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Entzündungen der Speiseröhre / Sodbrennen als Nebenwirkung einer Krebstherapie

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Ursachen und Entstehung
Ähnlich der Mundschleimhaut kann auch die Schleimhaut der Speiseröhre durch Chemo- oder Strahlentherapie angegriffen werden. Zusätzlich schädigt rückfließender Magensaft die Speiseröhre, es kommt zur sogenannten Reflux-Ösophagitis. Auch ein Pilzbefall in der Speiseröhre ist nicht selten. Er kann die Entzündung verursachen oder eine therapiebedingte Speiseröhrenentzündung verstärken.

Reflux von Magensaft macht sich als Sodbrennen bemerkbar - ein brennendes Empfinden und Druck- oder Schmerzgefühl hinter dem Brustbein sowie saures Aufstoßen. Entzündete Speiseröhrenschleimhaut schmerzt, besonders oder auch ausschließlich beim Schlucken. Im Gegensatz zur Entzündung der Mundschleimhaut kann eine Speiseröhrenentzündung nicht direkt bei der körperlichen Untersuchung – dem einfachen Blick in den Mund – gesehen werden. Der Arzt ist auf die Schilderung der Beschwerden angewiesen, um die richtige Diagnose stellen zu können. Oft reicht schon die Krankenvorgeschichte in Verbindung mit den aktuellen Beschwerden. Um das Ausmaß einer Entzündung und möglicher weiterer Schäden erkennen zu können, ist eine Spiegelung von Speiseröhre und Magen


Lindernde Maßnahmen

Folgende Maßnahmen sind geeignet, den Beschwerden vorzubeugen oder sie zu lindern:

  • Nach dem Essen möglichst nicht flach hinlegen, sondern spazierengehen. Kurz vor dem Schlafengehen nicht mehr essen.
  • Nur verträgliche Lebensmittel zu sich nehmen. Kaffee, Schokolade und alkoholische Getränke fördern den Reflux von Magensaft und damit die Entzündung. Auch säurehaltige, scharfe und salzige Speisen sowie der Konsum von Tabak begünstigt die Entzündung.
  • Kauen von Mandeln und Nüssen kann Refluxbeschwerden lindern.
  • Bei einer Verengung der Speiseröhre (z.B. infolge eines Tumors) sollten pürierte oder flüssige Speisen – gegebenenfalls auch Formuladiäten bevorzugt werden.
  • Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sind besser als wenige große.
  • In Ruhe essen und gut durchkauen.
  • In Absprache mit dem Arzt ist eine medikamentöse Blockierung der Magensäureproduktion zu erwägen.
  • Ein Pilzbefall (Candida-Ösophagitis) kann mit gezielten Medikamenten in der Regel rasch beseitigt werden.

 

Fachliche Beratung
Kommission "Ernährung und Krebs" 
der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

(red)



Quellen:
K.S. Zänker, N. Becker: Primäre Prävention, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 279-306
M.E. Heim, J. Arends: Kachexie, Anorexie und Ernährung, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 2180-2191
H.K. Biesalski, G. Zürcher, K.-W. Jauch, V. Beck (Redaktion): Ernährung und Krebs, in: Der Onkologe, Band 14, Heft 1, Januar 2008, S. 7-64

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 06.01.2015

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Aktualisiert am: 28.07.2017 16:25