Die häufigsten Probleme in der Sexualität bei Männern nach einer Krebserkrankung

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Bei Männern können in Folge der Therapie Erektionsstörungen, Ejakulationsstörungen und Testosteronmangel auftreten. Im etwas günstigeren Fall kann eine Erektionsstörung von der Psyche herrühren. Ängste und Selbstzweifel lassen sich bestenfalls nehmen, während geschädigte und durchtrennte Nerven und Blutgefäße schwieriger zu therapieren sind. Auch ein niedriger Testosteronspiegel kann Erektionsstörungen hervorrufen. Sehr wichtig ist, dass mögliche Therapieversuche nicht auf eigene Faust durchgeführt werden. Befragen Sie ruhig noch einmal den behandelnden Arzt, ob beispielsweise medikamentöse Erektionshilfen überhaupt in Frage kommen. Gibt der grünes Licht, stehen Arzneimittel zur Verfügung, die vermehrt Blut in den Penis strömen lassen. Das ermöglicht eine Erektion, auch wenn Blutgefäße und Nervenbahnen beschädigt sind. Bei durchtrennten Nerven funktionieren diese Mittel leider nicht. Auch Penisimplantate, vor allem bei geschädigten Schwellkörpern, und Vakuum-Erektionspumpen können Abhilfe schaffen. Aber selbst wenn es mit der Erektion nicht klappen sollte, ein Orgasmus ist auch ohne sie möglich. Das rührt daher, dass die Nervenbahnen für Erektion und Orgasmus nicht dieselben sind.

Ejakulationsstörungen können die Folge von Erektionsstörungen sein, aber auch mit Stress, Sorgen und Erfolgsdruck in Verbindung stehen. Der rückwärts gerichtete Samenerguss kann an einer beschädigten Harnröhre liegen – das Sperma gelangt hierbei in die Harnblase und wird dann über den Urin ausgeschieden. Für das sexuelle Erlebnis an sich bedeutet das keine Beeinträchtigungen, die Zeugungsfähigkeit kann allerdings eingeschränkt sein. Fehlt der Samenerguss in Gänze, kann das an der Entfernung der Prostata oder an Verletzungen der Nervenbahnen, die die Spermaausstoßung steuern, liegen. Auch hier existieren häufig keine Einschränkungen, was das Lustempfinden angeht – einige Männer beschreiben ihn sogar als intensiver.

Ein niedriger Testosteronspiegel hat von Mann zu Mann einen unterschiedlichen Einfluss auf das sexuelle Verlangen. Grund dafür ist häufig eine Operation an den Hoden oder sogar ihre Entfernung. Sollte hormonabhängiger Prostatakrebs aufgetreten sein, stellt die Ausschälung des testosteronbildenden Hodengewebes eine mögliche Therapie dar. Alternativ kann auch eine hormonunterdrückende medikamentöse Behandlung in Betracht gezogen werden. Testosteronmangel kann zu sexueller Antriebslosigkeit führen, muss er aber nicht. Viele Männer bleiben einem niedrigen Testosteronspiegel zum Trotz sexuell aktiv.

(jk)

 

Quellen:

[1] Deutsches Krebsforschungszentrum: Männliche Sexualität und Krebs. Ein Ratgeber für Patienten und ihre Partner.innen 2. teilaktualisierte Ausgabe. Heidelberg, 2014.
https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/krebspatient-sexualitaet.pdf

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 01.06.2018

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Aktualisiert am: 17.10.2018 21:55