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Die Lunge: Aufbau und Funktion

Wie funktioniert unser Atmungssystem?

Die Lunge liegt, zusammen mit dem Herzen und den großen Blutgefäßen, in der Brusthöhle. Sie besteht aus dem rechten und linken Lungenflügel. Die Lungenflügel sind in so genannte Lungenlappen unterteilt, diese wiederum in mehrere Lungensegmente.

Beim Einatmen strömt die Luft durch die Nase bzw. den Mund, den Rachen und den Kehlkopf in die Luftröhre. Die Luftröhre ist ein elastisches, etwa zehn bis zwölf Zentimeter langes Rohr, das vom Kehlkopf ausgehend hinunter in den Brustraum zieht und sich dort in die beiden Hauptbronchien aufteilt. Jeder Hauptbronchus versorgt einen Lungenflügel mit Atemluft. Er verzweigt sich wie die Zweige eines Baumes in immer kleinere Äste. Dadurch entstehen die Lungensegmente. Innerhalb der Segmente verzweigen sich die Bronchien weiter und münden schließlich in kleine Lungenbläschen, Alveolen genannt.

Durch die Wände der Alveolen, etwa 300 Millionen an der Zahl, findet der Gasaustausch statt: Hier wird Sauerstoff ins Blut aufgenommen und umgekehrt Kohlendioxid, ein Abfallprodukt der Körperzellen, aus dem Blut an die Luft abgegeben. Mit dem Blutstrom gelangt der lebensnotwendige Sauerstoff in die Körperzellen, wo er zur Energiegewinnung eingesetzt wird.

Die Luftröhre und die Bronchien sind von einer Schleimhaut ausgekleidet. Diese ist mit einem dichten Saum von beweglichen Flimmerhärchen besetzt, die dafür sorgen, dass kleine Staubpartikel oder andere Fremdkörper, die in die Luftröhre gelangen und an der schleimigen Oberfläche hängenbleiben, wieder aus den Luftwegen abtransportiert werden.

Aufbau der Lunge © Quelle: Blueringmedia Fotolia.com
Aufbau der Lunge © Quelle: Blueringmedia Fotolia.com

Lungenfunktion und Leistungsfähigkeit

Ein erwachsener Mensch atmet in Ruhe etwa zwölf bis fünfzehn Mal pro Minute ein und aus. Bei jedem Atemzug wird etwa ein halber Liter Luft eingeatmet. Bei Anstrengung kann schneller und auch tiefer eingeatmet werden. Die körperliche Leistungsfähigkeit ist von der Lungenfunktion abhängig. Ist die Lunge nicht in der Lage, die in der jeweiligen Situation benötigte Menge Sauerstoff zu liefern, kommt es zum Empfinden von Luftnot (Dyspnoe).

Die Lungenfunktion lässt sich mit Hilfe verschiedener Atemtests messen. Müssen größere Teile der Lunge aufgrund eines bösartigen Tumors operativ entfernt oder bestrahlt werden, kann die Lungenfunktion eingeschränkt sein. Eine gesunde Lunge mit ausreichender Reserveleistung kompensiert den Verlust von Lungengewebe in der Regel gut. Ist die Lungenfunktion jedoch vorher schon eingeschränkt, etwa infolge einer chronischen Bronchitis bei regelmäßigem Rauchen, macht sich ein weiterer Verlust von Lungengewebe bemerkbar. Dies kann unter Umständen ein Ausschlussgrund für eine Operation sein.


(kvk/red)


Quellen:
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung
Prof. Dr. Rainer Wiewrodt
Universitätsklinikum Münster

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 27.02.2018

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Aktualisiert am: 22.05.2018 23:12