Die
Operation bildet den ersten therapeutischen Schritt. Sie führt in der Regel zu einer Entlastung und Besserung möglicher vorliegender Symptome. Aufgrund der Seltenheit der Tumoren können keine eindeutigen Therapieempfehlungen abgegeben werden.
Die Lage des Tumors, das Ausmaß der Tumorentfernung, das Alter und der Zustand des Patienten sowie die feingewebliche Einordnung fließen in die therapeutische Entscheidung ein. Erfahrungen bei Tumoren im Kindesalter sollten berücksichtigt werden.
Bei Plexuspapillomen erfolgt nach kompletter Tumorentfernung keine weitere Therapie. Bei unvollständiger Resektion kann eine lokale
Strahlentherapie erwogen werden. Bei anaplastischen Tumoren oder Karzinomen sollte eine postoperative Strahlentherapie durchgeführt werden. Aufgrund der Ausbreitungstendenz über die Hirnwasserwege erfasst die Strahlentherapie Hirn und Spinalkanal, gefolgt von einer Aufsättigung der Tumorregion. Die therapeutische Entscheidung sollte in enger Zusammenarbeit zwischen dem Neurochirurgen und dem Strahlentherapeuten erfolgen.
Die Frage einer zusätzlichen
Chemotherapie ist offen. Die derzeitigen Erfahrungen im Kindesalter legen eine Wirkung vorwiegend bei den anaplastischen Tumoren und Karzinomen nahe.
Nach kompletter Entfernung gutartiger Plexuspapillome sind Rückfälle selten. Erfolgt bei aggressiveren Tumoren die postoperative Strahlentherapie, kann mit einer ca. 70%igen rückfallfreien Überlebensrate gerechnet werden.
Die Rolle der Chemotherapie ist unklar und unterliegt derzeit einer prospektiven Studie im Kindesalter. Für das Erwachsenenalter existieren keine verlässlichen Daten.
Quellen:
Tonn Jörg-Christian et al: Oncology of CNS Tumors, Springer Verlag 2010
Quelle und Copyright: Neuroonkologische Arbeitsgemeinschaft (NOA)
Link zur NOA: www.neuroonkologie.de