Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Aktuelle Therapie des Harnblasenkarzinoms: Immuntherapie - ein neuer Standard?

Unsere Experten diskutieren anlässlich der DGU-Jahrestagung 2017 über den Einsatz der Immuntherapie beim Harnblasenkarzinom.

Die wichtigsten Erkenntnisse kompakt zusammengefasst:

  • Die Immuntherapie wird bei Patienten mit metastasiertem Harnblasenkarzinom, die in der Erstlinientherapie nicht mit der Standard-Chemotherapie mit Gemcitabin und Cisplatin behandelt werden können, die Ausweich-Chemotherapie mit Carboplatin/Paclitaxel und Gemcitabin verdrängen.
  • Dabei wird die PD-L1-Expression vermutlich keine besondere Rolle spielen.
  • Derzeit zeichnen sich noch keine effizienten Marker für ein gutes Ansprechen der Immuntherapie ab.
  • Auch ältere Patienten jenseits des 65. Lebensjahres zeigen gute Ansprechraten.
  • Neue Ergebnisse zur Checkpointinhibition in der Zweitlinientherapie deuten darauf hin, dass die Zulassung von insgesamt fünf Substanzen zu erwarten ist. Die Immuntherapie wird in der Zweitlinientherapie sicherlich ein Standard anstelle von Chemotherapie werden.
  • Häufige Nebenwirkungen der PD-1/PD-L1-Inhibition sind Hauterscheinungen, Juckreiz, immunvermittelte Nebenwirkungen wie Hepatitis, Nephritis, Colitis, Diarrhoe, Störungen im endokrinen System, Pneumonitis. Grad 3/4-Nebenwirkungen sind selten. Aber gravierende Nebenwirkungen kommen gelegentlich vor, auch bei unspezifischen Symptomen sollten sich Patienten bei ihrem Arzt melden.

Erfahren Sie die komplette Einschätzung unserer Experten im Video!

Experten von links nach rechts: Prof. Dr. Jürgen E. Gschwend (München), Prof. Dr. Kurt Miller (Berlin), Prof. Dr. Marc-Oliver Grimm (Jena), Prof. Carsten Ohlmann (Homburg)

Letzte inhaltliche Aktualisierung: 04.10.2017

Mehr zum Thema Harnblasenkrebs:

Aktualisiert am: 15.12.2017 21:20