird.
Management von metastasiertem Brustkrebs in Deutschland
Eine auf dem DGHO 2012 vorgestellte Beobachtungsstudie gibt einen Einblick in das Management von metastasiertem Brustkrebs in einem Real-life-Setting. Es zeigte sich unter anderen, dass die Therapieentscheidung in Deutschland wesentlich vom Alter und klinischen Eigenschaften der Patientin beeinflusst wird.
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Aktualisiert am: 21.02.13 - 17:48
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Mitgliederzeitschrift der DKG. Im Fokus: Leitlinien in der Onkologie: Wegweiser im Labyrinth der Therapieoptionen.
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