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Harnblasenkrebs: Früherkennung, Vorsorge

Wer gehört zu einer Risikogruppe?

Raucher sind besonders gefährdet. Nikotingenuss führt die Liste der Risikofaktoren an: Amerikanische Studien zeigen, dass Raucher zwei- bis dreimal so häufig an Harnblasenkrebs erkranken wie Nichtraucher.

Auch bestimmte chemische Stoffe, zum Beispiel Amine, können zur Entstehung eines Blasentumors beitragen. Einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind Arbeiter in der Gummi-, Chemie- und Lederindustrie sowie Friseure, Metallarbeiter, Drucker, Maler, Textilarbeiter und Lastwagenfahrer. Bei diesen Berufsgruppen sollte dann auch immer der Verdacht auf eine Berufserkrankung gemeldet werden.

Warnzeichen!

Achten Sie auf folgende Warnzeichen und suchen Sie gegebenenfalls Ihren Arzt auf bei

  • allgemeinen Veränderungen beim Wasserlassen
  • blutigem Urin, vor allem beim schmerzlosen Wasserlassen (kommt am häufigsten vor)
  • vermehrtem Harndrang mit Druck auf der Blase
  • so genanntem Blasengefühl – man spürt plötzlich, dass man eine Blase hat.

Was können Sie selbst tun?

Geben Sie das Rauchen auf und halten Sie sich streng an die Sicherheitsvorschriften, wenn Sie mit krebserregenden Stoffen in Berührung kommen. Eine spezielle Früherkennungsmaßnahme für Blasenkrebs gibt es nicht.

Was tut Ihr Arzt?

Urinuntersuchung: Damit stellt der Arzt fest, ob eine Urinfärbung tatsächlich auf Blut zurückzuführen ist oder eine andere Ursache wie Medikamente oder bestimmte Lebensmittel (Rote Beete) hat. Untersucht man das Urin, finden sich auch hier oft Tumorzellen (Urinzytologie). Derzeit existiert jedoch kein Diagnosetest, der in Lage ist, im Urin das Vorhandensein eines Blasenkrebs mit ausreichender Sicherheit nachzuweisen. Daher wird eine Verwendung von kommerziell erhältlichen Urintests als Screening- oder Vorsorgeuntersuchung nicht empfohlen.

Blasenspiegelung: Keine Angst, wenn der Arzt eine Blasenspiegelung für nötig erachtet. Er wird dazu die Harnröhre örtlich betäuben und mit einem Gleitmittel versehen. Mit einem röhrenförmigen Instrument, das Zystoskop genannt wird, betrachtet er direkt das Innere der Harnblase. Zystoskope sind mit einer Lichtquelle ausgestattet, die eine genaue Besichtigung des Blaseninneren erlauben. Außerdem können mit diesem Instrument die Harnleitermündungen untersucht werden, sowie Größe und Form der Vorsteherdrüse. Der Arzt entnimmt ferner Zellmaterial, um eine korrekte Diagnose stellen zu können. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten.

Bei der Frau ist die Untersuchung nahezu schmerzlos. Beim Mann werden die Beschwerden durch die örtliche Betäubung deutlich gelindert. Nachwirkungen der Untersuchung können für einige Stunden bzw. Tage beim Harnlassen vorübergehend Beschwerden auftreten.

 

(red)


Quellen:
[1] R. Andreesen, A. Böhle, C. Bokemeyer et al.: Harnblasenkarzinom, in: Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien, Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.), W. Zuckschwerdt Verlag 2008 
[2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung:
Prof. Carsten Ohlmann
Klinik für Urologie und Kinderurologie Universitätsklinikum des Saarlandes

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 22.11.2013

Weitere Basisinformationen zum Blasenkrebs:

Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18