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Magenkrebs rechtzeitig erkennen

Warnzeichen wahrnehmen!

Wenn Sie die folgenden Warnsignale bemerken, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, um die Ursachen klären zu lassen:

  • Oberbauchbeschwerden
  • Druck- und Völlegefühl
  • Aufstoßen
  • Mundgeruch
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Blähungen
  • Appetitlosigkeit
  • plötzliche Abneigung gegen bestimmte Speisen, besonders gegen Fleisch
  • Gewichtsverlust
  • schwarzer Stuhlgang („Teerstuhl“)
  • Blässe und Abgeschlagenheit
  • Leistungsabfall

Wenn Sie derartige Symptome an sich beobachten, heißt das noch nicht, dass Sie an einer Tumorerkrankung leiden. Alle diese Beschwerden können harmlose Ursachen haben. Sie können aber auch Hinweis auf eine Krebserkrankung sein. Klären Sie deshalb die Ursache solcher Beschwerden möglichst bald ab! Das gilt insbesondere dann, wenn die Symptome bei geregelter Lebensführung und Therapie länger als ein bis zwei Monate anhalten. Schieben Sie den Arztbesuch keinesfalls vor sich her! Gezielte Untersuchungen zur Früherkennung gibt es nicht.

Denn: Wird Magenkrebs im Frühstadium erkannt, d.h. wenn das Karzinom die Muskelschicht des Magens noch nicht befallen hat, sondern auf die Schleimhaut und Bindegewebsschicht beschränkt ist, sind die Chancen auf Heilung gut!

Leider wird fast jeder zweite Magenkrebs verspätet erkannt, weil die Warnzeichen der Erkrankung nicht ernst genug genommen wurden.

Was tut Ihr Arzt?

Insbesondere bei länger als vier Wochen anhaltenden Beschwerden wie Sodbrennen und Oberbauchschmerzen („Dyspepsie“) sollten Sie den Arzt unbedingt aufsuchen. Neben der körperlichen Untersuchung wird er gegebenenfalls eine Stuhl- und Blutuntersuchung veranlassen sowie eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) des Oberbauchs vornehmen. Eine Magenspiegelung sollte möglichst frühzeitig, vor Einnahme von Medikamenten durchgeführt werden.

Die Gastroskopie, wie die Mediziner eine Magenspiegelung nennen, ermöglicht bei nur geringer Belastung des Patienten eine schnelle, relativ sichere und vor allem frühzeitige Diagnose – frühzeitig heißt zu einem Zeitpunkt, an dem die Heilung des Magenkrebses durch eine Operation möglich ist. Bei der Gastroskopie werden die oberen Verdauungswege untersucht. Dabei wird ein mit einer Lichtquelle versehener Schlauch in Speiseröhre und Magen bis zum Zwölffingerdarm vorgeschoben. Beruhigende Medikamente halten die unangenehmen Begleiteffekte der Untersuchung gering.

Bei der Betrachtung der Schleimhäute können Veränderungen festgestellt und, wenn nötig, gezielt Gewebeproben entnommen werden. Der Arzt untersucht sie unter dem Mikroskop genauer. Gleichzeitig werden die Proben auf Infektionen hin geprüft, z. B. auf das Bakterium Helicobacter pylori.


(red)


Quellen:
„Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Deutschen Krebshilfe e. V. (Herausgeber): Patientenleitlinie Magenkrebs, 1. Auflage 2013
G. Folprecht, S. Frick: Magen- und AEG-Karzinome, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 148-154
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung
Prof. Dr. Michael Stahl
Klinik für intern. Onkologie und Hämatologie Kliniken Essen-Mitte

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 08.11.2013

Aktualisiert am: 25.08.2016 15:43