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Krebserkrankungen der Gallenblase und der Gallenwege

Warnzeichen

In der Regel treten Symptome erst in einem späten Stadium der Erkrankung auf. Meist ist ein relativ fortgeschrittenes Stadium erreicht, wenn Patient und Arzt etwas bemerken.

Patienten fühlen sich oft nur längere Zeit müde und abgeschlagen, später kommen dann Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen und Gewichtsverlust hinzu. Da diese Symptome unspezifisch sind, kommt es meist erst spät zum Arztbesuch und damit zur Diagnose. Eine Gelbsucht tritt erst dann auf, wenn der Abfluss der Gallenflüssigkeit durch das Wachstum der Geschwulst behindert ist. Diese ist insbesondere durch eine Gelbfärbung der Bindehaut zu bemerken, bei stärkerer Ausprägung kommt es auch zu einem Gelbwerden sowie zu einem Juckreiz der Haut. Die Gelbsucht ist ein besonderes Warnzeichen, tritt aber durchaus auch bei gutartigen Erkrankungen des Gallensystems und der Leber auf (z.B. Verschluss des Gallengangs durch einen Gallenstein, der aus der Gallenblase in den Gallengang gelangt ist). Die geschilderten Symptome sollten den Patienten sofort zum Arzt führen.

Was können Sie selbst tun?

Bei Beschwerden, insbesondere bei Gelbsucht, auch ohne andere Symptome, sollte sofort ein Arzt konsultiert werden, der dann die Ursache abklärt. Die genannten Symptome sind jedoch kein Anlass zur Panik: Viele gutartige Erkrankungen rufen ähnliche Beschwerden hervor. Den Arzt sollten Sie immer aufsuchen: Eine Behandlung sowohl der gutartigen als auch der bösartigen Veränderungen von Gallenblase, Gallenwegen und Leber ist in jedem Fall notwendig!
Eine operative Entfernung der Gallenblase wegen eines Steinleidens ist in der Regel nur dann angezeigt, wenn die Steine Beschwerden verursachen.

Was tut Ihr Arzt?

Der Arzt wird zunächst die Beschwerden des Patienten genau erfragen. Zusätzlich wird eine eingehende körperliche Untersuchung durchgeführt, inklusive Bestimmung der Blutwerte. Weisen die Symptome auf eine Erkrankung des Gallensystems hin, so kann eine Ultraschalluntersuchung über das Vorliegen von Gallensteinen, Veränderungen der Gallenblasenwand und Lebergewebsveränderungen aufklären. Auch erweiterte, gestaute Gallengänge können erkannt werden.

Bei Verdacht auf eine schwerwiegende Erkrankung des Gallenwegssystems kann eine Röntgenuntersuchung, z. B. in Form einer Computertomografie( CT ) oder einer Magnetresonanztomografie (MRT) durch Magnetfelder, durchgeführt werden. 
Ein weiteres diagnostisches Verfahren ist die sogenannte ERCP (Endoskopische Retrograde Cholangiopankreatikographie): Per Magenspiegelung wird das Gallengangsystem mit Kontrastmittel im Röntgenbild dargestellt. Veränderungen der Gallenwege können genau lokalisiert und beurteilt werden. Eventuell können gleichzeitig Steine entfernt oder eine Gallengangsenge durch eine innere Schienung (Stent)  überbrückt werden. 
Diese Untersuchungen ermöglichen dem behandelnden Arzt in der Regel eine relativ genaue Verdachtsdiagnose.

 

(red)

Quellen:
[1] G. Folprecht, S. Frick: Gallenblasen-, Gallenwegskarzinome, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 102

[2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
 

Fachberater:
Prof. Arndt Vogel
Medizinische Hochschule Hannover

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 14.11.2017

Weitere Basisinformationen zum Gallenblasenkrebs:

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Aktualisiert am: 23.11.2017 22:18