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Vorbeugung von Lungenkrebs

Nie zu spät: Mit dem Rauchen aufhören!

Lungenkrebs ist eine der wenigen Krebsarten, deren Hauptrisikofaktor zweifelsfrei feststeht: das Rauchen. Schätzungsweise 90 Prozent aller Lungenkrebserkrankungen gehen bei Männern auf aktives Rauchen zurück, bei Frauen sind es 60 Prozent. Zigarettenrauch enthält über 4.000 verschiedene chemische Bestandteile, von denen ca. 50 nachweislich Krebs auslösen. Ähnlich verhält es sich beim Rauchen von Pfeife oder Zigarren. Ausschlaggebend dafür, wie stark sich das Lungenkrebsrisiko durch Rauchen erhöht, ist sowohl die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten als auch die Zahl der Raucherjahre.

Die beste Möglichkeit, sich vor Lungenkrebs zu schützen, besteht darin, das Rauchen aufzugeben oder erst gar nicht damit zu beginnen. Umso früher jemand mit dem Rauchen aufhört, desto größer sind seine Chancen, das Lungenkrebsrisiko wieder demjenigen von Nichtrauchern anzunähern. Allerdings braucht der Regenerationsprozess viel Zeit.

Doch selbst wenn bereits eine Erkrankung an Lungenkrebs eingetreten ist, kann es noch lohnen, das Rauchen aufzugeben – das Risiko, an der Erkrankung zu sterben, sinkt dadurch nachweislich.

Gesunde Ernährung

Eine gesunde Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse kann nur empfohlen werden. So hat der Verzehr von Früchten offenbar eine schützende Wirkung vor Lungenkrebs. Dieser Effekt ist vermutlich auf Antioxidantien zurückzuführen, die oxidative Schäden an der DNA der Zellen verhindern und damit das Krebsentstehungsrisiko verringern.

Schutz vor Radon

Eine weitere häufige Ursache für Lungenkrebs neben dem Rauchen ist das natürlich vorkommende Edelgas Radon. Es entsteht durch den Zerfall von Uran, das praktisch überall im Boden vorkommt. Radon wiederum zerfällt in weitere radioaktive Partikel, die in der Atemluft schweben und sich in den Innenräumen an Gegenständen, Staubpartikeln und feinsten Schwebeteilchen anlagern. Diese geraten beim Einatmen in die Lunge, führen zu einer radioaktiven Bestrahlung und können so Lungenkrebs verursachen.

Beim Bau neuer Gebäude werden Maßnahmen empfohlen, die das Eindringen von Radon aus dem Untergrund verhindern. In Altbauten lässt sich die Radonkonzentration durch häufiges Lüften, Staubwischen, das Abdichten von Fugen und Rissen oder den Einbau einer dicht schließenden Kellertür senken. Auch aufwändigere Sanierungsmaßnahmen, etwa das Auftragen spezieller Beschichtungen auf das Fundament oder der Einbau moderner Belüftungsanlagen, sind möglich, um die Belastung mit Radon möglichst gering zu halten. Bewährt haben sich zudem sogenannte Radonbrunnen im Boden, in denen sich das Gas ansammelt und aus denen es anschließend abgesaugt wird.

 

Früherkennung von Lungenkrebs

Bei Lungenkrebs sind die Heilungschancen umso größer, je eher der Tumor entdeckt wird. Zwei Drittel der Patienten, bei denen nicht-kleinzelliger Lungenkrebs im Stadium I diagnostiziert wird, sind nach fünf Jahren noch am Leben – hingegen haben die meisten Patienten mit einem metastasierten Tumor eine verbleibende Lebenserwartung von weniger als zwei Jahren. Da Lungenkrebs jedoch in der Regel erst spät Beschwerden verursacht, wird er im Frühstadium fast immer per Zufall entdeckt. Bei der Mehrzahl der Patienten hat sich der Tumor bei der Erstdiagnose bereits in die Lymphknoten oder andere Organe ausgebreitet.

Im Gegensatz zu anderen Krebsarten gibt es bisher keine regulären Vorsorgeuntersuchungen. Dies liegt zum einen daran, dass Tests wie Blutuntersuchungen auf Tumormarker oder Sputumanalysen (Auswurf beim Husten) nicht zuverlässig genug sind. Zum anderen konnte bislang nicht nachgewiesen werden, dass ein Screening, beispielsweise mit einer Röntgenuntersuchung der Lunge, tatsächlich einen Vorteil bietet.

Auch das Konzept einer jährlichen Untersuchung von Risikopatienten, also starken Rauchern, mit einer niedrig dosierten Computertomographie konnte sich bisher als Früherkennungsmaßnahme nicht durchsetzen. Eine US-amerikanische Studie ergab, dass die Sterblichkeit durch Lungenkrebs bei diesem Personenkreis um ca. 20 Prozent gesenkt werden kann. Werden alle Einflussfaktoren berücksichtigt, müssten den Berechnungen zufolge 320 Screeninguntersuchungen mit niedrig dosierter CT durchgeführt werden, um einen Todesfall an Lungenkrebs zu verhindern. Die CT-Screeninguntersuchung führt gleichzeitig zu einer hohen Rate an falsch-positiven Befunden – das heißt, sie ergibt einen Krebsbefund, der sich anschließend als falsch herausstellt. Diese Fehldiagnosen bedeuten nicht nur eine erhebliche psychische Belastung, sie ziehen auch weitere Untersuchungen oder sogar Therapien wie eine Operation nach sich, die gewisse Risiken bergen. In Deutschland gibt es derzeit deshalb noch kein Screeningprogramm für Lungenkrebs. Auch aus Gründen des Schutzes vor schädlicher Strahlung ist ein regelmäßiges Röntgenscreening der Lunge hierzulande bislang nicht vorgesehen.

Symptome bei Lungenkrebs

Lungenkrebs entwickelt sich meist im Verborgenen, viele Betroffene bemerken zunächst keine Anzeichen oder Symptome. Oft treten erst im fortgeschrittenen Stadium unspezifische Beschwerden auf:

  • hartnäckiger akuter Husten, der trotz adäquater Behandlung mit zum Beispiel Antibiotika mehr als zwei bis drei Wochen anhält
  • chronischer Husten, der seinen Charakter verändert
  • blutiger und unblutiger Auswurf
  • pfeifende Atmung, Atemnot
  • Fieberschübe und Nachtschweiß
  • Abgeschlagenheit
  • ungewollter Gewichtsverlust
  • Heiserkeit
  • Schmerzen im Brustbereich, Knochenschmerzen
  • Schluckbeschwerden

Das Auftreten solcher Beschwerden bedeutet keinesfalls, dass es sich tatsächlich um Lungenkrebs handelt. Auch andere Erkrankungen wie chronische Bronchitis oder eine Lungenentzündung können sie hervorrufen. Dennoch sollten Symptome ernstgenommen werden und Anlass für einen Arztbesuch sein.

Je früher ein Bronchialkarzinom entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. In frühen Stadien kann die Behandlung heilen, bei fortgeschrittenen Tumorleiden trägt sie dazu bei, die Beschwerden zu lindern, die verbleibende Lebensspanne zu verlängern und die Lebensqualität zu erhalten.

(kvk/red)

Quellen:
Axelsson G et al.: Lung cancer risk from radon exposure in dwellings in Sweden: how many cases can be prevented if radon levels are lowered? Cancer Causes Control 2015; 26:541-47

Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): http://www.bfs.de/DE/themen/ion/umwelt/radon/radon_node.html

Carreras G et al. Reduction of risk of dying from tobacco-related diseases after quitting smoking in Italy. Tumori 2015;101(6):657-63

Koshiaris C et al. Smoking cessation and survival in lung, upper aero-digestive tract and bladder cancer: cohort study. Br J Cancer 2017;117(8):1224-32

Miller, A.B., et al., Fruits and vegetables and lung cancer: Findings from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition. Int. J. Cancer 2004; 108(2):269-76.

Smith-Warner, S.A., et al., Fruits, vegetables and lung cancer: a pooled analysis of cohort studies. Int J Cancer 2003; 107(6):1001-11.

 

Tumoren der Lunge und des Mediastinums. Manual – Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge. Tumorzentrum München (Hrsg). 11. Auflage, München, 2017

The National Lung Screening Trial Research Team. Reduced Lung-Cancer Mortality with Low-Dose Computed Tomographic Screening. N Engl J Med 2011; 365:395-409

Fachliche Beratung
Prof. Dr. Rainer Wiewrodt
Universitätsklinikum Münster

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 27.02.2018

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Aktualisiert am: 20.06.2018 21:06