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Maligner Aszites: Bauchwassersucht als Folge von Krebs

Quelle: © Robert Kneschke - fotolia.com

Die Ansammlung größerer Mengen von Flüssigkeit in der Bauchhöhle wird als Bauchwassersucht oder Aszites bezeichnet. Dieser tritt meist infolge von Lebererkrankungen auf. In jedem zehnten Fall - und damit zweithäufigste Ursache – spielt eine Krebserkrankung eine Rolle; der Aszites wird dann maligner Aszites genannt.

Bei welchen Krebsarten kann sich Aszites bilden?

Aszites kann sowohl bei bösartigen Tumoren des Bauchraums, etwa Eierstockkrebs, Gebärmutterkrebs und Magen-Darmtumoren, vorkommen, als auch bei Tumorerkrankungen, die nicht unmittelbar den Bauchraum betreffen wie Brustkrebs, Lungenkrebs und Lymphome. Meist hat sich der Krebs in die Leber oder das Bauchfell ausgebreitet und dort Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, gebildet. Bei einem Fünftel der Fälle von Aszites kann der Ursprungstumor nicht gefunden werden.

Wie entsteht maligner Aszites?

Wie sich Aszites bei Krebserkrankungen bildet, ist noch nicht in allen Einzelheiten geklärt. Die im Bauchraum befindlichen Organe sind vom Bauchfell, dem Peritoneum, umhüllt. Dessen Oberfläche ist mit einem Flüssigkeitsfilm bedeckt, wodurch die Organe verschieblich werden. Dieser Flüssigkeitsfilm wird täglich erneuert. Im gesunden Zustand herrscht ein Gleichgewicht zwischen der Bildung von Bauchwasser und dessen Abfluss über die Lymphgefäße. Bei Krebs wird vermehrt Bauchwasser produziert oder kann nicht mehr in ausreichender Menge über die Lymphbahnen abfließen, es sammelt sich in der Bauchhöhle an.

Symptome und Diagnostik des malignen Aszites

Eine relativ plötzliche Zunahme des Bauchumfangs kann ein Hinweis auf Bauchwassersucht sein. Durch die Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum wird Druck auf die umgebenden Organe ausgeübt, sodass sich Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, hartnäckiger Schluckauf, Sodbrennen und Atemnot einstellen können, auch Verstopfung und Blähungen sind möglich. Selten, aber gefährlich ist eine infektiöse Entzündung des Bauchfells durch eine Ansammlung von Darmbakterien in der Flüssigkeit (Peritonitis).

Schon bei der körperlichen Untersuchung kann der Arzt durch Abklopfen und Abtasten des Bauches größere Mengen Aszites erkennen. Kleinste Mengen lassen sich mithilfe der Ultraschalluntersuchung, der sogenannten Sonografie, erkennen. Um die Ursache für eine bestehende Bauchwassersucht zu differenzieren, kann eine Punktion durchgeführt werden, bei der das Wasser auch gleich abgelassen wird (Parazentese, Aszitesdrainage). Finden sich bei der Untersuchung der gewonnenen Flüssigkeit z.B. Krebszellen in der Flüssigkeit, handelt es sich eindeutig um malignen Aszites.

Therapie

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Nur in seltenen Fällen kommt es bei malignem Aszites zu Komplikationen wie Darmverschlüssen oder Infektionen. Doch die Symptome sind für die Betroffenen sehr belastend und können ihre Lebensqualität massiv einschränken.

Da Aszites mit Ausnahme von Eierstockkrebs meist erst bei fortgeschrittener, nicht mehr heilbarer Krankheit auftritt, zielt die Therapie vor allem darauf ab, Symptome zu beseitigen und den Patienten zu entlasten. Muss dies rasch geschehen, wird in der Regel eine Aszitesdrainage, eine sogenannte Parazentese, durchgeführt, bei der das Bauchwasser aus dem Körper abgelassen wird. Die Wirkung hält allerdings nur Tage bis wenige Wochen an, weil sich Bauchwasser nachbildet. Sind wiederholte Drainagen nötig und möglich, kann ein Dauerdrainagesystem angelegt werden.

Auch Medikamente, die die Ausscheidung über die Nieren ankurbeln, sogenannte Diuretika, helfen, die Flüssigkeit im Körper zu reduzieren. Daneben ist eine im Bauchfell durchgeführte (intraperitoneale) Chemotherapie möglich. Hierbei werden die Wirkstoffe direkt in das Bauchfell gegeben.

Neuere Therapien, etwa mit Anti-VEGF-Antikörpern, scheinen vielversprechend, befinden sich jedoch noch in der Erprobung. Für bestimmte Fälle bereits zugelassen ist der trifunktionale Antikörper Catamazumab. Er wirkt zielgerichtet gegen bestimmte Moleküle der Krebszellen und ermöglicht eine Interaktion mit Immunzellen, wodurch eine komplexe Immunreaktion gegen die Krebszellen ausgelöst wird, die zu deren Zerstörung führt.

Grundsätzlich muss bei jeder Therapieplanung berücksichtigt werden, in welchem Zustand sich der Patient befindet und welche Vor- bzw. Nachteile durch die Therapie zu erwarten sind.

Leben mit Aszites

Leider haben die Betroffenen nur wenig Möglichkeiten, die Symptome des malignen Aszites selbst zu lindern. Auf eine ausreichende Ernährung sollte geachtet werden – oft verzichten die Betroffenen wegen des Völlegefühls, der Appetitlosigkeit und anderer Bauchbeschwerden auf Essen und Trinken. Dies schwächt ihren Körper zusätzlich und kann zu Mangelerscheinungen oder Darmverschlüssen führen. Speziell auf Krebspatienten geschulte Ernährungsberater können Tipps geben, welche Ernährungsweise im Fall von Aszites geeignet ist.

(kvk)


Quellen:
Jaroslawski, K. et al.: Maligner Aszites. Pathogenese – Diagnostik – Behandlungsmöglichkeiten. Der Onkologe 2014, 20(10):1003-1009

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Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 06.01.2015

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35