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Kinderwunsch nach Brustkrebs

Besonders für junge Brustkrebspatientinnen kann es wichtig sein, nach Abschluss der Therapie noch Mutter werden zu können. Dem steht nach abgeschlossener Therapie aus onkologischer Sicht nichts im Wege. Jedoch können bestimmte Chemotherapien in hohen Dosierungen dauerhaft die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, auch langandauernde Antihormontherapien können v. a. bei Frauen kurz vor den Wechseljahren die Eierstockfunktion zum Erliegen bringen. Bestrahlungen machen nicht unfruchtbar, wenn die Eierstöcke nicht direkt bestrahlt werden.

Einen optimalen Zeitpunkt für die Erfüllung des Kinderwunsches, d. h. eine notwendige längere „Wartezeit“ nach abgeschlossener Therapie gibt es nicht. Möchte eine Patientin die Brustkrebstherapie, z. B. die mehrjährige Antihormontherapie, wegen des Kinderwunsches nicht zu Ende führen bzw. Pausieren, sollte jedoch vor Absetzen der Behandlung und evtl. Verhütung ein Beratungsgespräch mit den betreuenden Ärztinnen und Ärzten erfolgen.

Besteht ein Kinderwunsch, sollte dies von Vornherein in die Therapieplanung einbezogen werden, d.h. eine erste Beratung sollte bereits vor Beginn der Brustkrebstherapie erfolgen, um fertilitätserhaltende Maßnahmen schon vor Therapiebeginn einleiten zu können. Informationen erhalten Betroffene bei ihrer Frauenärztin bzw. ihrem Frauenarzt, dem betreuenden zertifizierten Brustzentrum sowie beim Netzwerk fertiPROTEKT.

(pp)

Quellen:
[1] AGO Empfehlungen „Diagnosis and Treatment of Patients with Primary and Metastatic Breast Cancer”, Stand März 2015
http://www.ago-online.de/de/fuer-mediziner/leitlinienempfehlungen/mamma/
[2] AGO Patientenratgeber Brustkrebs zu den AGO-Empfehlungen 2015
http://www.ago-online.de/de/fuer-patienten/patientenratgeber
[3] Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg – Krebsinformationsdienst: Brustkrebs: Informationen für Patientinnen, Angehörige und Interessierte.http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs
[4] Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Langversion 3.0, Aktualisierung 2012 (Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Medizinische Fachgesellschaften), online unter http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-045OL_l_S3__Brustkrebs_Mammakarzinom_Diagnostik_Therapie_Nachsorge_2012-07.pdf
[5] Patientenleitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Medizinische Fachgesellschaften, online unter http://www.krebshilfe.de/wir-informieren/material-fuer-betroffene/patientenleitlinien.html
- Patientenleitlinie „Brustkrebs. Die Ersterkrankung und DCIS – Eine Leitlinie für Patientinnen“, Stand 2010
- Patientenleitlinie „Brustkrebs II - Die fortgeschrittene Erkrankung, Rezidiv und Metastasierung“, Stand 2011
- Patientenleitlinie „Früherkennung von Brustkrebs. Eine Entscheidungshilfe für Frauen“, Stand 2010

Fachliche Beratung: 
Prof. Dr. Fehm Universitätsfrauenklinik Düsseldorf
Prof. Dr. Scharl Klinikum Amberg
Prof. Dr. Lux Universitätsfrauenklinik Erlangen

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 23.02.2017

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Aktualisiert am: 17.08.2017 17:03