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Sommerzeit ist Reisezeit – Als Krebspatient in den Urlaub

Frau im Pool, Quelle: © Alta.C - fotolia.com
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Der Sommer weckt auch bei vielen Krebspatienten die Reiselust. Mt Kind und Kegel oder auch allein oder mit dem Partner unterwegs zu sein, fremde Regionen zu erkunden oder sich einfach nur in der Sonne zu erholen – das kann gut tun und helfen, wieder zu Kräften zu kommen. Doch erfordert eine Reise bei einer Krebserkrankung vor, während oder nach der Therapie einige Vorkehrungen, die Betroffene beachten sollten.

Prinzipiell schließt eine Krebserkrankung eine Urlaubsreise zumeist nicht aus. Selbst eine noch nicht abgeschlossene oder erst kürzlich beendete Krebstherapie muss kein Hinderungsgrund für eine Urlaubsreise sein. Wichtig ist es, vor der Planung mit dem behandelnden Arzt zu sprechen. Er kann die Reisefähigkeit einschätzen, notwendige Maßnahmen erläutern oder auch Empfehlungen über geeignete oder weniger geeignete Reiseziele abgeben. Oft ist mehr möglich, als man glaubt.

Eine gute Reiseplanung ist das A und O

Selbst wenn Krebspatienten gerade erst ihre Krebsdiagnose bekommen haben und eine zeitnahe Therapie ansteht, müssen sie den anstehenden Urlaub nicht zwingend absagen. In diesen Fällen kann gemeinsam mit dem Arzt entschieden werden, ob es beispielsweise möglich ist, noch vor Therapiebeginn den Urlaub anzutreten. Oft liegen zwischen Planung und Behandlungsbeginn einige Tage und nicht bei jeder Krebserkrankung ist ein kurzer Aufschub für den Therapieerfolg entscheidend. Nach dem Urlaub kann der Patient vielleicht gestärkt in die Therapie hineingehen.

Weitere Überlegungen betreffen die Eignung des Reiseziels. Der Arzt wird mit dem Patienten die Notwendigkeit bestimmter Behandlungen am Urlaubsort besprechen. Besonders in diesem Zusammenhang können die Gegebenheiten vor Ort, beispielsweise die medizinischen Versorgung oder die Verfügbarkeit nötiger Behandlungen und auch die privaten Kosten, die dem Patienten z.B. im Ausland dadurch entstehen können, wichtig sein.

Sicher und ohne Komplikationen hin und zurück

Flugzeuglandung, Quelle: © Elite-Photography - fotolia.com
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Mit manchen Reisezielen sind lange Anreisen mit Bus, Auto, Bahn oder Flugzeug verbunden. Besondere Bedingungen und Strapazen während der An- und Abfahrt können bei einigen Krebserkrankten das Risiko für Komplikationen erhöhen. Krebspatienten können mit dem Arzt notwendige vorbeugende Maßnahmen besprechen, mit denen sie sich schützen können.

Für Patienten, die vor wenigen Wochen größere Operationen, etwa Eingriffe im Bauchraum, Brustraum oder auch Operationen am Schädel hatten, oder auch bei Patienten mit Hirntumoren oder Hirnmetastasen sind Flugreisen eventuell nicht geeignet. Ob eine Flugtauglichkeit vorliegt, kann der Arzt überprüfen. Auch flugmedizinische Dienste, die viele Fluggesellschaften anbieten, können den Patienten beraten.

Was muss ich beachten, wenn ich Medikamente einnehme?

Tabletten, Quelle: © seen - fotolia.com
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Ein wichtiges Thema kann auch die Medikamentenmitnahme sein. Patienten sollten vor dem Urlaub die notwendige Medikation besprechen und Medikamente in ausreichender Menge mitnehmen. Hier gilt: lieber etwas mehr als zu wenig, um eventuelle Verzögerungen bei der Ankunft oder die ersten Tage nach der Rückkehr überbrücken zu können. Patienten sollten zudem erforderliche Maßnahmen und Verhaltensregeln im Zusammenhang mit der Medikamenteneinnahme mit ihrem Arzt besprechen, die unter veränderten klimatischen Bedingungen möglicherweise relevant sein können, beispielsweise ob eine Kühlung der Medikamente erforderlich ist oder Sonnenbaden Nebenwirkungen hervorrufen kann.

Bei Flugreisen gehören Medikamente und alle dazugehörigen Beipackzettel ins Handgepäck! Denn hier besteht immer die Gefahr, dass ein Gepäckstück beim Transport verloren geht. Geklärt werden sollte auch, ob die Medikamente problemlos in ausreichender Menge mitgeführt und gegebenenfalls im Ausland bezogen werden können. Für Arzneimittel, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, wie Morphin, gelten bestimmte Einfuhrbedingungen. Hier muss der Arzt eine entsprechende Bescheinigung ausstellen.

Impfen und Infektionsschutz bei Krebs

Spritze, Quelle: © Yuri Arcurs - fotolia.com
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Insbesondere bei Reisen in bestimmte Länder können Impfungen und Maßnahmen zum Infektionsschutz ein wichtiges Thema sein. Ist eine Krebserkrankung erfolgreich therapiert und liegt die Behandlung längere Zeit zurück, besteht in der Regel kein erhöhtes Infektionsrisiko verglichen mit Gesunden. Für diese Patienten reicht es daher aus, empfohlene Schutzimpfungen und Hygienemaßnahmen, die für die entsprechenden Länder gültig sind, einzuhalten.

Patienten, die sich in einer Chemotherapie befinden, bei denen erst kürzlich eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie stattgefunden hat, haben eventuell ein erhöhtes Infektionsrisiko und müssen sich besonders schützen. Hier kann der Arzt die entsprechenden Hinweise geben. Unter Umständen sind bei ihnen auch wichtige Impfungen nicht möglich oder können keine ausreichende Wirksamkeit entfalten. Hier wird der Arzt möglicherweise zu anderen Reisezielen raten.

Risiko Sonne während und nach der Krebstherapie

Himmel und Sonne, Quelle: © Malena und Philipp K. - fotolia.com
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Hitze und Sonne belasten ohnehin den Kreislauf und die Haut. Bei manchen Krebspatienten können jedoch besondere Schutzmaßnahmen nötig sein, etwa bei Patienten, die kürzlich eine Chemo- oder Strahlentherapie erhalten haben. Infolge dieser Therapien ist die Empfindlichkeit der Haut gegenüber UV-Strahlung erhöht. Das kann zu einer zusätzlichen Schädigung und Problemen führen. Auch für Patienten, bei denen viele Lymphknoten entfernt werden mussten, oder Patienten mit Lymphödemen stellen Hitze und starke Sonnenexposition ein Risiko dar.

Informationen geben Sicherheit

Krebspatienten können mit ihrem Arzt ihre Urlaubsziele und erforderliche Schutzmaßnahmen besprechen. Informationen zur gesundheitlichen Versorgung vor Ort können bei Fernreisen zum Beispiel die Auswärtigen Ämter der Zielländer erteilen. Für manche Patienten sind vielleicht auch medizinisch betreute Reisegruppen eine gute Alternative, die ein hohes Maß an Sicherheit bieten.

(CU)

 

Quellen:
[1] Deutschen Krebsforschungsinstituts Heidelberg – Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst: „Autofahren, Fliegen, Urlaub - Als Krebspatient unterwegs“. URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/alltag/reisen.php (Stand: 20.02.2015)
[2] Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst: „Immunsystem und Krebs: Vorbeugung, Behandlung, Nachsorge“. URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/immunsystem-faq.php (Stand: 28.09.2012)

[3]Cancer Research UK: „Travelling with cancer“. URL: http://www.cancerresearchuk.org/about-cancer/coping-with-cancer/coping-practically/travel/
[4] Hartmann, S. et al - Arbeitskreis Supportive Maßnahmen in der Onkologie: „Hauttoxizität“. ASO-Leitlinie (Stand: 09/2007) URL: http://www.onkosupport.de/asors/content/e974/e2538/e2541/e2545/071123_ASOLeitlinie_Haut.pdf

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 10.09.2014

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Aktualisiert am: 23.06.2017 11:26