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Expertensprechstunde: Chemotherapie bei Brustkrebs

Brustkrebsspezialist beantwortete Fragen zu Chemotherapie bei metastasiertem Brustkrebs

Prof. Christian Jackisch
Prof. Christian Jackisch (© pr)

In unserer Expertensprechstunde am 8. September 2014 beantwortete Prof. Christian Jackisch Fragen zu Chemotherapie beim metastasierten Brustkrebs. Die Antworten können Sie nun auch als Video anschauen oder im Protokoll nachlesen.

Im Mittelpunkt unserer Expertensprechstunde am 8. September 2014 stand die Frage, welche Chemotherapien es beim fortgeschrittenen Brustkrebs gibt und wann sie eingesetzt werden. Auch Nebenwirkungen und deren Behandlung waren Thema des Gesprächs. Mit Prof. Christian Jackisch stand uns für die Beantwortung der Patientinnen-Fragen ein anerkannter Brustkrebs-Experte zur Verfügung: Als Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Sana Klinikum Offenbach verfügt er über langjährige praktische Erfahrungen in der Behandlung von Brustkrebspatientinnen und ist zudem an zahlreichen wissenschaftlichen Studien zur Entwicklung neuer Therapiemethoden beteiligt.

In einem einleitenden Vortrag umfasste Prof. Jackisch zunächst die Situation, in der Frauen mit metastasiertem Brustkrebs sich befinden: Da die Erkrankung in diesem Stadium nicht mehr heilbar sei, müsse man versuchen, das Fortschreiten der Erkrankung so lange wie möglich zu verzögern, Symptome zu lindern, aber gleichzeitig die Lebensqualität zu erhalten. Auch in dieser Phase könne Brustkrebs mit den  heute zur Verfügung stehenden Möglichkeiten noch lange Zeit aufgehalten werden: „Ich bezeichne daher die metastasierte Erkrankungsphase lieber als chronische Phase, da 'palliative Situation' meines Erachtens nicht der richtige Ausdruck dafür ist“, so Jackisch. Entscheidend für die Wahl der Therapie sei der therapeutische Index, das heißt die Balance zwischen Nutzen und Nebenwirkungen einer Behandlung. „Wir wollen in der metastasierten Situation für jede Patientin die individuell richtige Lösung finden, das heißt wir suchen quasi nach dem therapeutischen Maßanzug.“  

Die schwierige Suche nach der individuellen Therapie

Was diese Suche in der Praxis bedeutet, wurde bei der Beantwortung der zahlreichen Patientinnenfragen deutlich, die oftmals sehr spezielle Situationen und Probleme behandelten. So ging es unter anderem um die Therapie von Metastasen in Lunge und Leber, wie auch um seltene Magen- und Bauchfellmetastasen. Mehrere Patientinnen erkundigten sich, welche Kriterien darüber entscheiden, wann und in welcher Reihenfolge die verschiedenen Therapien eingesetzt werden. „In ärztlichen Leitlinien sind die Ergebnisse von Untersuchungen zusammengetragen, die beispielsweise die Reihenfolge von verschiedenen Therapien untersucht haben. Daher wissen wir, mit welcher Behandlung man am besten beginnt und welche im nächsten Schritt folgen sollte“, erklärte Prof. Jackisch. „Und unsere Leitlinien sagen: Bei metastasiertem Brustkrebs soll zuerst mit einer Antihormontherapie behandelt werden – vorausgesetzt, es sind Hormonrezeptoren vorhanden. Chemotherapien kommen zum Einsatz, wenn dies nicht der Fall ist bzw. wenn hormonelle oder andere Therapiemöglichkeiten nicht erfolgversprechend sind – oder aber wenn Lebensgefahr besteht, z. B. bei Atemnot oder wenn die Leber nicht richtig funktioniert.“

Prof. Jackisch beantwortete ausführlich spezifische Fragen von Patientinnen, die unterschiedlichste Chemotherapien erhalten. Im Zusammenhang mit Wirkstoffen wie Capecitabin, nabPaclitaxel, Gemcitabin oder Eribulin ging es dabei um typische Nebenwirkungen und deren Behandlung sowie um praktische Aspekte wie beispielsweise die Möglichkeit von Dosisanpassungen oder verschiedene Verabreichungsarten.

„Wir haben heute eine Vielzahl an Möglichkeiten, um einerseits den Anforderungen der Brustkrebserkrankung, andererseits aber auch den Wünschen der Patientinnen entsprechen zu können. Dabei braucht die metastasierte Brustkrebserkrankung viele Experten: Schmerztherapeuten, Strahlentherapeuten, Onkologen, manchmal auch Chirurgen und psychosoziale Berater.“ Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche einerseits und das vertrauensvolle Gespräch zwischen Therapeuten und Patientin andererseits seien die Basis einer optimalen Behandlung bei metastasiertem Brustkrebs, resümierte Prof. Jackisch.


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Aktualisiert am: 25.08.2016 15:43