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Symptome und Diagnose des CUP-Syndroms

Symptome

Leidet ein Patient an einem CUP-Syndrom, hängt das Bild seiner Beschwerden davon ab, welche Organe befallen sind – also von dem Muster der Metastasierung. Genauso wichtig ist das Stadium beziehungsweise die Ausbreitung der Erkrankung und die gesamte Menge an Tumorzellen.

So führt ein ausgedehnter Befall häufig zu Allgemeinsymptomen wie Müdigkeit, Antriebsarmut, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme.

Ein lokal begrenzter Befall führt zu Beschwerden am befallenen Organ, z.B. zu einer derben Schwellung bei Lymphknotenbefall, umschriebenen Schmerzen bei Knochenbefall, Husten oder Atembeschwerden bei Lungenbefall. Tochtergeschwülste im Kopf können zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen führen, aber auch zu Ausfällen bestimmter Hirnfunktionen (z.B. zu Lähmungen, Sprachstörungen oder Verwirrtheit). Schmerzen können auch ein unspezifisches Symptom sein und an vielen Stellen im Körper auftreten.

Siedeln sich Tumorzellen eines unbekannten Primärtumors am Bauchfell an, kann es zur Entwicklung einer Bauchwassersucht (Aszites) kommen. Diese äußert sich durch eine Zunahme des Bauchumfangs mit Völlegefühl, Schwierigkeiten beim tiefen Atmen und häufig durch Verlust des Appetits. Siedeln sich Tumorzellen am Rippenfell an, wird Wasser im Brustkorb gebildet (Pleuraerguss). Typische Beschwerden sind Atemnot und Schwierigkeiten beim Durchatmen.

Immer wieder machen sich Metastasen aber auch über lange Zeit praktisch gar nicht bemerkbar und werden zufällig bei Routineuntersuchungen entdeckt.

Diagnose

Die Suche nach dem Primärherd ist bei der Diagnostik von CUP von wegweisender Bedeutung. Folgende Untersuchungen werden regelhaft durchgeführt:


Besonders wichtig sind die Ergebnisse der Gewebeprobe:

  • Art und Aussehen der Zellen geben Aufschluss über die Art des Tumors
  • Spezialfärbungen (Immunhistochemie) geben regelhaft weitere Hinweise
  • Untersuchung von Genexpressionsprofilen („molekulares Tumorprofil“) sind in der Entwicklung und können weitere Informationen über den möglichen Primärtumor geben
  • Untersuchung auf aktivierende Mutationen („actionable targets, driver mutations“) können neue Ansätze für die spezifische Behandlung aufdecken
  • Untersuchung auf Immunogenität der Tumorzellen (Mutationslast, Expression bestimmter Immunmarker, Mikrosatelliteninstabilität) kann eine immunonkologische Behandlung ermöglichen
  • In vielen Fällen sind die Ergebnisse der Gewebeprobe wegweisend für die spätere Behandlung.


Weitere häufige Untersuchungsmethoden sind:


Dennoch bleibt in ca. 70% der Fälle die Suche nach dem Primärherd erfolglos.

Erst wenn kein Primärtumor gefunden wurde spricht man vom CUP-Syndrom. Die mit den o.g. Untersuchungen gesammelten Informationen ermöglichen eine fundierte Therapieentscheidung.

(red)

Quellen:
[1] Hübner, R. Metzger, J. Claßen: CUP-Syndrom, in: Honecker, Claßen, Preiß, Dornoff (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2016/2017: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie, Zuckschwerdt Verlag 2016, Kapitel B2
[2] G. Hübner, M. Borner, K. Neben, H. Stöger: Onkopedia Leitlinien. CUP-Syndrom - Krebserkrankungen mit unbekanntem Primärtumor, 2014. https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/cup-syndrom-krebserkrankungen-mit-unbekanntem-primaertumor/@@view/html/index.html

 

Fachliche Beratung: 
Dr. Gerdt Hübner
Abteilung Hämatologie und Internistische Onkologie Klinik Kliniken Eutin und Oldenburg in Holstein

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 20.11.2017

Weitere Basisinformationen zum CUP-Syndrom:

Aktualisiert am: 14.12.2017 13:58