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Peniskrebs

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Basisinformationen zum Peniskrebs

Arztgespräch, Quelle: © Alexander Raths - fotolia.com
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Als Peniskrebs werden bösartige Tumoren bezeichnet, die am häufigsten an der Eichel und Vorhaut auftreten. Ausgedehnte Tumoren können sich auch auf die Schwellkörper, bis hin zur Bauchdecke ausbreiten. Über den Lymphweg können Tochtergeschwülste vor allem in den Lymphknoten des Becken- und Leistenbereichs entstehen. Seltener breitet sich der Tumor auch über den Blutweg in weitere Organe, wie die Lunge oder das Skelett, aus.
In den meisten Fällen handelt es sich bei Peniskrebs um bösartige Tumoren der Haut, 95 Prozent sind Plattenepithelkarzinome, seltener kommen Basaliome und maligne Melanome vor. Auch andere seltene Weichteiltumoren sind möglich.

Tumoren am Penis werden häufig erst spät symptomatisch. Meist entsteht der Verdacht aufgrund typischer Hautveränderungen. Hinzu können Ausfluss und Blutungen kommen.
Für die Behandlung wird normalerweise die operative Therapie gewählt, wobei der Tumor in der Regel lokal entfernt werden kann. Nur bei sehr ausgedehnten Tumoren muss der Penis amputiert werden. Ist der Tumor inoperabel oder hat er sich durch Tochtergeschwülste schon auf den Körper ausgebreitet, können zusätzlich Strahlen- und Chemotherapie sinnvoll sein.
Früherkennung und früh einsetzende Therapie sind wichtig, da die Prognosen für Peniskrebs in frühen Stadien sehr gut sind und die Patienten vollständig geheilt werden können.

Häufigkeit

Tumoren am Penis sind selten und treten vor allem bei älteren Männern auf. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 800 Männer. Das höchste Risiko für eine Erkrankung liegt bei einem Alter ab etwa 60 Jahren.

Als effektive Präventivmaßnahme gegen die Entwicklung des Peniskarzinoms gilt die ab dem 45. Lebensjahr jährliche gesetzliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung beim Urologen und eine regelmäßige Selbstuntersuchung des Penis.

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Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen für Peniskrebs sind noch weitgehend ungeklärt. Es finden sich jedoch Zusammenhänge mit folgenden Faktoren:

  • Hygiene: Es besteht eine Verbindung zwischen dem so genannten Vorhauttalg (Smegma) und Peniskrebs. Das Smegma, das sich unter der Vorhaut ansammelt, begünstigt die Entstehung von Tumoren am Penis. 
  • Phimosen: Bei Männern, die unter Vorhautverengungen leiden, ist eine Häufung der Erkrankung zu beobachten. Da ein komplettes Zurückschieben der Vorhaut nicht möglich ist, wird die Hygiene erschwert. Smegma bleibt kontinuierlich zurück.
  • Schleimhautveränderungen: Bestimmte Schleimhautveränderungen wie Leukoplakien gelten als sichere Vorstufen von Peniskrebs. Leukoplakien sind Vorstufen von Plattenepithelkarzinomen und zeigen sich als weißliche Veränderung der Schleimhaut.
  • HPV-Infektionen: Infektionen mit dem sexuell übertragbaren Humanen Papilloma-Virus werden mit der Entstehung von Penistumoren in Verbindung gebracht. Sie können unter anderem zu warzenähnlichen Veränderungen der Genitalhaut führen und zählen weltweit zu den häufigsten Erregern von viralen, sexuell übertragbaren Krankheiten.
  • Chronische Entzündungen an der Vorhaut oder Eichel (z.B. Lichen sclerosus et atrophicus), Rauchen und Erkrankung mit Condylomen (Genitalwarzen). 

Symptome

Die Symptome von Peniskrebs sind vor allem im Anfangsstadium sehr uncharakteristisch. Es können beispielsweise Hautveränderungen in Form von Verhärtungen oder Schwellungen an Eichel oder Vorhaut zu sehen sein. Bei weiterer Ausdehnung nehmen die Veränderungen manchmal eine blumenkohlartige Oberfläche an und bluten leicht.

Patienten berichten des Weiteren häufig über Ausfluss, der mitunter übel riechend sein kann. Kommt es zu Lymphknotenmetastasen, führen diese manchmal zu einem Lymphstau in den Beinen. Dies äußert sich in einer Schwellung der Beine.

Diagnose

Ärztin guckt in Mikroskop, Quelle: © dgrilla - fotolia.com
Quelle: © dgrilla - fotolia.com

Die Verdachtsdiagnose stellt sich durch das Gespräch über die aktuellen Beschwerden und die Krankenvorgeschichte (Anamnese) sowie die körperliche Untersuchung. Gesichert wird die Diagnose durch eine Entnahme von Gewebe, das anschließend unter dem Mikroskop untersucht wird.

Liegt ein Peniskarzinom vor, schließen sich weitere Untersuchungen an. Mit ihrer Hilfe wird geklärt, ob der Tumor Tochtergeschwülste in Lymphknoten oder anderen Organen gebildet hat. Zum Einsatz kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Kernspintomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) für die Untersuchung der Lymphknoten und Organe im Leisten-, Becken- und Bauchraum. Auch Röntgenbilder der Lunge und eine Skelettszintigraphie können durchgeführt werden.

Je früher der Tumor entdeckt wird, umso besser sind die Heilungschancen (70-90 %).

Therapie

Mit der Behandlung sollte so früh wie möglich begonnen werden. Sie richtet sich nach dem Stadium und der Ausbreitung des Tumors.

Die operative Behandlung ist in allen Tumorstadien die erste Therapieoption. Je nach Ausmaß der Erkrankung reicht die Operation von der Entfernung des Tumors bis hin zur kompletten Penisamputation. Werden Metastasen in Lymphknoten nachgewiesen, werden die nahegelegenen Lymphknoten entfernt. Eine Chemotherapie vor oder nach der Entfernung von befallenen Lymphknoten kann sinnvoll sein.

Strahlen- und Chemotherapie kommen auch in fortgeschrittenen Stadien der Krankheit zum Einsatz, wenn der Peniskrebs mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr heilbar ist.

Seit sich in den letzten Jahren eine möglichst organerhaltende operative Therapie durchgesetzt hat, so dass Männern mit frühen Tumorstadien eine Penisteilamputation erspart bleiben kann bleiben. Dadurch bleibt den Patienten eine deutlich verbesserte Lebensqualität und sexuelle Zufriedenheit. Die weniger radikalen OP-Verfahren erfordern eine erheblich intensivere und engmaschige Nachsorge über mindestens fünf Jahre um so Rezidive rechtzeitig zu erkennen und zu therapieren. 

Nachsorge

Nachsorgeuntersuchungen werden je nach Befinden des Patenten, vorheriger Behandlung und Metastasen- oder Rezidiv-Risiko (Wiederauftreten des Tumors) alle drei bis sechs Monate durchgeführt. Die Patienten sollten zwischen den Nachsorgeuntersuchungen ihre Haut auch selbst beobachten und bei verdächtigen Veränderungen einen Arzt aufsuchen.

Grundsätzlich sollten Männer ab dem 45. Lebensjahr einmal pro Jahr das Angebot zur Vorsorgeuntersuchung für Penis- und Prostatakrebs wahrnehmen.

Die aktuelle Leitlinie der European Association of Urology sieht in den ersten beiden Jahren alle drei Monate, danach halbjährliche Kontrollen vor. Treten bei einem Peniskarzinom Metastasen in den Leistenlymphknoten auf, werden diese entfernt, parallel mit einer Chemotherapie behandelt und in der Nachsorge ebenfalls streng kontrolliert.


(red)

Quellen:
[1] J. Eberle, W. Höltl: Peniskarzinome, in: H. Rübben: "Uroonkologie", Springer 2009, S. 507-522
[2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
[3] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2007/2008. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2012
[4] Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V.: Peniskarzinom. Neue Therapiemethoden erhalten Lebensqualität https://idw-online.de/de/news630461, abgerufen am 28.05.2015
[5] The European Association of Urology (EAU) Richtlinie 2015: Penile Cancer http://uroweb.org/guideline/penile-cancer/, abgerufen am 29.05.2015
[6] E. Preis, G. Jakse: Optionen der palliativen Therapie des Peniskarzinoms. In: Urologe. Band 46, Januar 2007, S. 49–53, PMID 1720326, abgerufen am 29.05.2015
[7] B. Mahlmann, C. Doehn, T. Feyerabend: Strahlentherapie des Peniskarzinoms. In: Der Urologe A Band 40, Nummer 4, S. 308–312.doi:10.1007/s001200170042
[8] http://www.mriu.de/zentrum_pkarzinom/peniskarzinom.html, abgerufen am 29.05.2015
[9] http://www.urologielehrbuch.de/peniskarzinom.html, abgerufen am 29.05.2015

Beratung durch die Landeskrebsgesellschaften

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Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 29.05.2015

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Aktualisiert am: 02.12.2016 15:05