Anatomie und Funktion der oberen Luft- und Speisewege und Kehlkopfkrebs

Die oberen Luft- und Speisewege bestehen aus zwei wesentlichen Teilen: der Schluckstraße und dem Kehlkopf.

Die Schluckstraße beginnt im Bereich der Mundhöhle und setzt sich über den Rachen (Pharynx) in die Speiseröhre fort. Die Mundhöhle und das Gebiss übernehmen vor allem die Aufgabe der Nahrungsaufnahme, Einspeichelung und Portionierung der Nahrung in schluckfähige Bissen. Die im Speichel vorhandenen Fermente beginnen bereits hier mit der Aufspaltung verschiedener Nahrungsbestandteile. Weiterhin dienen einige von der Schleimhaut produzierte Substanzen der Abtötung eindringender Mikroorganismen. Die so vorbereitete Nahrung wird durch den aktiven Schluckakt in den Rachen und über unwillkürliche peristaltische Bewegungen über die Speiseröhre in den Magen transportiert.

Der Kehlkopf befindet sich an der Kreuzungsstelle der oberen Luft- und Speisewege. So dient er zum einen der Luftpassage bei der Ein- und Ausatmung sowie der Stimm- und Sprachbildung. Zum anderen kommt ihm eine Schutzfunktion bei der Nahrungsaufnahme und -passage zu. Er verhindert, dass Nahrungsbestandteile in die Luftröhre gelangen.

Das Kehlkopfskelett setzt sich aus mehreren Knorpeln zusammen, deren tragendes Element der so genannte Ringknorpel darstellt. Den Namen erhielt dieser Knorpel aufgrund seiner an einen Siegelring erinnernden Form. Anhand anatomischer Grenzen wird der Kehlkopf in drei Regionen unterteilt:

  • in die oberhalb der Stimmlippenebene befindliche supraglottische Region
  • die glottische Region in Höhe der Stimmbänder sowie
  • die unterhalb der Stimmlippenebene befindliche subglottische Region.

 

(red)

Quellen:
[1] N. Stasche, A. Schmieder: Kopf-Hals-Karzinome, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 137-144
[2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
[3] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2007/2008. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2012


Fachliche Beratung:
Prof. Dr. Jochen A. Werner
Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Essener Universitätsklinikumsrg

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 10.06.2015

Weitere Basisinformationen zum Kehlkopfkrebs:

Aktualisiert am: 27.04.2017 12:53