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Eierstockkrebs, Ovarialkarzinom - Vorbeugung

Wer gehört zu einer Risikogruppe?

Quelle: © auremar - fotolia.com

Das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, ist vom Alter der Frau abhängig. Bei Frauen unter 50 Jahren wird er selten diagnostiziert. Dennoch können auch sehr junge Mädchen und Frauen erkranken. Im fortgeschrittenen Alter steigt aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Karzinom in den Eierstöcken entwickelt. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei etwa 68 Jahren.

Ein bekannter Risikofaktor ist das familiäre Brust- und Eierstockkrebs-Syndrom. Der Verdacht auf ein solches Syndrom besteht, wenn eine der folgenden Familienkonstellationen vorliegt [1,2]:

Familien (entweder mütterlicherseits oder väterlicherseits) mit Erkrankung von mindestens:

  • drei Frauen an Mammakarzinom unabhängig vom Alter
  • zwei Frauen an Mammakarzinom, davon eine Erkrankung vor dem 51. Lebensjahr
  • einer Frau an Mammakarzinom und einer Frau an Ovarialkarzinom unabhängig vom Alter
  • zwei Frauen an Ovarialkarzinom unabhängig vom Alter
  • einer Frau an Mamma- und Ovarialkarzinom unabhängig vom Alter
  • einer Frau an Mammakarzinom mit 35 Jahren oder jünger
  • einer Frau an bilateralem Mammakarzinom mit 50 Jahren oder jünger
  • einem Mann an Mammakarzinom und einer Frau an Mamma- oder Ovarialkarzinom unabhängig vom Alter


Sind diese Kriterien bei einer Frau oder auch bei einem Mann erfüllt, sollte sich Betroffene über die Möglichkeit einer genetischen Beratung im Hinblick auf ein individuelles Ovarialkarzinomrisiko sowie Mammakarzinomrisiko an einem hierfür ausgewiesenen Zentrum informieren.

Zur Vereinfachung für zuweisende Ärzte, zertifizierte Brustzentren und Gynäkologischen Krebszentren wurde eine Checkliste entwickelt, die eine schnelle Beurteilung des Vorliegens der Einschlusskriterien erlaubt, welche über die Homepage der Deutschen Krebsgesellschaft abgerufen werden kann. In den interdisziplinären Beratungsgesprächen werden die medizinischen Hintergründe, die Möglichkeiten einer molekulargenetischen Analyse sowie die familiären und klinischen Konsequenzen erläutert. Mit den Risikopersonen werden intensivierte Früherkennungsprogramme und operative und nicht operative Präventionsstrategien besprochen.

Literatur:
[1] S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren - Version 5.0 Leitlinienprogramm Onkologie. 2021. Abrufbar unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/ovarialkarzinom/ Letzter Zugriff: 09.12.2021
[2] https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Blaue_Ratgeber/Familiaerer-Brust-und-Eierstockkrebs_BlaueRatgeber_DeutscheKrebshilfe.pdf Letzter Zugriff: 09.12.2021

 

(red)

Prof. Schmalfeldt Fachberatung Eierstockkrebs Basisinformationen
Quelle: © UKE Hamburg

Fachliche Beratung

Prof. Dr. med. Barbara Schmalfeldt ist Klinikdirektorin und stellvertretende Zentrumsleitung, Leiterin des gynäkologischen Krebszentrums sowie  Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtenhilfe im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Ihr Schwerpunkt ist die spezielle operative Gynäkologie, die Gynäkologische Onkologie und spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin.
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 23.02.2022

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Zuletzt aufgerufen am: 08.12.2022 11:02