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Mit Achtsamkeit und Edukation Depressionen bei jungen Krebs-Überlebenden verringern

Achtsamkeits- und Edukationsprogramme können depressive Symptome bei jungen Brustkrebs-Überlebenden verringern. Das Achtsamkeitsprogramm hat zudem einen positiven Einfluss auf Fatigue, Hitzewallungen und Schlafqualität.

Etwa 20% der Frauen mit Brustkrebs sind jünger als 50 Jahre. Depressionen und deren Symptome sind in dieser Patientinnen-Population eine häufige Begleiterkrankung, die mit einer signifikant verminderten Lebensqualität einhergeht. Verschiedene Interventionen können die Lebensqualität verbessern. Der Effekt zweier solcher Interventionen – Achtsamkeitspraktiken (Mindfulness Awareness Practices, MAPS) und Survivorship-Edukation (SE) -  wurden in der Pathways to Wellness (PTW)-Studie untersucht. Die Patientinnen absolvierten die Programme jeweils einmal pro Woche für zwei Stunden für insgesamt sechs Wochen. Eingeschlossene Teilnehmerinnen waren 50 Jahre oder jünger. Sie hatten die Brustkrebs-Therapie zum Zeitpunkt der Studie bereits abgeschlossen und sie wiesen mindestens leichte depressive Symptome auf.

Sechswöchige Interventionsprogramme mit anschließender Bewertung

Das MAPS beinhaltete u.a. die Themen:

-     Was ist Achtsamkeit?

-     Zuhören, Embodiment, Hindernisse

-     Der Umgang mit Schmerz und schwierigen Emotionen

-     Positive Emotionen aufbauen

-     Der Umgang mit Gedanken, achtsame Gedanken

Das SE beinhaltete u.a. folgende Themen:

-     Breast Cancer 101

-     Lebensqualität in Brustkrebs-Überlebenden

-     Energiebalance, Ernährung, Bewegung

-     Krebs in der Familie: Tumorgenetik und Testung

-     Beziehungen und Work-Life-Balance

-     Körperbild, Menopause, sexuelle Gesundheit

Die 247 Frauen erhielten eines der beiden Programme oder sie wurden auf die Warteliste gesetzt (Kontrolle). Direkt nach der Intervention, drei Monate später und sechs Monate später führten die Autoren verschiedene Messungen durch bzw. sie bewerteten die Symptome anhand von Fragebögen, die die Teilnehmerinnen ausfüllten.

MAPS verringert Depressionen, Hitzewallungen und Fatigue

Die Autoren stellten die Hypothese auf, dass beide Programme depressive Symptome gemäß Center for Epidemiologic Studies Depression-Skala (CES-D) im Vergleich zur Kontrollgruppe verringern. Und behielten Recht: Sowohl MAPS als auch das SE-Programm verringerten den CES-D-Score signifikant. Außerdem verbesserte sich die Ängstlichkeit (Anxiety) in den beiden Prüfarmen. Der Effekt war aber nicht anhaltend und so war der Unterschied zwischen den Interventionen und der Kontrollgruppe nach drei bzw. sechs Monaten nicht mehr signifikant. Die Fatigue verbesserte sich nur in der MAPS-Gruppe signifikant. Der Effekt war auch zum Kontrolltermin nach sechs Monaten zu sehen. Gleiches galt für Hitzewallungen und Schlafstörungen – auch diese verringerten sich durch die MAPS-Intervention signifikant. Der Effekt blieb über den Studienzeitraum hinweg bestehen.

Fazit

Beide Interventionen verringerten depressive Symptome im Vergleich zur Kontrolle signifikant, resümieren die Autoren. Auch auf weitere Endpunkte wie Fatigue, Schlaf und Hitzewallungen hatte zumindest das MAPS-Programm einen positiven Einfluss.

In Zusammenarbeit mit Prof. Michael Lux (Paderborn)

Quelle:

Ganz PA et al. Targeting Depressive Symptoms in Younger Breast Cancer Survivors: A RCT of Mindfulness Meditation and Survivor EducationSan Antonio Breast Cancer Symposium 2020; Abstract GS2-10

(ms)

 

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Letzte inhaltliche Aktualisierung am 14.01.2021

Zuletzt aufgerufen am: 26.01.2021 17:55