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Vorbeugung und Früherkennung von Hautkrebs

Sonnenschutz beim Kind - Hautkrebs: Vorbeugung & Früherkennung
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Bei allen Arten von Hautkrebs gilt: Der sicherste Schutz besteht darin, übermäßige Sonneneinwirkung zu meiden, und zwar immer in Abhängigkeit vom jeweiligen Hauttyp. Und je früher Hauttumore erkannt werden, desto besser ist die Heilungschance. Daher sollte jeder auf typische Zeichen von Hautkrebs achten. Ab dem 35. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für ein Hautkrebsscreening alle zwei Jahre.

Wie schützt man sich am besten vor der Sonne?

Sonne hat viele positive Effekte: Sie verbessert das psychische und geistige Leistungsvermögen und regt die Bildung von Vitamin D an. Deshalb ist Sonnenstrahlung wichtig für unseren Körper – doch in Maßen. Schon mit einfachen Verhaltensregeln lassen sich die Risiken, die von einer übermäßigen Sonneneinwirkung ausgehen, deutlich reduzieren:

  • Tragen Sie lange, sonnendichte, luftige Kleidung, Sonnenhut und Sonnenbrille. Im Handel gibt es zudem spezielle UV-Schutz-Kleidung.
  • Cremen Sie unbekleidete Stellen, etwa Gesicht, Ohren, Glatze, Schultern, Hände, Unterarme und Fußrücken reichlich mit Sonnenschutzmittel ein.
  • Meiden Sie die Mittagsonne zwischen 11 und 15 Uhr. Beachten Sie, dass in der Nähe zu Wasser, Sand oder Schnee sowie mit wachsenden Höhenmetern im Gebirge die UV-Belastung zusätzlich erheblich ansteigt.

 

Bei einem geplanten längeren Aufenthalt im Freien sollte 30 Minuten zuvor eine Sonnencreme mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor aufgetragen werden, der dem individuellen Hauttyp angepasst ist. Auch die Länge des Sonnenbades richtet sich nach dem Hauttyp. Beim Baden sind wasserfeste Sonnenschutzmittel zu verwenden, textiler Lichtschutz wirkt besser als Sonnencremes. Bei allen Aktivitäten im Freien sollte auch der UV-Index berücksichtigt werden, der Auskunft über die UV-Belastung gibt und beispielsweise in Wetterberichten oder im Internet zu erfahren ist.

Die Benutzung von Solarien und Sonnenbänken wird nicht empfohlen, da auch sie Hautschäden verursachen können. Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist in Deutschland der Solarienbesuch gesetzlich untersagt [1].

Was muss bei der Selbstuntersuchug beachtet werden?

Hautkrebs und seine Vorstufen sind sicht- und tastbar. Deshalb können Sie mit Hilfe von regelmäßigen Selbstuntersuchungen frühzeitig entdecken, wo neue Hautveränderungen aufgetreten oder vorhandene Leberflecken gewachsen sind. Nutzen Sie das Tageslicht, damit Ihnen nichts entgeht. Ein Spiegel kann helfen, ansonsten nicht so gut inspizierbare Hautstellen anzuschauen. Sie können auch Ihre Partnerin oder Ihren Partner bitten, sich an der Überprüfung zu beteiligen. Denken Sie bei Armen und Beinen auch daran, zwischen den Fingern und Fußzehen sowie an den Fußsohlen nachzuschauen, und vergessen Sie den behaarten Kopf nicht.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Pigmentmalen, auch Muttermale oder Leberflecken genannt. Sie sind an sich zwar meist harmlos, doch kann sich unter Umständen aus ihnen ein bösartiger Hauttumor entwickeln. Verändert sich ein über Jahre gleich gebliebener Leberfleck oder treten neue Leberflecke auf, empfiehlt es sich, diese einem Hautarzt zu zeigen.

ABCDE-Regel für die Selbstuntersuchung

Um einen Leberfleck richtig einzuschätzen, hilft die ABCDE-Regel [2]. Wenn mindestens eines der Merkmale zutrifft, sollten Sie den Leberfleck baldmöglichst einer Hautärztin oder einem Hautarzt zeigen.

Unbedingt und unverzüglich sollte eine Hautärztin oder ein Hautarzt aufgesucht werden, wenn:

  • ein vorhandener Leberfleck seine Größe, Form oder Farbe ändert
  • ein Leberfleck zu jucken oder zu bluten beginnt.

 

Grundsätzlich gilt: Bemerken Sie Auffälligkeiten, die Sie verunsichern, sollten Sie diese der Ärztin oder dem Arzt zeigen – lieber einmal unnötig überprüfen, als zu spät. Viele Praxen bieten eine spezielle Sprechstunde zur raschen Abklärung auffälliger Leberflecke an. Die Angst vor Hautkrebs kann belastend sein. Und dieser Leidensdruck verschwindet umso früher, je schneller ein Verdacht abgeklärt wird. Zudem sind die Heilungschancen umso besser, je früher die Diagnose gestellt wird. Bestätigt sich der Verdacht, sind Sie bei der Hautärztin oder dem Hautarzt (Dermatologen) in den besten Händen.

Hautkrebs: ABCDE-Regel - Asymmetrie
Quelle: © Klinik für Dermatologie
und Dermatologische Allergologie
der Friedrich-Schiller-Universität Jena

A wie Asymmetrie

ungleichmäßige, asymmetrische Form: Ein neuer dunkler Hautfleck ist ungleichmäßig geformt, also nicht gleichmäßig rund, oval oder länglich. Außerdem ist es möglich, dass sich die Form eines bereits vorhandenen Hautflecks verändert hat.

Hautkrebs: ABCDE-Regel - Begrenzung
Quelle: © Klinik für Dermatologie
und Dermatologische Allergologie
der Friedrich-Schiller-Universität Jena

B wie Begrenzung

verwaschene, gezackte oder unebene und raue Ränder: Ein dunkler Hautfleck hat verwischte Konturen oder wächst ausgefranst in den gesunden Hautbereich.

Hautkrebs: ABCDE-Regel - Color
Quelle: © Klinik für Dermatologie
und Dermatologische Allergologie
der Friedrich-Schiller-Universität Jena

C wie colour (engl. Farbe)

unterschiedliche Färbungen, hellere und dunklere Bereiche in einem Pigmentmal: Achten Sie auf einen Fleck, der nicht gleichmäßig gefärbt, sondern mit Rosa, Grau oder schwarzen Punkten vermischt ist. Er weist auf ein malignes Melanom hin und sollte grundsätzlich ärztlich untersucht werden. Dasselbe gilt für krustige Auflagen.

Hautkrebs: ABCDE-Regel - Durchmesser
Quelle: © Klinik für Dermatologie
und Dermatologische Allergologie
der Friedrich-Schiller-Universität Jena

D wie Durchmesser

der Durchmesser ist an der breitesten Stelle größer als 5 mm: Pigmentmale, die größer als 5 mm im Durchmesser sind oder eine Halbkugelform haben, sollten kontrolliert werden. Achtung: Es gibt auch Melanome, die kleiner als 5 mm sind.

Hautkrebs: ABCDE-Regel - Erhabenheit
Quelle: © Prof. Dr. Imke Satzger

E wie Erhabenheit

wenn ein Leberfleck mehr als einen Millimeter über das Hautniveau hinausragt und seine Oberfläche rau oder schuppend ist, kann dies ebenfalls ein Zeichen von Hautkrebs sein.

Was passiert beim Hautkrebsscreening?

Hautscreening - Hautkrebs: Vorbeugung & Früherkennung
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Gesetzlich Versicherte haben ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebsscreening, eine Untersuchung, die bei entsprechend qualifizierten Haus und Hautärztinnen und -ärzten erfolgt. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Das Screening verfolgt das Ziel, die drei Hautkrebserkrankungen malignes Melanom, Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom so frühzeitig wie möglich zu erkennen und damit die Prognose zu verbessern. Das Screening ersetzt jedoch die Selbstuntersuchung nicht, sondern ist eine Ergänzung.

Ablauf der Hautkrebsuntersuchung

Die Untersuchung dauert etwa 10 bis 20 Minuten. Die Ärztin oder der Arzt erfragt zunächst Ihre Krankengeschichte und eventuelle Hautkrebserkrankungen in der Familie (Anamnese). Außerdem werden Sie gegebenenfalls über den individuellen Hauttyp, die Risikofaktoren für Hautkrebs, ein vernünftiges Sonnenschutzverhalten sowie die Möglichkeiten zur Selbstkontrolle der Haut beraten. Anschließend wird die gesamte Haut einschließlich der Kopfhaut, alle sichtbaren Schleimhäute und die Nägel untersucht. Dafür müssen Sie sich vollständig entkleiden. Benutzt die Ärztin oder der Arzt ein Auflichtmikroskop (Dermatoskop), wird dies nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und kann Ihnen in Rechnung gestellt werden [3].

Ergibt sich ein auffälliger Befund, werden weitere Untersuchungen veranlasst. Haben Sie bereits selbst eine Auffälligkeit an der Haut oder eine Veränderung eines Leberflecks bemerkt, sollten Sie die Ärztin oder den Arzt unbedingt darauf hinweisen [3].

Vor dem Screening sollte Nagellack von Finger- und Zehennägeln entfernt werden, da Hautkrebs in seltenen Fällen auch unter den Nägeln entstehen kann. Körperschmuck wie Ohrstecker oder Piercings können das Erkennen kleiner Veränderungen ebenfalls erschweren. Verzichten Sie zudem unbedingt auf Make-up.

Literatur

[1] Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (16. Ausschuss) a) zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung – 16/12787, 16/13299 – Entwurf eines Gesetzes zur Regelung des Schutzes vor nichtionisierender Strahlung b) zu dem Gesetzentwurf der Fraktionen der CDU/ CSU und SPD – 16/12276 – Entwurf eines Gesetzes zur Regelung des Schutzes vor nichtionisierender Strahlung http://dip21.bundestag.de/dip21/ btd/16/134/1613431.pdf (17. Juni 2009)
[2] Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention; https://www.unserehaut.de (Abruf am 10.03.2020)
[3] Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Prävention von Hautkrebs, Langversion 1. 1, 2014, AWMF Registernummer: 032/052OL, http://leitlinienprogramm-onkologie.de/ Leitlinien.7.0.html (Abruf am 10.03.2020)

 

(as)

Fachliche Beratung: Frau Prof. Dr. med. Imke Satzger

Leitung der Dermatoonkologie, Medizinische Hochschule Hannover

Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählt das Maligne Melanom im Bereich prognostische Parameter und molekulargenetische Untersuchungen sowie molekulare Untersuchungen zur Genese von Plattenepithelkarzinomen.

Letzte inhaltliche Aktualisierung am 3.07.2020

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Zuletzt aufgerufen am: 14.07.2020 19:33