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Abamaciclib verringert Rezidivrisiko von Patienten mit frühem nodal-positivem HR+ HER2- Brustkrebs

Eine neue Analyse der monarchE-Studie bestätigt die bisher publizierten Zwischenergebnisse: Der CDK4/6-Inhibitor Abemaciclib verringert bei Patienten mit frühem nodal-positivem HR+ HER2- Mammakarzinom das Risiko für Lokalrezidive und Fernmetastasen.

Der CDK4/6-Inhibitor Abemaciclib ist zugelassen für die Behandlung von Frauen mit HR+, HER2- lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs in Kombination mit einer endokrinen Therapie. In der monarchE-Studie wird die Substanz bei Patientinnen mit nodal-positivem, HR+ HER2- frühem Hochrisiko-Mammakarzinom untersucht (https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/kongresse/esmo/cdk4-6-inhibitor-beim-fruehem-hr-her2-brustkrebs.html). Dazu randomisierten die Autoren Patienten aus zwei Kohorten 1:1 zu Abemaciclib und einer endokrinen Therapie oder einer alleinigen endokrinen Therapie. Primärer Endpunkt war das invasive krankheitsfreie Überleben (IDFS).

In der zweiten Interim-Analyse nach 323 IDFS-Ereignissen wurde der primäre Endpunkt bereits erreicht: Patienten des Prüfarms hatten ein besseres IDFS als Teilnehmer der Kontrolle (HR 0,747; p = 0,0096). Auf dem SABCS 2020 präsentierten die Autoren die Ergebnisse der IDFS-Analyse, die nach 390 Ereignissen geplant war. Nach einem medianen Follow-up von 19,1 Monaten hatten 25,5% der Studienteilnehmer die zweijährige Therapie abgeschlossen.

Risikoreduktion um rund 30 Prozent

Die Autoren beobachteten eine signifikante und klinisch bedeutsame Verbesserung des IDFS. Die IDFS-Raten nach zwei Jahren waren mit 92,3% vs. 89,3% in der Abemaciclib-Gruppe höher. Das Risiko, ein IDFS-Ereignis zu erleiden, verringerte sich mit dem CDK4/6-Inhibitor um 28,7%. Der Vorteil bestand für alle analysierten Subgruppen, z.B. Menopausen-Status, Alter, Tumorstadium und Tumorgröße. Auch Teilnehmer mit hohem Ki-67 (≥ 20%) schienen zu profitieren. So betrug die Hazard Ratio für Abemaciclib vs. Kontrolle 0,691 (p = 0,0111), das Risiko für ein IDFS-Ereignis reduzierte sich damit um 30,9%.

Das fernmetastasenfreie Überleben (DRFS) verbesserte sich ebenfalls unter Abemaciclib-Therapie, mit einer Risikoreduktion für ein Ereignis von 31,3% (HR 0,687; p = 0,0009). Die DFRS-Raten für Abemaciclib vs. alleiniger endokriner Therapie betrugen 93,8% vs. 90,8%.

Neue Sicherheitsrisiken traten keine auf. Das Nebenwirkungsprofil war ähnlich wie das von Abemacilib. Am häufigsten litten die Patienten unter Diarrhö (alle Grade: 82,6%), Neutropenien (45,2%) und Fatigue (39,2%). Unter den Nebenwirkungen vom Grad 3 kamen Neutropenien am häufigsten vor (18,5%). Mit 27,7% vs. 14,6% brachen mehr Teilnehmer des Prüfarms die Therapie ab. 17,2% vs. 0,8% beendeten die Behandlung vorzeitig aufgrund von Nebenwirkungen.

Fazit

In der vorliegenden neuen Analyse der monarchE-Studie profitierten die Studienteilnehmer weiterhin von der Therapie mit Abemaciclib. Das Risiko für Lokalrezidive und Fernmetastasen wurde mit der Kombinationstherapie signifikant gesenkt. Auch in Patienten mit hoher Ki-67-Expression war der Vorteil zu beobachten. Laut der Autoren ist die Substanz damit der erste CDK4/6-Inhibitor, der in Kombination mit einer endokrinen Therapie eine Wirksamkeit bei Patienten mit nodal-positivem, HR+ HER2- frühem Brustkrebs mit hohem Risiko zeigt.

In Zusammenarbeit mit Prof. Michael Lux (Paderborn)

Quelle:

O’Shaughnessy J et al. Primary Outcome Analysis of Invasive Disease-freeSurvival for monarchE: Abemaciclib Combined with Adjuvant Endocrine Therapy for High Risk Early Breast Cancer. San Antonio Breast Cancer Symposium 2020; Abstract GS1-01

(ms)

 

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Letzte inhaltliche Aktualisierung am 14.01.2021

Zuletzt aufgerufen am: 26.01.2021 17:55