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Früherkennung von Hodenkrebs

Wer gehört zu einer Risikogruppe?

Erster Hinweis auf Hodenkrebs ist in den meisten Fällen eine einseitige schmerzlose Anschwellung oder Verhärtung des Hodens. Begleitend kann eine Ansammlung von wässriger Flüssigkeit um den Hoden, eine Hydrozele, auftreten. Auch eine als Entzündung anmutende Veränderung kann Hinweis auf eine Krebserkrankung sein und bedarf daher weiterer Abklärung.

Treten bei Ihnen eine oder mehrere der im Folgenden genannten Beschwerden auf, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, damit die Ursache rechtzeitig geklärt wird.

Alarmsignale auf einen Blick

Mann bedeckt Schambereich mit Händen, Quelle: © Uwe Groetzner - Fotolia.com
Quelle: © Uwe Groetzner - Fotolia.com
  • eine tastbare, schmerzlose Verhärtung im Hoden
  • eine Schwellung oder Schmerzen im Hodenbereich
  • ein Schweregefühl oder ein Ziehen im Hoden oder in der Leiste
  • ein Anschwellen oder Schmerzhaftigkeit der Brustdrüsen (einer oder beider Brüste)

 

Bei fortgeschrittener Erkrankung können zudem Rückenschmerzen auftreten, die durch eine Vergrößerung der Lymphknoten im hinteren Bauchraum hervorgerufen werden.

Wenn Sie solche Beschwerden bemerken, heißt das noch nicht, dass Sie an einer Tumorerkrankung leiden. Schmerzen und Schwellungen können auch durch gutartige Erkrankungen verursacht werden, z.B. eine Nebenhodenentzündung oder einen Wasserbruch. Dennoch sollten Sie die Beschwerden ernst nehmen und unbedingt einen Urologen aufsuchen.

Regelmäßiges Abtasten ist wichtig!

Jeder Mann sollte es sich zudem zur Routine machen, beide Hoden in regelmäßigen Abständen auf Veränderungen abzutasten, am besten in entspannter Stellung unter der Dusche oder in der Badewanne:

Halten Sie den Hodensack mit beiden Handflächen. So können Sie Daumen und Finger beider Hände für das Abtasten der Hoden benutzen.

Tasten Sie jetzt jeden Hoden einzeln ab. Auf der Rückseite hinten spüren Sie das weiche Gewebe der Nebenhoden. Sie speichern und transportieren die Samenflüssigkeit. Untersuchen Sie jeden Hoden auf Schwellungen, leichte Vergrößerung oder Änderung der Festigkeit. Wenn Sie etwas Ungewöhnliches feststellen, suchen Sie sofort Ihren Arzt auf.

Eine spezielle Früherkennungsuntersuchung für Hodenkrebs gibt es nicht. Die halbjährliche Selbstuntersuchung empfiehlt sich vor allem ab dem Alter von 27 Jahren und/oder wenn in Ihrer Familie bereits Hodenkrebs aufgetreten ist. Tumoren oder andere Veränderungen des Hodens sind sehr leicht fühlbar.

Denken Sie daran: Je früher Hodenkrebs entdeckt wird, desto einfacher ist die Behandlung und desto besser sind die Heilungschancen!

Was tut Ihr Arzt?

Zunächst wird Ihr Arzt Sie sehr genau über die Art Ihrer Beschwerden befragen und Sie gründlich untersuchen. Vor allem ist ein genaues Abtasten der Hoden erforderlich.

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Außerdem wird er Ihnen Blut abnehmen, um darin nach bestimmten Eiweißstoffen und Enzymen, so genannten Tumormarkern, zu suchen, die bei Patienten mit Hodenkrebs deutlich erhöht sein können. Oftmals kann mit Hilfe dieser Verfahren und einer anschließenden Ultraschalluntersuchung der Hoden der Verdacht auf Hodenkrebs bereits bestätigt oder entkräftet werden. Ultraschalluntersuchungen setzen den Patienten keiner Strahlenbelastung aus und können deshalb beliebig oft wiederholt werden. Manchmal sind zusätzliche Röntgenuntersuchungen des Bauchraums und der Lunge nötig, um endgültige Klarheit zu erhalten.

(yia/red)

Quellen:
[1] P. Albers, S. Krege, C. Bokemeyer et al.: Hodentumoren, in: Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien, Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.), W. Zuckschwerdt Verlag 2008 
[2] Lorch, Anja; Albers, Peter;Beyer, Jörg et al.: Onkopedia-Leitlinie "Keimzelltumoren des Mannes". Stand: September 2016. Online unter https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/keimzelltumoren-des-mannes/@@view/html/index.html

 

Fachliche Beratung:
Prof. Dr. Mark Schrader
Chefarzt der Klinik für Urologie und Leiter Prostatazentrum, HELIOS Klinikum Berlin-Buch

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 25.04.2017

Weitere Basisinformationen zum Hodenkrebs:

Aktualisiert am: 17.08.2017 17:03