Angaben zum Autor, Fachberater und Erstelldatum finden Sie am Ende des Beitrages.

Der Erkrankungsverlauf bei Brustkrebs

Wie verläuft die Brustkrebserkrankung?

Rechtzeitig erkannt und leitliniengerecht behandelt, sind die meisten Brustkrebs-Erkrankungen heilbar. Die Zahl der Sterbefälle sinkt seit Jahrzehnten kontinuierlich, obwohl mehr Frauen an Brustkrebs erkranken. Fünf Jahre nach der Diagnose sind 87 Prozent der Patientinnen noch am Leben. Allerdings muss bei Brustkrebs – im Gegensatz zu vielen anderen Krebserkrankungen – mitunter auch nach längerer Zeit noch mit dem Auftreten von Lokalrezidiven oder Metastasen gerechnet werden, so dass oft langfristige Anschlusstherapien empfohlen werden.

Voraussetzung für eine dauerhafte Heilung ist, dass der Tumor vollständig zerstört wird. Dies gelingt am besten, wenn er in einem frühen Stadium erkannt wird und noch keine Metastasen in anderen Körperregionen vorhanden sind. Bei etwa 20 Prozent der Brustkrebspatientinnen streut der Tumor allerdings trotz Behandlung in andere Körperregionen, bildet also Metastasen. Bei 7 Prozent der Frauen sind Metastasen bereits bei der Erstdiagnose „Brustkrebs“ vorhanden. Im fernmetastasierten Stadium besteht mit den heute bekannten Behandlungsmethoden keine Aussicht auf vollständige Heilung, d. h. auf dauerhafte Entfernung aller Tumorzellen aus dem Körper.

Die Therapie ist in dieser Situation darauf ausgerichtet, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und die Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten, z. B. durch Linderung von Symptomen. Einige Therapieansätze haben auch zu einer Verlängerung des Überlebens geführt. Wie lange eine Patientin mit einem metastasierten Brustkrebs überleben kann, ist abhängig von der Bösartigkeit des Tumors und von der Art der Metastasen. Während Patientinnen mit Knochen- und Hautmetastasen eine verhältnismäßig günstige Prognose haben, ist die Situation bei Metastasen in Lunge, Hirn und Leber leider oft weniger gut.

Die durchschnittliche Lebenserwartung bei metastasiertem Brustkrebs liegt bei etwa zwei bis vier Jahren nach dem ersten Auftreten von Metastasen. Doch etwa ein Viertel der Patientinnen lebt noch nach fünf Jahren und jede zehnte Betroffene zehn Jahre oder länger. Diese Angaben beruhen jedoch auch auf historischen Betrachtungen; wie lange eine Patientin mit den heutigen, modernen Therapien leben kann, ist noch nicht bekannt. Neuere Studien, z. B. zu endokrinen Therapien oder Her2-zielgerichteten Therapien, zeigen durchschnittliche Überlebenszeiten von vier bis fünf Jahren und es sind aufgrund der neuen Entwicklungen der letzten Jahre weitere deutliche Verbesserungen zu erwarten.

 

(pp)

Quellen:

[1] AGO Empfehlungen „Diagnosis and Treatment of Patients with Primary and Metastatic Breast Cancer”, Stand: April 2022: https://www.ago-online.de/leitlinien-empfehlungen/leitlinien-empfehlungen/kommission-mamma

[2] Patientenratgeber zu den Empfehlungen der AGO Kommission Mamma, Stand: 2022: https://www.ago-online.de/fileadmin/ago-online/downloads/AGO_Brustkrebs_2019.pdf

[3] Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Langversion 4.4, Stand: Juni 2021: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/mammakarzinom/

Prof. Lüftner Fachberatung Brustkrebs
Quelle: © DIGIMED Verlag GmbH

Fachliche Beratung

Prof. Dr. med. Diana Lüftner ist ärztliche Leitung und Chefärztin der Immanuel Klinik Märkische Schweiz mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem Gebiet der soliden Tumore, insbesondere des Mammakarzinoms in allen Erkrankungsstadien, der gastrointestinalen Tumore sowie der Supportivtherapie.
Immanuel Klinik Märkische Schweiz

 

Quelle: © DIGIMED Verlag GmbH

Fachliche Beratung

Prof. Dr. med. Volkmar Müller ist Stellvertretender Klinikdirektor mit Leitung der konservativen gynäkologischen Onkologie und der onkologischen Tagesklinik im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Er ist Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtenhilfe mit Schwerpunkt Palliativmedizin und Medikamentöse Tumortherapie.
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

 

Quelle: © DIGIMED Verlag GmbH

Fachliche Beratung

Prof. Dr. med. Anton Scharl ist Direktor der Frauenklinik der Kliniken Nordoberpfalz AG. Er leitet zudem das zertifizierte Brustzentrum und das Perinatalzentrum.
Kliniken Nordoberpfalz AG

 

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 28.06.2022

Newsletter

Aktuell | Informativ | Kompetent – wichtige Infos zum Thema Krebs nicht verpassen!

Für medizinisches Fachpublikum sowie für Patient*innen und Interessierte: Bleiben Sie auf dem Laufenden mit dem monatlichen Newsletter des ONKO-Internetportals!

Zur Newsletteranmeldung

 

Weitere Informationen zum Thema Brustkrebs:

Nachrichten zum Thema Brustkrebs

Zuletzt aufgerufen am: 21.05.2024 13:15