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Gebärmutterkörperkrebs, Gebärmutterkrebs, Korpuskarzinom, Endometriumkarzinom - Definition

Bösartige Tumoren der Gebärmutter sind die häufigste Krebserkrankung der weiblichen Genitalorgane. Unterschieden wird zwischen der Krebserkrankung des Gebärmutterhalses und der Krebserkrankung des Gebärmutterkörpers. Die beiden Tumorarten gehen jeweils von einem anderen Gewebetyp aus und unterscheiden sich hinsichtlich der Früherkennung, der Krankheitszeichen, der Diagnose und der Behandlung.

Bösartige Tumoren des Gebärmutterkörpers (Korpuskarzinom, von lateinisch „corpus“: Körper) haben ihren Ursprung fast immer in der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), die das Organ im Inneren auskleidet. Aus diesem Grund wird Krebs des Gebärmutterkörpers auch als Gebärmutterschleimhautkrebs oder fachsprachig Endometriumkarzinom bezeichnet.

Häufigkeit

Krebserkrankungen des Gebärmutterkörpers stellen in Deutschland mit einem Anteil von 5,1 Prozent die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen dar. Weltweit nimmt es die siebte Stelle ein. Außerdem sind sie die häufigste bösartige Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane. Pro Jahr erkranken nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (2012) rund 11.300 Frauen in Deutschland an Gebärmutterkörperkrebs. Weltweit sind es 142.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Die Häufigkeit ist nach einem geringen Anstieg während der 80er Jahre seit Mitte der 90er Jahre leicht rückläufig.

Es zeigen sich regionale Unterschiede in der Häufigkeit des Auftretens, wobei Nordamerika und Westeuropa weltweit an der Spitze stehen.

Die Mehrzahl der betroffenen Frauen erkrankt nach den Wechseljahren (Menopause). Jüngere Frauen sind hingegen nur selten von Gebärmutterkörperkrebs betroffen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt Angaben des Robert Koch-Instituts zufolge bei über 69 Jahren.

Der Anteil an allen Todesfällen durch Krebs fällt für den Gebärmutterkörperkrebs aufgrund der guten Prognose mit 0,5% (eine von 200 Frauen) niedrig aus. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt zwischen 75% und 83%. Damit liegt Gebärmutterkörperkrebs an zehnter Stelle der durch Krebs verursachten Todesfälle unter Frauen. Die Sterblichkeit an Gebärmutterkörperkrebs ist in den letzten Jahren rückläufig.

 

Inzidenz
absolut

Inzidenz
pro 
100.000

Gesamt-mortalität
absolut

Gesamt-mortalität
pro 100.000

Gesamt

97.210

 

27.374

 

MCa

71.660

171,1

17.209

41,1

ECa

11.280

26,9

2.420

5,8

OCa

7.790

18,6

5.529

13,2

CxCa

4.880

11,6

1.596

3,8

Vul/VagCa

1.600

2,5

620

-0,5


Inzidenzen und Mortalität der Karzinome

(MCa = Brustkrebs; ECa = Gebärmutterkörperkrebs, OCa = Eierstockkrebs, CxCa = Gebärmutterhalskrebs, Vul/VagCa = Vulva- und Vaginalkrebs)

(yia/red)

Quellen:
[1] Kommission Uterus d. AGO e.V. (Hrsg.): Interdisziplinäre S2k-Leitlinie für die Diagnostik und Therapie des Endometriumkarzinom, in :Leitlinien zum Zervixkarzinom, zum Endometriumkarzinom und zu den Trophoblasttumoren, W. Zuckschwerdt Verlag 2008, S. 73-126
[2] Beckmann M.W., Bender H.G.: Nationale Onkologische Präventionskonferenz (N.O.P.®), in: Die Essener Erklärung.
[3] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2007/2008. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2012
[4] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung: 

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 07.05.2015

Weitere Basisinformationen zum Gebärmutterkörperkrebs:

Aktualisiert am: 29.09.2016 16:47