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Gesundheitsgefahren durch Alkohol
Vom Konsum von Alkohol wie auch von Nikotin ist besonders während der Schwangerschaft unbedingt abzuraten.
Die Gesundheitsgefahren durch Alkohol sind vielfältig: Regelmäßiger Konsum greift Leber und Bauchspeicheldrüse an und kann das Nervensystem schädigen. Das Ungeborene ist durch Alkohol besonders gefährdet: Jedes Jahr kommen in Deutschland mehr als 2000 Babys zur welt, die an einem fetalen Alkoholsyndrom leiden.
Schwangerschaft
In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts beschrieben Kinderärzte zum erstenmal ein Krankheitsbild, das vorher nie aufgefallen war. Die Kinder hatten ein typisches Aussehen mit schräg nach unten verlaufenden Augenlidspalten, breitem Nasenrücken, großem Abstand zwischen Mund und Nase, sehr schmalem Lippenrot und tief angesetzten Ohren. Außerdem waren sie oft sehr unruhig und geistig behindert bzw. wiesen eine deutlich verminderte Intelligenz auf, hinzu kamen Fehlbildungen an inneren Organen wie z.B. Herzfehler. Es waren Kinder von Alkoholikerinnen, die in der Schwangerschaft täglich große Mengen Alkohol zu sich genommen hatten. Die Krankheit erhielt den Namen "Fetales Alkoholsyndrom". Jährlich kommen in Deutschland etwa 2 200 Babys mit dem fetalen Alkoholsyndrom auf die Welt.
Was aber bedeuten diese Erkenntnisse für nicht alkoholkranke Schwangere? Ist jeder Alkoholgenuss in der Schwangerschaft schädlich für das Baby, auch ein Gläschen Sekt an Silvester?
Sicher ist: Alkohol geht durch den Mutterkuchen (Plazenta) auf das ungeborene Baby über und kann dort Schäden anrichten. Eine sichere "Untergrenze", wie viel Alkohol gerade noch unschädlich ist, gibt es nicht. Daher raten Mediziner schwangeren Frauen heute, vorsichtshalber gar keinen Alkohol zu trinken – kein Bier, keinen Wein, keinen Sekt und erst recht keine Getränke mit hochprozentigen Spirituosen.
Auf wohlschmeckende Drinks braucht dennoch niemand zu verzichten, so gibt es etwa Cocktails oft auch als "Virgin"-Variante ohne Alkohol. Eine Frau, die gelegentlich ein Glas Alkohol getrunken hat, bevor sie von ihrer Schwangerschaft wusste, braucht sich normalerweise keine Sorgen zu machen. Sie sollte jedoch bis zur Geburt auf Alkohol verzichten. Frauen, die sich ein Kind wünschen, sollten am besten schon in der "Planungsphase" keinen Alkohol mehr zu sich nehmen.
Durch Alkohol verursachte Erkrankungen
Alkohol ist ein Gift und schädigt menschliche Körperzellen. Dabei lassen sich kurzfristige (akute) Wirkungen unterscheiden von langfristigen (chronischen) Erkrankungen, die nach längerem übermäßigem Alkoholkonsum auftreten können.
Akute Wirkungen betreffen meist das Nervensystem. Alkohol macht in kleinen Mengen munter und baut Hemmungen ab, in größeren beeinflusst er den Gleichgewichtssinn, das Sehen und die Muskelkontrolle und macht eventuell aggressiv, in noch größeren wirkt er schließlich betäubend und kann zu Erinnerungslücken führen. Diese akuten Wirkungen verschwinden, wenn der Alkohol aus dem Blut abgebaut ist.
Anders sieht es mit Menschen aus, die ständig Alkohol zu sich nehmen – hier schädigt der Alkohol irreversibel verschiedene Organe des Körpers.
Leber und Verdauungstrakt
Am bekanntesten ist die Wirkung des Alkohols auf die Leber. Diese ist das große Entgiftungsorgan unseres Körpers und baut auch den Alkohol ab. Bei ständiger Alkoholzufuhr vergrößert sie sich zunächst - das Stadium der sogenannten "Fettleber". Bei immer weiter andauernder Überlastung sterben die Leberzellen schließlich ab, die Leber vernarbt, schrumpft und wird hart. Dies bezeichnen Mediziner als "Zirrhose".
Die zirrhotische Leber kann weder ihre Entgiftungsfunktion noch ihre sonstigen Aufgaben wie die Bildung von bestimmten lebensnotwendigen Eiweißstoffen erfüllen.
Schon 40-60 Gramm reiner Alkohol pro Tag reichen bei Männern aus, um die Leber zu schädigen. Frauen reagieren noch wesentlich empfindlicher, ihre Leber ist schon bei 20-30 Gramm Alkohol am Tag gefährdet – also bei einem Viertelliter Wein.Auch die Bauchspeicheldrüse gehört zu den Organen, die auf Alkohol reagieren. Akute und chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse sind bei Alkoholikern deutlich häufiger als normal. Auf dem Boden einer chronischen Entzündung kann sich dann auch ein Krebs der Bauchspeicheldrüse entwickeln.
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| Gewebequerschnitt durch eine gesunde Leber |
Gewebequerschnitt durch eine durch Alkohol geschädigte Leber |
Gehirn und Nervensystem
Andere langfristige Alkoholwirkungen betreffen das Gehirn und das Nervensystem. Alkoholiker leiden oft unter Vitaminmangel, da sie sich meist nicht gesund ernähren. Ein Mangel an Vitamin B1 kann zur sogenannten Wernicke-Enzephalopathie führen, einer Nervenerkrankung, die mit Augenbewegungsstörungen, unsicherem Gang und Desorientiertheit einhergeht – auch dann, wenn der Betreffende gerade nicht unter Alkoholeinfluss steht. Im Rahmen dieser Erkrankung treten zusätzlich akute "Krisen" auf, das sogenannte Korsakow-Syndrom mit Beeinträchtigung des Gedächtnisses.
Das "Delirium Tremens" schließlich kann bei chronischem Alkoholmissbrauch innerhalb von Tagen nach einem Alkoholexzess oder bei plötzlichem Entzug auftreten. Es äußert sich in Zittern, Herzklopfen und Schweißausbrüchen, Halluzinationen (z.B. kleine Tiere), Orientierungs- und Bewusstseinsstörungen. Etwa 10 Prozent der Erkrankten leiden zusätzlich unter epileptischen Anfällen. Unbehandelt sterben etwa 20 Prozent der Patienten mit Delirium tremens, daher gehört ein solcher Patient sofort in ärztliche Behandlung, möglichst auf die Intensivstation.
Herz und Kreislauf
Wer mäßig Alkohol trinkt, tut seinem Herzen einen Gefallen: Bereits ein Glas eines alkoholhaltigen Getränks pro Woche kann das Risiko für Herzinfarkte und eine bestimmte Form des Schlaganfalls senken. Allerdings können Mengen wie etwa zwei Gläser pro Tag, die für das Herz noch positiv sind, schon das Krebsrisiko erhöhen.
Menschen mit hohem Alkoholkonsum wiederum schädigen ihren Herzmuskel direkt. Man schätzt, dass zwischen 40 und 60 Prozent der sogenannten dilatativen Kardiomyopathien durch Alkoholmissbrauch hervorgerufen sind. Dies ist eine Erkrankung, bei der der Herzmuskel erschlafft und nicht mehr richtig arbeiten kann.
Alkohol und Tabak – ein sicherer Weg zu ernsthaften Krankheiten
"Wenn es in Casablanca Dezember 1941 ist, wie spät ist es dann in New York?"
(Rick Blaine)
Seine vielleicht berühmteste Rolle war die eines Barbesitzers. Sonst spielte er Gangster und Detektive, manchmal auch einen trinkfesten Seemann oder Kapitän. Immer verkörperte er den Prototyp des "harten Mannes"; im Film wie im täglichen Leben rauchte er viel und trank große Mengen Alkohol. Im Januar 1957 starb er an Speiseröhrenkrebs, kurz nach seinem 57. Geburtstag. Humphrey Bogart ist ein typisches Beispiel für die Krebserkrankungen, die bei starkem Alkoholkonsum und gleichzeitigem Rauchen drohen.
Bei Menschen, die viel Alkohol trinken und zusätzlich rauchen, erhöht sich das Risiko für Speiseröhrenkrebs auf das 100-fache.
Hoher Alkoholkonsum erhöht außerdem das bei Rauchern ohnehin hohe Risiko für Herzinfarkte: denn ab etwa einem Glas am Tag steigert Alkohol den Blutdruck, der einen wichtigen Risikofaktor für Herzinfarkte darstellt. Rauchen und zusätzlich reichlich Alkohol "zum Schutz vor Herzinfarkten" trinken funktioniert also nicht.
Alkohol und Ernährung
Alkoholische Getränke tragen beträchtlich zu unserem Kalorienkonto bei. Ein Gramm reiner Alkohol enthält 7 Kalorien (Kcal). Zum Vergleich: Ein Gramm Fett hat 9 Kcal, ein Gramm Eiweiß oder Kohlenhydrate je 4 Kcal. Ein großes Bier (0,5 l) enthält 250 Kalorien, ein Glas Wein von 0,2 l etwa 140 Kalorien und ein Whisky von 4 cl (bzw. Weinbrand, Korn oder andere hochprozentige Spirituosen) etwa 100 Kalorien. Zwei große Bier zum Essen liefern also so viele Kalorien wie fünf Scheiben Brot, 100 Gramm Salami oder 2 ½ Kilo Tomaten.
Wer Gewicht abnehmen möchte, sollte den Alkohol ganz weglassen und statt dessen auf kalorienfreie Getränke wie Mineralwasser oder Früchtetee umsteigen. Schon alkoholfreies Bier zeigt sich deutlich schlanker: 100 ml haben etwa 18 Kalorien, ein großes alkoholfreies Bier also weniger als 100.
Je mehr Alkohol jemand trinkt, desto größer wird der Anteil des Alkohols an seinem Kalorienkonto. Alkoholiker decken einen Großteil ihres Kalorienbedarfs über Alkohol und vernachlässigen die Ernährung. Vitaminmangel ist oft die Folge, dies kann die Auswirkungen des Alkohols auf das Gehirn noch verschlimmern.
Aktualisiert am: 05.06.11 - 13:48