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Leber - Anatomie und Funktion

Anatomie der Leber, Quelle: © Peter Hermes Furian - fotolia.com
Quelle: © Peter Hermes Furian - fotolia.com

Die Leber (Hepar) ist mit einem Gewicht von 1,4 bis 1,8 Kilo das schwerste Organ und die größte Drüse des menschlichen Körpers. Das rotbraune Organ liegt im rechten Oberbauch unmittelbar unterhalb des Zwerchfells und wird durch die unteren Rippen geschützt.

Die Leber teilt sich in einen rechten und einen linken Leberlappen. Der rechte Leberlappen ist wesentlich größer als der linke; er füllt fast den gesamten oberen Bauchraum aus. Der kleinere linke Lappen reicht etwa bis zur Mitte des linken Oberbauches.

Die Leber ist von einer derben Bindegewebskapsel umgeben, die wiederum fast gänzlich von Bauchfell überzogen ist.

In ihrem Innern besteht die Leber aus einer Vielzahl kleinster Leberläppchen, die kleine Funktionseinheiten bilden und aus zahlreichen Leberzellen (Hepatozyten) zusammengesetzt sind.

Die Leber wird von zwei verschiedenen Blutgefäßen mit Blut versorgt: der Leberarterie und der Pfortader. Die beiden Blutgefäße treten an der Leberpforte, einer nischenartigen Vertiefung des Organs, in die Leber ein. Die Leberarterie liefert, von der Bauchschlagader kommend, sauerstoffreiches Blut zur Versorgung der Leberzellen. Die Pfortader ist eine Vene, die das Blut aus Darm, Magen, Bauchspeicheldrüse, Milz und Gallenblase in die Leber transportiert. Somit führt die Pfortader der Leber alle mit der Nahrung in den Blutkreislauf gelangten Substanzen zu, seien es Nährstoffe oder Giftstoffe.

Die beiden Blutgefäßsysteme verzweigen sich in der Leber in feine Kapillarnetze, sodass die von ihnen transportierten Substanzen bis an die einzelnen Leberzellen gelangen und dort weiterverarbeitet werden können.
Die in den Leberzellen gebildete Gallenflüssigkeit wiederum gelangt über ein feines Netz von Gallenkapillaren in den Gallengang, welcher die Leber über die Leberpforte verlässt und in den Zwölffingerdarm mündet.

Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan des Körpers und erfüllt lebenswichtige Aufgaben:

  • Sie produziert bis zu einem Liter Gallenflüssigkeit pro Tag und leitet diese – die Gallenblase dient als Zwischenspeicher - über den Gallengang in den Zwölffingerdarm ein. Die Galle ist für die Verdauung von Fetten notwendig.
  • Sie nimmt die aus dem Darm kommenden verdaulichen Stoffe auf und verwertet sie. So baut die Leber zum Beispiel das mit der Nahrung aufgenommene Eiweiß in körpereigenes Eiweiß um, speichert Kohlehydrate und versorgt die Körperzellen über das Blut mit Nährstoffen.
  • Sie dient als Entgiftungszentrale des Körpers: Schadstoffe, Alkohol, Medikamente und auch bestimmte körpereigene Substanzen werden in der Leber um- und abgebaut und auf diese Weise „unschädlich gemacht“.
  • Sie bildet die Ausgangsprodukte für die Bildung der Sexualhormone und für die körpereigenen Fette, baut alte Blutkörperchen ab und speichert Eisen. Auch an der Regulation des Blutzuckerspiegels, der Eiweißstoffe und der Blutfette ist die Leber beteiligt.

Die Funktion der Leber ist essentiell: ohne Leber können wir nicht leben.

 

(yia/red)

Quellen:
[1] G. Folprecht, S. Frick: Leberkarzinom, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 145-147
[2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung: 
Prof. Dr. med. Hans Scherübl
Klinik für Innere Medizin - Gastroenterologie, Gastrointestinale Onkologie und Infektiologie, Vivantes Klinikum Am Urban, Berlin

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 11.07.2016

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18