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Verlässliche Infos zum Thema Krebs finden

Worauf es bei der Suche nach Krebs-Informationen ankommt

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Krebspatienten, ihre Angehörigen und Ärzte müssen oft schwierige Entscheidungen treffen. Leichter fällt das, wenn die Betroffenen gut informiert sind. Die Vielfalt der Informationen und Quellen ist jedoch für viele Patienten eine große Herausforderung. Wem kann ich vertrauen? Was ist das Beste für mich? Wir erläutern, worauf es bei der Informationssuche ankommt, woran man vertrauensvolle Inhalte erkennen und wie man sich optimal auf Arztgespräche vorbereiten kann.

Wer als Betroffener Rat sucht, wendet sich meist zuerst an seinen Facharzt. Er ist der wichtigste Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Erkrankung und mögliche Therapien. Aber auch Freunde, Verwandte und Bekannte, Gesundheitsbücher, Fernsehsendungen und Informationsseiten im Internet werden häufig als Informationsquelle genutzt, wie eine Studie des Krebsinformationsdienstes zeigt. Jüngere Menschen nutzen dabei vor allem das Internet. Unter-30-Jährige, die sich über Krebs informieren wollen, ziehen Internetrecherchen sogar einem Besuch beim Haus- oder Facharzt vor.

Wachsender Informationsbedarf stellt Ärzte vor Herausforderungen

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Dass der Informationsbedarf der Patienten in den vergangenen Jahren tatsächlich gewachsen ist, belegt eine Untersuchung des Instituts für Medizinische Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ein Großteil der dort befragten Ärzte hat eine Zunahme des Informations- und Beratungsbedürfnisses ihrer Patienten festgestellt. Außerdem registrierten sie einen Zuwachs an Patienten, die gut informiert in die Praxis kommen.

Angebote zur Selbstinformation gibt es zu Hauf. Wer ganz am Anfang der Informationssuche steht und sich nicht auskennt, kann hier leicht den Überblick verlieren. Nicht selten berichten Ärzte von Patienten, die mit Informationen zu ausgefallenen Therapiewünschen in die Praxis kommen, von denen sie im Internet gelesen haben. Andere wiederum haben eine Fülle von sich teilweise widersprechenden Informationen gesammelt, die der Arzt dann erst einmal einordnen und bewerten muss. Das braucht Zeit und Geduld – und belastet in manchen Fällen sogar das Verhältnis zwischen Arzt und Patient: Immerhin ein Drittel der im Rahmen der Untersuchung an der Universität München befragten Ärzte sieht die Arzt-Patient-Beziehung durch externe Gesundheitsinformationen belastet.

Zwei Drittel der befragten Ärzte stehen aber der Entwicklung, dass Patienten sich immer öfter auch anderweitig informieren, unvoreingenommen gegenüber. Ist der Patient gut informiert, bringt das Vorteile für alle Seiten: Der informierte Patient weiß mehr über seine Krankheit und deren Auswirkungen, hat ein besseres Verständnis für Therapien und hält sich eher an die Empfehlungen des Arztes.

Wie erkenne ich seriöse Informationsangebote zum Thema Krebs?

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Um mit dem Arzt auf Augenhöhe kommunizieren zu können, ist es wichtig, sich die richtigen, seriösen Informationen zu beschaffen. Da im Internet jeder ungehindert publizieren kann, finden sich hier auch viele ungeprüfte Behauptungen und zweifelhafte Ratschläge. Gerade beim Thema Krebs – einer oft lebensbedrohlichen Krankheit – ist es entscheidend, sich auf die Informationen verlassen zu können.

Wer seriöse Auskünfte sucht, sollte deshalb immer auf die Quelle achten: Handelt es sich bei dem Anbieter um eine etablierte Institution, die sich mit dem Thema auskennt? Wer ist der Autor, was qualifiziert ihn? Gibt es Hinweise darauf, dass die Informationen wissenschaftlich abgesichert sind? Gibt der Autor zu erkennen, ob der Text einer Qualitätsprüfung unterzogen wurde? Haben eventuell auch Patienten an dem Text mitgewirkt? Ein weiteres Qualitätsmerkmal für die Seriosität einer Quelle ist die Aktualität der Informationen. Ist es ersichtlich, wann die Quelle erstmals erschienen ist und wann sie zuletzt überarbeitet wurde, sodass sie auf dem neuesten Erkenntnisstand ist?

Ein Beleg für die Qualität der Publikation ist es auch, wenn angegeben wird, woher der Autor die Informationen bezieht, auf die er sich stützt. Ein positives Zeichen ist es, wenn der Verfasser bzw. Anbieter dem Leser im Fall von Anmerkungen, Beschwerden und Rückfragen die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme bietet.

Werbung sollte als solche gekennzeichnet sein. Ebenso sollte der Leser über den Schutz seiner persönlichen Daten in Kenntnis gesetzt werden. Vertrauensvolle, qualitativ hochwertige Gesundheitsinformationen im Internet erkennt man auch Qualitätssiegeln wie „HonCode“ der Stiftung „Health on the Net“ und „Afgis“ des „Aktionsforums Gesundheitsinformationssystem e.V.“. Diese Siegel finden sich auch auf den Seiten von krebsgesellschaft.de. 

Welche Informationen sollte eine seriöse Quelle nennen?

Der Autor sollte zu Beginn des Textes seine Leser wissen lassen, welches Ziel seine Publikation verfolgt und welche Zielgruppe angesprochen wird. Neben dem Nutzen sollte ein seriöser Text auch auf eventuelle Risiken der genannten Behandlungs- und Untersuchungsmethoden hinweisen. Das gilt ebenso für Unsicherheiten, die beispielsweise noch unzureichend erprobte Behandlungsmethoden aufweisen können. Zudem sollten alternative Angebote genannt werden, auch wenn der Verfasser der Quelle eine konkrete Methode bevorzugt.

Entscheidet sich ein Betroffener für eine Behandlung, möchte er die bestmögliche Wahl für seine Bedürfnisse und seinen Heilungsprozess treffen. Dazu muss er sich zuvor über viele Faktoren im Klaren sein. Wie viel Zeit wird die Therapie in Anspruch nehmen? Wie verläuft die Behandlung und in welchen Umfang? Wie wirkt sie sich auf den Körper und den Verlauf der Krankheit aus? Auf welche Nebenwirkungen muss man sich einstellen? Über all diese Fragen sollte ein seriöser Informationstext seine Leser aufklären.

Wie können Verbraucher besser vor Fehlinformationen geschützt werden?

Was geschehen muss, um Verbraucher besser vor falschen Medizin-Infos zu schützen, können Sie im Interview mit Regina Klakow-Franck, Stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Bundesärztekammer, lesen. Die Macher des Blogs MedWatch haben mit der Expertin über Gesundheitsinformationen im Netz gesprochen.

https://medwatch.de/2018/07/12/regina-klakow-franck-zu-medizin-fakes-wir-brauchen-mehr-schutz-fuer-patienten/

Hilde Schulte im Interview

Wie Patienten herausfinden können, was für sie das Beste ist, erläutert die ehemalige Bundesvorsitzende der Selbsthilfeorganisation „Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.“ im Interview.

 

(pin)

Quellen:
[1] AOK: Checkliste zur Vorbereitung Ihres Arztbesuchs.http://www.aok.de/bundesweit/gesundheit/patientenrechte-arzt-checkliste-15853.php, abgerufen am: 02.07.2013
[2] Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung: Qualität von Gesundheitsinformationen. http://www.patienten-information.de/wegweiser-fuer-nutzer/infoqualitaet, abgerufen am: 02.07.2013
[3] Gerst, Thomas: Interview mit Prof. Dr. Robert Jütte, Vorstand des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer (BÄK): „Die Arzt-Patienten-Interaktion ist ganz zentral“
Deutsches Ärzteblatt 2010; 107(28-29): A-1388 / B-1227 / C-1207
[4] Deutsches Krebsforschungszentrum – Krebsinformationsdienst: Bedarf an Krebsinformation in der Bevölkerung. Analyse des Informationsverhaltens von Ratsuchenden.http://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/krebsinformationsbedarf-2012-bevoelkerung.pdf, abgerufen am: 30.07.2013
[5] Lang, Hermann: Das Arzt-Patient-Verhältnis aus der Sicht der medizinischen Psychologie. http://www.kas.de/upload/dokumente/verlagspublikationen/Arzt-Patient/Arzt-Patient-3-12.pdf, abgerufen am: 02.07.2013
[6] Rink, Alexandra: Arzt-Patienten-Kommunikation: Stresstest im Sprechzimmer. Deutsches Ärzteblatt 2013; 110(18): A-870 / B-758 / C-754
[7]  Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum: Krebs im Internet. Sicher surfen – so finden Sie gute Informationen. Stand: 15.01.2018
https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/iblatt-sichersurfen.pdf?m=1526316882&
[8] Nebling, Thomas: Quali­täts­kri­te­rien für Gesund­heits­in­for­ma­tionen. Techniker Krankenkasse. Stand: 09.10.2017.
https://www.tk.de/techniker/service/gesundheit-und-medizin/kompetent-als-patient/qualitaetskriterien-fuer-gesundheitsinformationen-2009758

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 22.08.2018

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Aktualisiert am: 13.11.2018 19:53