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Dickdarmkrebs: Weniger Nebenwirkungen durch individuelle Therapien

Auf dem diesjährigen Symposium der Amerikanischen Gesellschaft für klinische Onkologie zu den Gastrointestinalen Krebserkrankungen (ASCO-GI) stellten Wissenschaftler*innen neue Studienergebnisse zur Therapie des Dickdarmkrebses vor. Das Ziel vieler Studien sei es, laut PD. Dr. Stein, die Stärke von Therapien zu senken, während gleichzeitig die Wirksamkeit erhalten bleibt. So wollen die Mediziner*innen die Nebenwirkungen verringern und so die Lebensqualität verbessern. Oder bestimmten Personen dadurch erst Therapien zugänglich machen, für die die Therapien bisher auf Grund der Nebenwirkungen nicht in Frage kamen.

Ein Beispiel sei eine Studie, die bei älteren Patient*innen mit metastasierten Darmkrebs zeigen konnte, dass die standardmäßige doppelte Chemotherapie mit zusätzlicher Antikörpertherapie ähnlich wirksam ist wie eine einzelne Chemotherapie, die mit der Antikörpertherapie kombiniert wird.

In eine ähnliche Richtung ging auch eine Studie zu zirkulierender Tumor-DNA. Bei zirkulierender Tumor-DNA handelt es sich um einen Biomarker, anhand dessen die Ärzt*innen feststellen können, ob noch ein Tumor vorhanden ist und entscheiden können, inwiefern eine vorbeugende Chemotherapie nötig ist.

Zuletzt berichtet Dr. Stein auch über Fortschritte bei der Immuntherapie beim Dickdarmkrebs. Eine solche macht nur bei einer kleinen Gruppe von Patient*innen Sinn. Nur bei wem der Tumor eine sogenannte Mikrosatelliteninstabilität aufweist, profitiert. Dann ist die Immuntherapie aber sehr viel wirksamer als eine Chemotherapie.

Im Gespräch: PD Dr. Alexander Stein (Hamburg)

 

(sb)

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 28.01.2022

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