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Schluckbeschwerden als Nebenwirkung einer Krebstherapie

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Ursachen und Entstehung
Eine Krebsoperation im Mund- und Rachenbereich oder an der Speiseröhre kann anhaltende Schluckbeschwerden nach sich ziehen, weil das Schlucken ein fein abgestimmtes Zusammenspiel unterschiedlicher Muskeln erfordert, die durch den Eingriff womöglich beschädigt sind. Auch eine Strahlentherapie im Kopf-Halsbereich und der Brust kann zu Schluckbeschwerden führen – dies meist als Folge schmerzhafter Entzündungen, die sich nach Beendigung der


Behandlung

Je nachdem, welche Ursache den Schluckbeschwerden zugrunde liegt, kommen unterschiedliche Therapiemöglichkeiten in Betracht. Neben einer Veränderung der Ernährung können eine Schlucktherapie, in der einzelne Muskelpartien gezielt trainiert werden, Massagen oder die Einnahme von Schmerzmitteln die Beschwerden verbessern.

Einige praktische Ratschläge helfen bei Schluckbeschwerden:

  • Trockene, bröselige Lebensmittel vermeiden.
  • Nur kleine Bissen nehmen und gut durchkauen.
  • Weiche, dickflüssige oder pürierte Gerichte bevorzugen, denn sehr flüssige Speisen (z.B. klare Suppen) begünstigen das Verschlucken.
  • Austesten, ob durch Neigen des Kopfes nach hinten oder vorn die Schluckbeschwerden gelindert werden.
  • Vom Arzt verordnete Schmerzmittel sollten 30 bis 60 Minuten vor dem Essen eingenommen werden.
  • Kohlensäurehaltige Getränke sollten durch stilles Wasser, Leitungswasser oder Tee ersetzt werden.
  • Getränke nicht zu heiß oder zu kalt zu sich nehmen.
  • Vermeiden Sie Speisen, die „am Gaumen kleben“.
  • Bestehen Schwierigkeiten beim Trinken, kann ein Trinkhalm Erleichterung verschaffen.
  • Gerichte „rutschen“ besser, wenn sie mit Butter, Sahne, Cremes, Mayonnaise oder Öl angereichert werden.
  • Wenn Sie verschleimte Bronchien oder einen verschleimten Hals haben, vermeiden Sie am besten Milch. Frische Milch regt die Säurebildung an und fördert dadurch zusätzlich die Schleimbildung. Sauermilch, Kefir und Sojadrinks sind jedoch kein Problem.

 

Fachliche Beratung
Kommission "Ernährung und Krebs" 
der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

 

(red)


Quellen:
[1] K.S. Zänker, N. Becker: Primäre Prävention, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 279-306
[2] M.E. Heim, J. Arends: Kachexie, Anorexie und Ernährung, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 2180-2191
[3] H.K. Biesalski, G. Zürcher, K.-W. Jauch, V. Beck (Redaktion): Ernährung und Krebs, in: Der Onkologe, Band 14, Heft 1, Januar 2008, S. 7-64
[4] Deutsche Krebshilfe, Blaue Ratgeber, Ernährung bei Krebs, Stand 11/2015 https://www.krebshilfe.de/fileadmin/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/046_0115.pdf

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 20.04.2017

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Aktualisiert am: 14.12.2017 21:28