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Vorbeugung von Lungenkrebs

Bei Krebs ist die Heilungschance umso größer, je eher ein Tumor entdeckt wird. Wäre dies in einem früheren Stadium möglich, könnten bis zu 70 % der Patienten fünf Jahre und mehr überleben. Da Lungenkrebs im Frühstadium jedoch keinerlei Beschwerden verursacht, wird er fast immer per Zufallsbefund entdeckt. Wenn durch einen Lungenkrebs Beschwerden und Symptome hervorgerufen werden, liegt in der Regel ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium vor. Im Gegensatz zu anderen Krebsarten gibt es bisher auch keine regulären Vorsorgeuntersuchungen.

Dies liegt zum einen daran, dass Tests wie Blutuntersuchungen auf Tumormarker oder Sputumanalysen (Untersuchung von Auswurf) nicht zuverlässig genug sind. Zum anderen konnte bisher nicht nachgewiesen werden, dass ein Screening, beispielsweise mittels Röntgen-Untersuchung der Lungen, tatsächlich einen Vorteil bietet.

Die jährliche Untersuchung von Risikopatienten, also starken Rauchern, mit einer jährlichen Niedrigdosis-Computertomographie konnte sich bisher nicht als Früherkennungsmaßnahme durchsetzen. Zwar ergab eine große US-amerikanische Studie, dass die Sterblichkeit durch Lungenkrebs bei diesen Personen dadurch um ca. 20 % gesenkt werden kann. Allerdings wurden diese Ergebnisse inzwischen etwas relativiert. Demnach kommt auf 300 untersuchte Patienten nur ein Betroffener, dem der Tod durch Lungenkrebs mit geeigneten Behandlungsmethoden erspart werden kann. Zudem gab es eine hohe Rate an falsch-positiven Befunden, das heißt, das CT ergab einen Krebsverdacht, obwohl kein Tumor vorlag. Diese Fehldiagnosen bedeuten nicht nur eine erhebliche psychische Belastung, sie ziehen auch weitere Untersuchungen nach sich, die gewisse Risiken bergen können. In Deutschland gibt es derzeit kein Screeningprogramm für Lungenkrebs.

Nie zu spät: Mit dem Rauchen aufhören!

Lungenkrebs ist eine der wenigen Krebsarten, deren Hauptrisikofaktor zweifelsfrei feststeht: das Rauchen. Schätzungsweise 80 bis 90% aller bösartigen Lungentumoren sind dem Rauchen zuzuschreiben, denn Zigarettenrauch allein enthält über 4.000 verschiedene chemische Bestandteile, von denen ca. 50 nachweislich Krebs auslösen. Ähnlich verhält es sich bei allen anderen Tabakprodukten. Fachleute gehen davon aus, dass etwa jeder zehnte Raucher im Laufe seines Lebens ein Lungenkarzinom entwickelt. Ausschlaggebend ist sowohl die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten als auch die der Raucher-Jahre.

Neben dem aktiven erhöht auch das passive Rauchen die Gefahr, an Lungenkrebs zu erkranken.

 

(yia/red)


Quellen:
Goeckenjan G. et al. Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms. Interdisziplinäre S3-Leitlinie, in: Pneumologie 2010; Bd. 64 (Suppl. 2): S 23-155.
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
The National Lung Screening Trial Research Team. Reduced Lung-Cancer Mortality with Low-Dose Computed Tomographic Screening. NEJM 2011;365:395-409

Fachliche Beratung
Prof. Dr. Frank Griesinger
Klinik für Strahlentherapie und Internistische Onkologie
Pius Hospital Oldenburg

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 04.05.2017

Weitere Informationen zum Thema Rauchen und Krebs:

Weitere Basisinformationen zum Lungenkrebs:

Aktualisiert am: 23.08.2017 16:34