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Was ist Hautkrebs?

Unter dem Begriff Hautkrebs werden verschiedene Krebserkrankungen der Haut zusammengefasst, die in vielfältigen Erscheinungsformen auftreten. Unterschieden wird in den sogenannten schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) und der helle Hautkrebs. Zu letzterem zählen das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Zudem gibt es noch einige eher seltene Hautkrebsformen wie unter anderem Angiosarkom, Dermatofibrosarkoma protuberans, malignes fibröses Histiozytom, Liposarkom, Karposisarkom, auf die wegen der Seltenheit nicht eingegangen wird.

Wie häufig tritt Hautkrebs in Deutschland auf?

Die Häufigkeit von Hautkrebs steigt seit einigen Jahrzehnten stetig an. Die höchsten Zuwachsraten weltweit werden in Australien und Neuseeland beobachtet. Hier treten 50 bis 60 Neuerkrankungen am malignen Melanom pro 100.000 Einwohner und Jahr auf. [1] In Deutschland hat sich die Häufigkeit von Neuerkrankungen an schwarzem Hautkrebs zwischen 1970 und 2015 verfünffacht. Ein deutlicher Anstieg der Fälle wird seit 2008 beobachtet. Das liegt unter anderem daran, dass in diesem Jahr das Hautkrebsscreening in Deutschland eingeführt wurde. [2] Insgesamt ist der Anstieg der Hautkrebsfälle eng mit den heute üblichen längeren Aufenthalten der Menschen in der Sonne verknüpft (z. B. durch Urlaubsreisen in südliche Länder).

Jährliche Neudiagnosen von Hauttumoren in Deutschland
Quelle: © gekid.de

Jährliche Neudiagnosen von Hauttumoren in Deutschland (Stand: 15.4.2020)

Das maligne Melanom ist die gefährlichste Hautkrebsart. Das Risiko an einem malignen Melanom zu erkranken liegt gegenwärtig bei ca. 2 %, das heißt, jeder 50. Mensch in Deutschland erkrankt in seinem Leben an einem schwarzen Hautkrebs.

Heller Hautkrebs ist deutlich häufiger als schwarzer Hautkrebs. Da die Erkrankungen des hellen, nicht-melanozytären Hautkrebses in den verschiedenen Krebsregistern unterschiedlich erfasst werden, müssen Daten zur Häufigkeit mit Vorsicht betrachtet werden. Nach Schätzungen, die auf den Daten von sechs Krebsregistern basieren, erkranken in Deutschland jährlich etwa 213.000 Personen an hellem Hautkrebs, davon etwa 77 % an einem Basalzellkarzinom und 22 % an einem Plattenepithelkarzinom. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. [3]

Literatur:

[1] Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, 12 AWMF): Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms, Langversion 3.2, 2019, AWMF Registernummer: 032/024OL, http://www.leitlinienprogramm-onkologie. de/leitlinien/melanom/ (Abruf am: 4.3.2020)
[2] Robert Koch-Institut: Krebs in Deutschland für 2015/2016, Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (Hrsg.); 12. Ausgabe, Berlin 2020
[3] Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016. Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut (Hrsg). Berlin, 2016

 

(as)

Fachliche Beratung: Frau Prof. Dr. med. Imke Satzger

Leitung der Dermatoonkologie, Medizinische Hochschule Hannover

Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählt das Maligne Melanom im Bereich prognostische Parameter und molekulargenetische Untersuchungen sowie molekulare Untersuchungen zur Genese von Plattenepithelkarzinomen.

Letzte inhaltliche Aktualisierung am 12.06.2020

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Zuletzt aufgerufen am: 13.07.2020 22:40