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Eierstockkrebs, Ovarialkarzinom - Vorbeugung

Wer gehört zu einer Risikogruppe?

Das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, ist vom Alter der Frau abhängig. Bei Frauen unter 50 Jahren wird er selten diagnostiziert, dennoch können auch sehr junge Mädchen und Frauen erkranken. Im fortgeschrittenen Alter dagegen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Karzinom in den Eierstöcken entwickelt. Das mittlere Alter liegt bei etwa 62 Jahren.

Ein bekannter Risikofaktor ist das familiäre Brust-und Eierstockkrebs-Syndrom. Der Verdacht auf das Vorliegen eines solchen Syndroms besteht bei folgenden Familienkonstellationen:

Familien (entweder mütterlicherseits oder väterlicherseits) mit Erkrankung von mindestens:

  • drei Frauen an Mammakarzinom unabhängig vom Alter
  • zwei Frauen an Mammakarzinom, davon eine Erkrankung vor dem 51. Lebensjahr
  • einer Frau an Mammakarzinom und einer Frau an Ovarialkarzinom unabhängig vom Alter
  • zwei Frauen an Ovarialkarzinom unabhängig vom Alter
  • einer Frau an Mamma- und Ovarialkarzinom unabhängig vom Alter
  • einer Frau an Mammakarzinom mit 35 Jahren oder jünger
  • einer Frau an bilateralem Mammakarzinom mit 50 Jahren oder jünger oder

einem Mann an Mammakarzinom und einer Frau an Mamma- oder Ovarialkarzinom unabhängig vom Alter

Familie © auremar - fotolia.com
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Sind diese Kriterien bei einer Frau oder auch bei einem Mann erfüllt, sollte über die Möglichkeit der genetischen Beratung im Hinblick auf ein individuelles Ovarialkarzinomrisiko sowie Mammakarzinomrisiko an einem hierfür ausgewiesenen Zentrum (Adressen siehe http://www.krebshilfe.de/wir-helfen/adressen/familiaerer-krebs/brustkrebszentren.html) informiert werden. 
Zur Vereinfachung für zuweisende Ärzte, zertifizierte Brustzentren und Gynäkologischen Krebszentren wurde eine Checkliste entwickelt, die eine schnelle Beurteilung des Vorliegens der Einschlusskriterien erlaubt, welche über die Homepage der Deutschen Krebsgesellschaft abgerufen werden kann. In den interdisziplinären Beratungsgesprächen werden die medizinischen Hintergründe, die Möglichkeiten einer molekulargenetischen Analyse sowie die familiären und klinischen Konsequenzen erläutert. Mit den Risikopersonen werden intensivierte Früherkennungsprogramme und operative und nicht operative Präventionsstrategien besprochen.

(red)

Quellen:
Deutsche Krebsgesellschaft. S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren. Version 2.0 - Oktober 2016. Leitlinienprogramm Onkologie der AWMF, Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und Deutschen Krebshilfe e.V, Zuckschwerdt Verlag GmbH

Fachliche Beratung: 
Prof. Schmalfeldt Universitätsfrauenklinik Hamburg
Prof. Sehouli Universitätsfrauenklinik Berlin
PD Dr. Thiel, MBA Klinik am Eichert Göppingen

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 23.02.2017

Weitere Basisinformationen zum Eierstockkrebs:

Aktualisiert am: 17.08.2017 17:03