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Non-Hodgkin-Lymphome - Hochdosis-Chemotherapie mit Knochenmarktransplantation

Kommt es zu einem Krankheitsrückfall oder kann durch die übliche strahlen- und/oder chemotherapeutische Behandlung eine komplette Krankheitsrückbildung (Vollremission) nicht erreicht werden, wird in bestimmten Fällen eine Hochdosis-Chemotherapie durchgeführt. Die verabreichte Dosis der Zytostatika ist dabei so hoch, dass auch widerstandsfähige Lymphomzellen im Körper abgetötet werden.

Allerdings schädigt die intensive Behandlung nicht nur die Lymphomzellen, sondern zerstört auch das blutbildende System im Knochenmark. Deshalb werden dem Patienten vor Beginn der Hochdosis-Chemotherapie Stammzellen aus dem Blut oder Knochenmark entnommen und nach Abschluss der Behandlung wieder übertragen (autologe Blutstammzell- oder Knochenmarktransplantation), bei Patienten mit Non-Hodgin-Lymphom meist in Form einer peripheren Blutstammzellstransplantation.

In selteneren Fällen erhält der Patient Knochenmark oder Blutstammzellen eines Fremdspenders (allogene Knochenmark- oder Blutstammzelltransplantation). Voraussetzung ist in diesem Fall, dass die Gewebemerkmale des Spenders mit denen des Empfängers übereinstimmen. Das ist wichtig, damit die Abwehrreaktionen des Transplantats gegen den Organismus des Empfängers nicht zu stark ausfallen.

Die Blutstammzell- bzw. Knochenmarktransplantation ist ein belastendes und risikoreiches Behandlungsverfahren. Aus diesem Grund sind das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten von Bedeutung. Die Altersgrenze liegt in der Regel bei 70 Jahren. Der behandelnde Arzt muss die Chancen und Risiken einer Blutstammzell- bzw. Knochenmarktransplantation sorgfältig abwägen.

(yia/red)

Quellen:
Michl Marlies: Basics Hämatologie, Urban und Fischer Verlag 2010 

Fachliche Beratung:
Prof. Dr. Witzens-Harig
Universitätsklinikum Heidelberg
Dr. Martin Cremer 

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 22.05.2015

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18