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Lungenkrebs, Bronchialkarzinom: Definition und Häufigkeit

In über 80% der Fälle sind Tumoren der Lunge bösartig. Lungenkrebs, auch Lungenkarzinom oder Bronchialkarzinom genannt, kann in allen Abschnitten der Lunge entstehen. Mehr als die Hälfte der Tumoren entwickeln sich in den oberen Teilen der Lungenflügel. Das hängt damit zusammen, dass diese Lungenbereiche bei der Atmung stärker belüftet werden und somit auch schädigenden Substanzen in stärkerem Maße ausgesetzt sind.

Die Mehrzahl der Lungentumoren entwickelt sich aus den Zellen der Schleimhaut, die die Bronchien auskleidet. Die Entartung der Schleimhautzellen ist ein schrittweiser Prozess. Gelegentlich treten in einer frühen Phase der Krebsentwicklung Veränderungen in der Schleimhaut auf, die als Krebsvorläufer erkannt werden können.

Es gibt verschiedene Arten von Lungenkarzinomen. Besonders aggressiv ist das kleinzellige Lungenkarzinom, das sehr schnell wächst und sich rasch im Körper ausbreitet. Lungenkrebs-ArtenDie nicht-kleinzelligen Lungenkarzinome – dazu gehören das Plattenepithelkarzinom, das Adenokarzinom und das großzellige Karzinom – wachsen in der Regel langsamer. Mehr als 80 % aller Lungenkarzinome sind nicht-kleinzellige Lungentumoren. Kleinzellige Lungenkarzinome treten in weniger als 20 % der Fälle auf. Um welche Art von Tumor es sich handelt, lässt sich nur durch die histologische (feingewebliche) Untersuchung des Krebsgewebes durch einen Pathologen feststellen.

Wie häufig ist Lungenkrebs?

Lungenkrebs gehört in der Bundesrepublik Deutschland zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen. Im Jahr 2013 erkrankten nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts ca. 35.000 Männer und 19.000 Frauen an dieser Krebsart. Während die Neuerkrankungsrate bei Männern seit Ende der 1980er Jahre langsam zurückgeht, steigt sie bei Frauen kontinuierlich an.

Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren, wobei der Altersdurchschnitt tendenziell steigt. Zum Teil erschwert dies die Behandlung, da bei älteren Menschen mehr Begleiterkrankungen vorliegen. Das Erkrankungsrisiko nimmt mit dem Alter zu und steht außerdem in direktem Zusammenhang mit dem Tabakkonsum.

Da die über- wiegende Mehrheit der Lungenkrebserkrankungen durch Rauchen ausgelöst wird, ist die wirksamste Vorbeugung, das Rauchen aufzugeben oder erst gar nicht damit anzufangen.


(vm/red)

Quellen:
[1] Goeckenjan G. et al. Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms. Interdisziplinäre S3-Leitlinie, in: Pneumologie 2010; Bd. 64 (Suppl. 2): S 23-155.
[2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
[3] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016
[4] Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Sterbefälle 2011: http://www.gbe-bund.de; letzter Aufruf: 12.9.2013


Fachliche Beratung
Prof. Dr. Frank Griesinger
Klinik für Strahlentherapie und Internistische Onkologie
Pius Hospital Oldenburg

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 04.05.2017

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Aktualisiert am: 20.09.2017 12:54