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Gebärmutterkörperkrebs, Endometriumkarzinom - Früherkennung

Ein Gebärmutterkörperkrebs bereitet im Frühstadium keine Beschwerden. Dementsprechend wichtig ist die Früherkennung. Hierbei ist das häufigste Problem eine fehlende Teilnahme. Eine individuelle Risikobeurteilung ist möglich, und soll die Motivation zur Teilnahme an Früherkennungsmaßnahmen steigern.

Während seiner Entwicklungszeit hat Ihr Körper einige typische Alarmsignale, auf die Sie achten und die Sie unbedingt ernst nehmen sollten. Wichtigstes Frühsymptom eines Gebärmutterschleimhautkrebses ist eine ungewöhnliche Blutung aus der Scheide. Besonders verdächtig ist jede Blutung nach den Wechseljahren! Schmerzen im kleinen Becken, Störungen beim Wasserlassen oder unregelmäßiger Stuhlgang kommen meist erst dann hinzu, wenn Nachbarorgane mit betroffen sind. Dann aber ist es für eine Heilung häufig zu spät.

Treten bei Ihnen eine oder mehrere der im Folgenden genannten Symptome auf, sollten Sie auf jeden Fall Ihrer Frauenärztin bzw. ihren Frauenarzt aufsuchen, damit die Ursache rechtzeitig geklärt wird:

  • Blutungen nach den Wechseljahren,
  • außergewöhnlich starke Monatsblutungen oder Zwischenblutungen (bei Frauen über dem 35. Lebensjahr),
  • vor und nach der Regelblutung auftretende Schmierblutungen (bei Frauen über dem 35. Lebensjahr),
  • blutiger oder fleischfarbener, oft übel riechender Ausfluss außerhalb der Monatsregel,
  • Schmerzen im Unterbauch,
  • unerklärliche Gewichtsabnahme.

Wenn Sie solche Veränderungen bemerken, heißt das noch nicht, dass Sie an einer Tumorerkrankung leiden. Derartige Symptome können auch ganz harmlose Ursachen haben. Dennoch sollten Sie die Warnzeichen ernst nehmen und bei jeder nicht regulären Blutung sofort Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt aufsuchen, um die Ursache zu klären! Irreguläre Blutungen treten in 90 Prozent der Fälle bereits in einem relativ frühen Erkrankungsstadium auf. Die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung sind dann meist sehr gut!

Wenn Sie der Meinung sind, dass in Ihrer Familie ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterkörperkrebs vorliegen könnte, wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt. Es gibt auch die Möglichkeit einer genetischen Beratung. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt oder einer Krebsberatungsstelle, inwieweit eine solche Untersuchung für Sie in Frage kommt. Da die Heilungschancen eines Gebärmutterkörperkrebses sehr gut sind, wenn er frühzeitig erkannt wird, sollten Sie sich auch nach den Wechseljahren bis ins hohe Alter hinein jährlich von Ihrer Frauenärztin bzw. Ihrem Frauenarzt untersuchen lassen. Eine generelle Krebsfrüherkennung durch regelmäßige Ultraschalluntersuchungen ohne Risikofaktoren hat sich bisher nicht als erfolgreich gezeigt. Eine Verringerung der Sterblichkeit (Mortalität) konnte jedoch bisher für das Screening in Hochrisikogruppen nicht belegt werden.

Bei nachgewiesenem erblichen Risiko werden intensivierte Früherkennungsprogramme angeboten. Bei einem Risiko für einen Gebärmutterschleimhautkrebs von bis zu 60% kann auch eine vorbeugende Entfernung der Gebärmutter und ggf. der Eierstöcke nach Abschluss der Familienplanung diskutiert werden.

(yia/red)


Quellen:
[1] Kommission Uterus d. AGO e.V. (Hrsg.): Interdisziplinäre S2k-Leitlinie für die Diagnostik und Therapie des Endometriumkarzinom, in: Leitlinien zum Zervixkarzinom, zum Endometriumkarzinom und zu den Trophoblasttumoren, W. Zuckschwerdt Verlag 2008, S. 73-126

[2] E.Steiner, Diagnostik und Stadieneinteilung des Endometriumkarzinoms, Onkologe 2017, 23:23-28, DOI 10.1007/s00761-016-0128z, Springer-Verlag Berlin-Heidelberg

 

Fachliche Beratung: 
Prof. Emons, Universitätsfrauenklinik Göttingen
Prof. Mallmann, Universitätsfrauenklinik Köln
Dr. Thiel, MBA, Universitätsfrauenklinik Erlangen

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 31.01.2017

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Aktualisiert am: 23.10.2017 21:19