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Bauchspeicheldrüse – Anatomie und Funktion

Anatomie der Bauchspeicheldrüse im Körper, Quelle: © bilderzwerg - fotolia.com
Quelle: © bilderzwerg - fotolia.com

Die Bauchspeicheldrüse – auch Pankreas genannt – ist eine der größten Drüsen des menschlichen Körpers. Sie liegt unmittelbar unterhalb des Zwerchfells im hinteren Teil der Bauchhöhle, quer hinter dem Magen zwischen Milz und Zwölffingerdarm.

Die Bauchspeicheldrüse hat eine Länge von etwa 15 bis 20cm und wiegt etwa 70g. Sie lässt sich in drei Abschnitte unterteilen: Den dickeren rechten Teil, der sich in die Biegung des Zwölffingerdarms schmiegt und als Kopf bezeichnet wird; das Mittelstück, auch Körper genannt, das die Wirbelsäule in Höhe des 1. und 2. Lendenwirbels überquert, und der Schwanz, das dünne linke Ende, das sich bis zur Milz erstreckt. 
Die Bauchspeicheldrüse erfüllt zwei lebenswichtige Funktionen: Zum einen produziert sie die Verdauungssäfte, die für die Aufschlüsselung und Zerkleinerung der Nahrung im Darm notwendig sind. Zum anderen bildet sie die Hormone Insulin und Glukagon, die den Blutzuckerspiegel regulieren.

Entsprechend ihrer Funktion besteht die Bauchspeicheldrüse aus zwei unterschiedlichen Arten von Drüsengewebe: dem exokrinen und dem endokrinen Gewebe. Den Hauptanteil bildet das exokrine Drüsengewebe, welches den Bauchspeichel bildet. Es besteht aus Ansammlungen von Drüsenzellen (so genannten Acini), die in kleine Ausführungsgänge münden. Diese vereinigen sich zu einem Hauptgang, dem Bauchspeichelgang, der wiederum in den Zwölffingerdarm mündet. Die Mündungsstelle wird von einem Schließmuskel kontrolliert, der sich nur bei Bedarf öffnet. Hier mündet auch der Gallengang.

Den endokrinen Anteil der Bauchspeicheldrüse bilden die so genannten Langerhans-Inseln, Zellgruppen, die eingestreut zwischen den einzelnen Acini liegen. In speziellen Zellen der Langerhans-Inseln werden die Hormone Insulin und Glukagon gebildet. Diese Botenstoffe regulieren den Zuckerstoffwechsel und damit den Blutzuckerspiegel. Sie werden über angrenzende Blutgefäße direkt in den Blutkreislauf (endokrin) abgegeben.

Fällt aus irgendeinem Grund die eine oder andere dieser beiden Funktionen der Bauchspeicheldrüse aus, so kann dies für den Organismus, wenn keine Behandlung erfolgt, lebensbedrohlich werden. Der im exokrinen Gewebe produzierte Pankreassaft (etwa 1,5 Liter pro Tag), der über den Bauchspeichelgang in den Zwölffingerdarm abgegeben wird, enthält verschiedene Verdauungsenzyme, die für die Aufschließung und Verdauung der einzelnen Nahrungsbestandteile notwendig sind, insbesondere die Amylase für die Verdauung der Kohlenhydrate, die Lipase für die Verdauung der Fette sowie die Proteasen für die Verdauung der Eiweiße. Werden diese Enzyme nicht mehr in ausreichendem Maße produziert, so können die für den Körper notwendigen Nahrungsbestandteile nicht mehr aufgenommen werden. Der Kranke verliert an Gewicht, der Organismus zehrt aus.

Das im endokrinen Gewebe produzierte Insulin wird in das Blut abgegeben, wenn der Blutzuckerspiegel, z.B. nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit, ansteigt. Über die Blutbahn wird es in die Leber und andere Körperzellen transportiert und sorgt dort für die Aufnahme von Zucker in die Zellen. Insulin spielt für den Stoffwechsel der Kohlenhydrate, Fette und Eiweißstoffe eine lebenswichtige Rolle. Menschen, bei denen die Insulinproduktion gestört ist, werden zuckerkrank (Diabetes mellitus). Das Hormon Glukagon wird dagegen bei erhöhtem Zuckerbedarf freigesetzt. Es sorgt für eine Mobilisierung von Zuckerreserven.

(red)


Quellen: 
[1] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
[2] Leitlinienprogramm Onkologie: Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse. Ein Ratgeber für Patientinnen und Patienten. 2. Auflage, Dezember 2014. Online verfügbar unter
http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Leitlinien/PLL_Bauchspeicheldruese_WEB.pdf

 

Fachliche Beratung

Prof. Hohenberger
Chirurgische Klinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 02.03.2017

Weitere Basisinformationen zum Bauchspeicheldrüsenkrebs:

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Aktualisiert am: 13.12.2017 17:19