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Rehabilitation – Der Weg zurück in den Alltag

Frau mit Gymnastikball, Quelle: © Eric Fahrner - fotolia.com
Quelle: © Eric Fahrner - fotolia.com

Eine Krebserkrankung ist für die Betroffenen immer ein einschneidendes Ereignis. Wenn die Behandlung des Brustkrebses abgeschlossen ist, bedeutet dies für die allermeisten Patientinnen nicht, dass sie nun nahtlos wieder in den Alltag zurückkehren können. Ihre körperliche Leistungsfähigkeit ist oft beeinträchtigt, und viele haben auch mit psychischen Problemen zu kämpfen.

Während der und im Anschluss an die Therapie geht es deshalb darum, so schnell wie möglich körperlich fit und seelisch stabil zu werden; gegebenenfalls gilt es auch die Erwerbsfähigkeit wiederherzustellen. Um diese Rückkehr ins Leben zu unterstützen, haben Krebspatientinnen im Anschluss an die Tumorbehandlung Anspruch auf rehabilitative Leistungen.

Die Rehabilitation sollte möglichst bald nach der Operation geplant werden. Wenn sich an die Tumorentfernung eine Chemotherapie anschließen soll, kann der Reha-Aufenthalt entweder im Anschluss daran erfolgen oder Teile der Chemotherapie werden in einer Reha-Klinik durchgeführt. Andere medikamentöse Behandlungen – z. B. Antihormontherapien – können parallel zu den Rehabilitationsmaßnahmen vorgenommen werden.

Meist gibt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt oder der Sozialdienst der Klinik schon Hinweise, welche Rehabilitationseinrichtungen für die Patientinnen in Frage kommen könnten. Wenn nicht, können sich gesetzlich versicherte Patientinnen an die zentralen Servicestellen REHA wenden. Aber auch bei Krankenkassen, Rentenversicherungsträgern oder beim Bundesverband der Frauenselbsthilfe können die Adressen der Servicestellen erfragt werden.

Was heißt Rehabilitation?

Die Rehabilitation umfasst körperliche und psychosoziale Maßnahmen zur „Wiederherstellung“. Sie richten sich gegen durch die Erkrankung ausgelöste körperliche, psychische, soziale und berufliche Einschränkungen oder beugen ihnen vor. Außerdem sollen die Patientinnen bei der Bewältigung ihrer Krankheit im Alltag unterstützt werden.

Zu den Leistungen der medizinischen Rehabilitation zählen:

  • ärztliche und pflegerische Behandlung, Arzneimitteltherapie,
  • Ergotherapie,
  • psychosoziale Angebote zur Verbesserung der Lebensqualität, zur Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung, zum Abbau von Angst und Depressionen,
  • Bewegungstherapie mit Kraft- und Ausdauertraining zur Wiederherstellung von körperlicher Leistungsfähigkeit, zur Linderung des Erschöpfungs-Syndroms („Fatigue“) sowie psychosozialer Belastungen,
  • Physiotherapie gegen Beeinträchtigungen der Schulter-Arm-Beweglichkeit nach Brustoperationen,
  • manuelle Lymphdrainage zur Behandlung von Lymphödemen und stauungsbedingten Infektionen im Armbereich.
  • Abfragen und Abklärung von Einschränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit
  • Bei einer Nervenschädigung im Sinne einer Chemotherapie-verursachter Polyneuropathie (CIPN): Diagnostik und Therapieangebote wie Schmerz-, Physio- oder Ergotherapie

 

Stationär oder ambulant?

Rehabilitationsmaßnahmen können stationär, teilstationär oder ambulant erfolgen. Welche Variante gewählt wird, hängt von den individuellen Voraussetzungen der Patientin ab: Welche Therapien laufen ggf. noch, wie ist ihre familiäre Situation, gibt es geeignete ambulante Einrichtungen in Wohnortnähe etc. Insbesondere zählt natürlich der Wunsch der Patientin.

Stationäre Rehabilitation

In einer spezialisierten Rehabilitationsklinik werden die Frauen rund um die Uhr betreut. Es gibt die unterschiedlichsten Angebote, alle an einem Ort. Ein Vorteil ist auch, dass die Patientinnen hier untereinander ihre Erfahrungen austauschen können.

Teilstationäre Rehabilitation

Bei der teilstationären Rehabilitation halten sich die Patientinnen von morgens bis nachmittags im Rehabilitationszentrum auf, kehren aber abends und an den Wochenenden nach Hause zurück. Diese Möglichkeit ist vor allem für Patientinnen interessant, die in der Nähe einer entsprechenden Rehabilitationsklinik wohnen und denen es körperlich vergleichsweise gut geht.

Ambulante Rehabilitation

Physiotherapie, Ergotherapie, Ernährungsberatung, PsychotherapieEinrichtungen am Wohnort bieten ambulant ein breites Spektrum von Rehabilitationsmaßnahmen an, ohne dass ein stationärer Aufenthalt nötig ist. Die ambulante Rehabilitation eignet sich für Patientinnen, die gern in ihrem häuslichen Umfeld bleiben möchten und in deren Wohnortnähe sich keine geeignete Reha-Klinik für die teilstationäre Betreuung befindet.

Wer trägt die Kosten?

Die Kosten für Rehabilitationsmaßnahmen übernehmen bei gesetzlich Versicherten die Krankenkassen oder die Rentenversicherung. Welche Versicherung letztendlich die Leistungen trägt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, z. B., ob ein Wiedereinstieg ins Berufsleben geplant ist. Bei privat Versicherten gilt der jeweilige Vertrag.

Zurück ins Berufsleben

Für die berufliche Wiedereingliederung stehen Krebspatientinnen sogenannte „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ zu. Diese umfassen berufliche Aus- und Weiterbildung genauso wie die Erstattung von Kosten für technische Arbeitshilfen oder Einarbeitungszuschüsse. Wenn die Tätigkeit stufenweise wieder aufgenommen wird, greift das „Hamburger Modell“: Solange die Patientin noch nicht wieder voll einsatzfähig ist und nur anteilig arbeitet, erhält sie weiterhin Kranken- bzw. Übergangsgeld.

(pp)

Quellen:
Blauer Ratgeber „Brustkrebs: Antworten, Hilfen, Perspektiven“ von der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Krebsgesellschaft. Stand: Januar 2019: https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/infothek/infomaterial-kategorie/die-blauen-ratgeber/

AGO Empfehlungen „Diagnosis and Treatment of Patients with Primary and Metastatic Breast Cancer”, Stand: April 2022: https://www.ago-online.de/leitlinien-empfehlungen/leitlinien-empfehlungen/kommission-mamma

Patientenratgeber zu den Empfehlungen der AGO Kommission Mamma, Stand: 2022: https://www.ago-online.de/fileadmin/ago-online/downloads/AGO_Brustkrebs_2019.pdf

Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Langversion 4.4, Stand: Juni 2021: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/mammakarzinom/

Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg – Krebsinformationsdienst: Rehabilitation nach Krebs: Was hilft beim Gesundwerden? https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/alltag/rehabilitation-nach-krebs.php

Blauer Ratgeber „Brustkrebs: Antworten, Hilfen, Perspektiven“ von der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Kregsbgesellschaft. Stand: Januar 2019: https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/infothek/infomaterial-kategorie/die-blauen-ratgeber/

 

Prof. Lüftner
Quelle: © dkg-web.gmbh

Fachliche Beratung

Prof. Dr. med. Diana Lüftner ist Oberärztin an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie, an der Charité, Campus Virchow-Klinikum Humboldt-Universität zu Berlin. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem Gebiet der soliden Tumore, insbesondere des Mammakarzinoms in allen Erkrankungsstadien, der gastrointestinalen Tumore sowie der Supportivtherapie.
Charité zu Berlin, Campus Virchow-Kliniken

 

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Fachliche Beratung

Prof. Dr. med. Volkmar Müller ist Stellvertretender Klinikdirektor mit leitung der konservativen gynäkologischen Onkologie und der onkologischen Tagesklinik im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Er ist Facharzt für Freienheilkunde und Geburtenhilfe mit Schwerpunkt Palliativmedizin und Medikamentöse Tumortherapie.
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

 

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Fachliche Beratung

Prof. Dr. med. Anton Scharl ist Direktor der Frauenklinik der Kliniken Nordoberpfalz AG. Er leitet zudem das zertifizierte Brustzentrum und das Perinatalzentrum.
Kliniken Nordoberpfalz AG

 

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 03.06.2022

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Zuletzt aufgerufen am: 24.06.2022 17:21