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ACHTUNG: Unsere Texte zum Thema Hirntumoren werden derzeit überarbeitet. Sie geben nicht den aktuellen wissenschaftlichen Stand wieder. In Kürze werden Ihnen die aktualisierten Informationen zur Verfügung stehen.

Hypophysentumoren

Übersicht
Hypophysenadenome (etwa 15% aller Hirntumoren, Altersgipfel 35-45 Jahre) sind meist gutartige Tumoren, die von Hormonzellen des Vorderlappens der Hirnanhangsdrüse ausgehend gegen die umgebenden Strukturen verdrängend oder infiltrativ vorwachsen. Mehr als die Hälfte der Adenome ist hormonaktiv. Man unterscheidet Prolaktin-aktive (Prolaktinome), hGH-aktive (Wachstumshormon, Akromegalie), ACTH-aktive (adrenocorticotropes Hormon, Cushing-Syndrom) sowie TSH-aktive (Thyroidea stimulierendes Hormon, TSH-ome). Die übrigen Adenome werden als hormoninaktiv bezeichnet.

Diagnose
Das wichtigste diagnostische Verfahren ist die Magnetresonanztomographie (MRT) der Sellaregion. Um die knöchernen Strukturen besser beurteilen zu können, kann ggf. eine Computertomographie (CT) erforderlich sein. Außer bei kleinen Tumoren (Mikroadenome) muß eine augenärztliche Untersuchung einschließlich Gesichtsfeldbestimmung erfolgen. Ebenso ist eine endokrinologische Diagnostik notwendig, um Hormonüberproduktion und/oder –ausfälle festzustellen. Bei hormonell gesichertem zentralen Cushing-Syndrom ohne Tumornachweis im MRT wird eine Blutentnahme aus den hypophysennahen venösen Blutleitern mit einem Hormonstimulationstest empfohlen.

Therapie
Die Operation ist Therapie der ersten Wahl. Bei Prolaktinomen werden in erster Linie Medikamente eingesetzt (Dopaminagonisten: z.B. Dostinex, Norprolac) behandelt. Bei kleinen Prolaktinomen kann auch die Indikation zur Operation geprüft werden. In 95% erfolgt die Operation über eine die Nase bzw. die Nasennebenhöhlen, die übrigen Tumoren werden durch eine Schädeleröffnung versorgt. Bei Patienten mit wachstumshormonaktiven Adenomen (Akromegalie) können mit Somatostatinanaloga (z.B. Sandostatin-LAR) vorbehandlet werden. Diese Medikamente werden auch bei nicht radikal möglicher Operation postoperativ bis zum Einsetzen der Strahlentherapiewirkung eingesetzt. Bei Therapieversagern kommt der Wachstumshormonrezeptorblocker Pegvisomant (Somavert) zum Einsatz. Die Behandlung weiterhin erhöhter Cortisolspiegel bei ACTH-aktiven Tumoren (Cushing-Syndrom) mit Cortisolsynthesehemmern verspricht wenig Erfolg. In diesen Fällen kann an eine Entfernung beider Nebennierenrinden gedacht werden. Wiederwachsende Adenome (sowohl hormonaktiv als auch –inaktiv) werden einer gezielten (stereotaktischen) Strahlentherapie (Linac, Gamma-Knife) zugeführt.

(red)

Quellen:
Tonn Jörg-Christian et al: Oncology of CNS Tumors, Springer Verlag 2010

Copyright: Neuroonkologische Arbeitsgemeinschaft (NOA)
Web: www.neuroonkologie.de

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 10.10.2012

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Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07