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Therapie von Lungenkrebs

Infusion, Quelle: © ineula - fotolia.com
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Durch intensive Forschung hat sich in den letzten Jahren eine Erkenntnis immer stärker herauskristallisiert: Lungenkrebs ist nicht gleich Lungenkrebs. Jeder Tumor ist ein komplexes Gebilde mit spezifischen Merkmalen, wie z. B. einer bestimmten Gewebeart oder einem konkreten Stadium der Ausbreitung. Besonders im fortgeschrittenen Stadium spielt heute auch die molekularbiologische Begutachtung des Krebses eine wichtige Rolle. Wenn Pathologen z. B. eine bestimmte Mutation im Genom (Erbgut) der Krebszelle feststellen, kann dies ausschlaggebend für die Wahl der Therapie sein. Daher werden solche Mutationstests heute in den meisten Behandlungszentren schon routinemäßig durchgeführt. Der Einsatz so genannter „Biologicals“, die gezielt in den Tumorstoffwechsel eingreifen, ist manchmal auch vom Gewebetyp abhängig. Somit wandelt sich das „Gießkannenprinzip“, bei dem jeder Patient bei einem fortgeschrittenen Lungenkrebs die gleiche Chemotherapie bekommt, immer mehr in Richtung einer individualisierten (oder auch „personalisierten“) Therapie. Häufig wird dafür auch der Begriff „maßgeschneiderte Therapie“ verwendet.

Da die Therapie – insbesondere eine Operation oder eine Lungenbestrahlung – Einfluss auf die Lungenfunktion hat, müssen auch das Alter, der allgemeine Gesundheitszustand und Begleiterkrankungen des Patienten berücksichtigt werden. Herz- und Lungenfunktionsprüfungen geben Auskunft darüber, ob bestimmte Behandlungsmethoden aus gesundheitlichen Gründen möglicherweise nicht eingesetzt werden können. Um dies am besten beurteilen zu können, arbeiten verschiedene Fachärzte wie Pneumologen, Onkologen und Chirurgen eng zusammen.

Die Art der Therapie hängt entscheidend davon ab, um welche Form von Lungenkrebs (nicht-kleinzellig oder kleinzellig) es sich handelt und wie weit die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose fortgeschritten ist. Da die Behandlung unter Umständen Einfluss auf die Lungenfunktion hat, müssen neben dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand vor allem Vorerkrankungen der Lunge des Patienten berücksichtigt werden. Herz- und Lungenfunktionsprüfungen geben Auskunft darüber, ob bestimmte Behandlungsmethoden aus gesundheitlichen Gründen möglicherweise nicht eingesetzt werden können.

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Zur Therapie des nichtkleinzelligen Lungenkarzinoms:

Zur Therapie des kleinzelligen Lungenkarzinoms:

Lungenkrebszentren

Lungenkrebszentren sollen den Patienten eine optimale Behandlung entsprechend den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Therapierichtlinien garantieren. Solche Zentren werden durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert. Dafür müssen die Einrichtungen strenge Vorgaben erfüllen, wie z. B. eine Mindestanzahl von speziell qualifizierten Fachärzten. Zudem müssen pro Jahr wenigstens 200 Patienten mit Lungenkrebs dort behandelt und mindestens 75 Patienten an Lungenkrebs operiert werden. Auf diese Weise können umfangreiche Erfahrungen mit der Erkrankung gesammelt und laufend erweitert werden. Die Behandlung im Lungenkrebszentrum erfolgt interdisziplinär durch Lungenfachärzte, Thoraxchirurgen, Strahlentherapeuten, Onkologen, Pathologen und Radiologen. Sie nehmen regelmäßig an einer mindestens wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenz teil, in der für jeden Patienten ein individueller Behandlungsplan erarbeitet wird.

 

(red)

Quellen:
Goeckenjan G et al. Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms. Interdisziplinäre S3-Leitlinie. Pneumologie 2010; 64 (Suppl. 2): S23-S155.
Huber R.M.: Tumoren der Lunge und des Mediastinums, W. Zuckschwerdt Verlag München 9. Aufl. 2011.
Reinmuth N et al. State of the Art – Medikamentöse Therapier des Lungenkarzinoms. ONKOLOGIE heute 4/2013.
Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums.www.krebsinformationsdienst.de
Lungenärzte im Netz. Hrsg. Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und Bundesverband der Pneumologen e.V. (BdP).www.lungenaerzte-im-netz.de
Lungenkrebs - ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige und Interessierte. Heft 10 aus der Blauen Reihe der Deutschen Krebshilfe, 3/2013.
Preiß J et al. Taschenbuch Onkologie. Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie. Zuckschwerdt Verlag 2010.
Onkopedia Leitlinie der DGHO, Lungenkarzinom, kleinzellig (SCLC), Stand April 2017 https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/lungenkarzinom-kleinzellig-sclc/@@view/html/index.html

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 04.05.2017

Weitere Basisinformationen zum Lungenkrebs

Aktualisiert am: 18.10.2017 17:16