Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Leberkrebs - Früherkennung

Arzt bespricht sich mit Patientin, Quelle: © cooper - fotolia.com
Quelle: © cooper - fotolia.com

Allen Patienten mit Leberzirrhose, Patienten mit chronischer Hepatitis B-Infektion oder nicht-alkoholischer Fettleberhepatitis sollen regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen angeboten werden, sofern sie einer HCC-Therapie zugeführt werden können. Die Leber der Risikopersonen soll mittels einer Lebersonografie (Ultraschalluntersuchung der Leber) alle 6 Monate auf das Auftreten  eines HCC untersucht werden. Entwickelt sich Leberkrebs, so wird er dadurch in der Regel in einem frühen, behandelbarem Stadium erkannt.

Dank der Überwachung nimmt in Deutschland der Anteil der früh erkannten Leberkrebsfälle zu und der Anteil der im fortgeschrittenen Stadium erkannten entsprechend ab. Die Überwachung mittels Ultraschall ist sehr effektiv: so werden z.B. in Südkorea mittels Ultraschall mehr als 50% der Leberkrebsfälle in beschwerdefreien, frühen und damit gut behandelbaren (heilbaren) Stadien festgestellt. Durch die sonografische Früherkennung eines HCC entsteht ein signifikanter Überlebensvorteil (5-Jahresüberleben von 50% und mehr). Die 6-monatige Ultraschallüberwachung kann durch eine AFP-Bestimmung alle 6 Monate erweitert werden. Die alleinige Bestimmung des Tumormarkers AFP bringt hingegen keinen signifikanten Überlebensvorteil.

 

Mittelfristig soll eine nationale Früherkennungsstrategie des HCC (Leberkrebs) für die o.g. chronisch-leberkranken Menschen entwickelt werden. Die HCC-Früherkennung mittels Sonografie der Leber soll als qualitätsgesicherte Untersuchung durchgeführt werden. Die Früherkennung könnte der entscheidende Schritt nach vorne werden in dem Bemühen, die Prognose von HCC-Patienten innerhalb weniger Jahre deutlich zu verbessern. Damit diese Früherkennungsmaßnahme eine hohe Effektivität erreichen kann, gilt es vorab die Risikopersonen zu identifizieren. Derzeit wissen aber die meisten chronisch-leberkranken Menschen nichts von ihrer Lebererkrankung und dem damit einhergehenden HCC-Risiko. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten fordert deshalb, die Alanin-Aminotransferase (ALT bzw. GPT) im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden Gesundheitsuntersuchung zu kontrollieren. Die ALT-Testung ist einfach, sehr kostengünstig (ca. 15 Cent) und in jedem Diagnostiklabor als Standard etabliert.

Aktuell ist eine HCC-Früherkennungsuntersuchung kein Teil der gesetzlichen Screening-Angebote. Deshalb erhält derzeit nur ein Teil der Betroffenen regelmäßige und qualitätsgesicherte Lebersonografien (DEGUM2-Standard). Um die Patienten zu unterstützen, bietet die Deutsche Leberstiftung nun einen HCC-Früherkennungspass an. Er fasst die Befunde der durchgeführten Früherkennungsmaßnahmen zusammen und gibt sowohl den Patienten als auch den behandelnden Ärzten einen Überblick über die Untersuchungen und die Ergebnisse.

 

(yia/red)

Quellen:
[1] G. Folprecht, S. Frick: Leberkarzinom, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 145-147
[2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung: 
Prof. Dr. med. Hans Scherübl
Klinik für Innere Medizin - Gastroenterologie, Gastrointestinale Onkologie und Infektiologie, Vivantes Klinikum Am Urban, Berlin

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 11.07.2016

Weitere Basisinformationen zum Leberkrebs:

Nachrichten zum Thema Leberkrebs

Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35