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Darmkrebs: Die Therapie verändert sich

Der Experte berichtet über eine interessante Studie bei Enddarmkrebs (Rektumkarzinom). Sie zeigte, dass es im lokal fortgeschrittenen Stadium unter bestimmten Bedingungen günstig ist, vor der Operation eine 3-monatige Chemotherapie durchzuführen. Eine zusätzliche Strahlentherapie ist nicht notwendig. Vielleicht ist es künftig bei manchen Patient*innen sogar möglich, auf eine OP ganz zu verzichten. Auch bei Darmkrebs an sich kann es in bestimmten Situationen sinnvoll sein, der OP eine Chemotherapie vorausgehen zu lassen.

Bei Darmkrebs, der bereits gestreut hat, ist eine Operation häufig nicht mehr möglich. Mithilfe von zusätzlichen Informationen über den Tumor, die aus einer kleinen Blutprobe gewonnen werden („Flüssigbiopsie“), kann die Behandlung verbessert werden. So lässt sich beispielsweise herausfinden, ob bestimmte genetische Veränderungen (Mutationen) vorliegen, die das Tumorwachstum fördern. Dies hilft dabei, eine Therapie auszuwählen, die sich direkt gegen diese Veränderung richtet.

Prof. Hofheinz ermutigt die Patient*innen, aktiv beim Arztbesuch nach neuen Behandlungsmöglichkeiten zu fragen und an Studien teilzunehmen. Einen wichtigen Appell richtet er an alle Menschen: Gehen Sie zur Darmspiegelung!

Im Gespräch: Prof. Dr. Ralf-Dieter Hofheinz (Mannheim)

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 09.06.2023

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Zuletzt aufgerufen am: 23.02.2024 17:06